#1

Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 06.01.2007 08:06
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hallo,

man braucht:

1 Spiegel oder eine Glasscheibe
1 Rollenquetscher
Spiritus

So gehe ich dabei vor:

Der Spiegel wird reichlich mit Spiritus geflutet. Hier zu sparen wäre falscher Geiz, denn sonst kriegt man die Fotos nur unter heißem Wasser wieder ab und alles war für die Katz.
Die triefend nassen Fotos hole ich zur Hohlkehle gebeugt aus der Wässerungsschale, sodass noch etwas Wasser daraufsteht, dann setze ich eine Kante auf den Spiegel und lasse das Papier runtergleiten, dass das Wasser in einer Welle davor hergetrieben wird. Dadurch werden Luftbläschen vermieden. Dann quetsche ich die Fotos auf, ich gehe mit dem Rollenquetscher in mehreren Durchgängen kreuzweise über den Spiegel. Dann warte ich, bis die Fotos abspringen. Das schlechteste Ergebnis, was ich bisher erzielt habe, war, dass etwa 1mm am weißen Rand leicht matt war, weil sich der leicht angehoben hatte nach dem Aufquetschen, da ich den meist eh wegschneide, stört mich das nicht.

Wirklich wichtig ist das Abreiben des Spiegels mit Spiritus. Das kann man nicht oft genug betonen. Wird hier ein Fehler gemacht, kleben die Fotos. Es kann sein, dass sie im trockenen Zustand auf einem sehr gut mit Spiritus abgeriebenen Spiegel auch haften bleiben, nach einem kleinen Stups mit einem Fingernagel an der Ecke springen sie dann aber sofort komplett ab und so muss es sein.

Die Fotos unterscheiden sich von heißgetrockneten durch ihre Planlage. Auf einem Spiegel kaltgetrocknete Barytpapiere liegen direkt plan, während heißgetrocknete gewölbt sind und erst plangepresst werden müssen.

Auf Glanzol oder ähnliche Zusätze bei der Wässerung verzichte ich.

Gruß
Niko



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#2

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 06.01.2007 11:45
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

Hi Niko,

vielen Dank für die Anleitung! Mit welcher Seite wird das Bild auf den Spiegel gelegt?

Gruß
Alex
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#3

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 06.01.2007 12:00
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Mit der Emulsionsseite, damit diese auch auf Hochglanz trocknet, sonst würde sie den gleichen seidigen, leicht gekörnten Glanzeffekt der "Freilufttrocknung" von Barytpapieren kriegen.

Gruß
Niko



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#4

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 08.01.2007 18:54
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

@ Niko

danke für die Anleitung. Aber warum benötigt man auf einer glatten Fläche wie einem Spiegel kein und auf der glatten Fläche einer MDF-Platte (beispielsweise) dann doch Nassklebeband ?? Wo genau liegt da der Unterschied, dass bei anderen Flächen als Glas / Spiegel Nassklebeband nötig wird ??

Gruß
Sven


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"Wenn ich nicht malen kann, fotografiere ich, und was ich nicht fotografieren kann, werde ich nicht malen" (Man Ray)



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#5

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 09.01.2007 07:31
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hallo Sven,

ich muss gestehen, mich mit der Nassklebemethode nie auseinandergesetzt zu haben, da ich eine solch obskure Methode, dass Barytpapier mit recht kruden Mitteln zu trocknen, schlicht nicht ernst nehme. Die Ergebnisse mögen überzeugen. Ich mache sowas nicht. Zumal es weiß Gott einfachere Verfahren gibt, s.o.

Ich habe mir dann eben nochmal dies und das dazu durchgelesen. Ich habe jedoch überall nur Hinweise gefunden, die Nassklebemethode zur Trocknung Schichtseite nach oben anzuwenden. Das bedeutet keine Hochglanzbildung, hierbei trocknet die Schicht seidig auf, wobei sie einen leichten Glanzeffekt erhält. Von spiegelndem Hochglanz ist das weit entfernt. Klar ist aber, dass man das Papier befestigen muss, weil die Oberflächenspannung der Emulsion das Papier zusammenzieht, das ist der gleiche Effekt wie bei der Trocknung an der freien Luft. Beim Aufquetschen des Papiers auf den Spiegel - Schicht nach oben - würde es auch zu einem Wellen und Ablösen des Papiers kommen. Schicht nach unten aber nicht, weil die Oberflächenspannung der Emulsion wiederum das Papier zum Spiegel hinzieht und an diesem selbst die Trocknung vollzogen wird. Der Hochglanz kommt ja durch den permanenten Kontakt mit einer aalglatten Fläche während des gesamten Trocknungsprozesses zustande.

Gruß
Niko


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#6

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 09.01.2007 18:45
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Niko,

danke für die ausführliche Antwort. Dann werde ich, wenn ich denn meine ersten Versuche mit Barty unternehme und bis dahin kein Nassklebeband hab, einfach mal die Emulsionsseite nach unten auf die MDF-Platten quetschen und schauen, ob das funktioniert. Wenn nicht, kann ich mir ja immer noch Nassklebeband zulegen .

Gruß
Sven


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#7

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.01.2007 03:18
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hüstel, das würde ich unterlassen.

Du schriebst zwar, deine MDF-Platten seien glatt wie Androidenpopos, aber trotzdem bleibt da eine leichte Struktur, denke ich. Damit könntest du auch das Papier versauen. Ich merke aber an diesem Beitrag Deinerseits, dass bisher anscheinend auch ein Missverständnis herrschte, wie man überhaupt trocknen muss, um Hochglanz zu erzielen und wie man's macht, ohne Hochglanz zu erhalten. Ist das bis dato ersichtlich? Wenn nicht, wäre das ein guter Zeitpunkt, es zu klären, bevor Papier zu Schaden kommt. Das Fluchen kann man sich dann ersparen. ;-)

Gruß
Niko


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#8

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.01.2007 03:27
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

@ Niko,

ersichtlich war es auf jeden Fall. Hatte nur gehofft, das 1:1 auf MDF anwenden zu können


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#9

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.01.2007 03:34
von RLindner • Mitglied | 1.201 Beiträge

Also auf einer ollen Holzplatte funktioniert das nie und nimmer. In meinen Barythochtagen habe ich eine Kaiser-Trockenpresse benutzt, diese hat hoch glänzende Metallfolien für die Hochglanztrocknung, selbt geringste Kratzerchen sind mit aufs Bild gewandert.
Irgendwann war mir die ganze Sache zu blöd und ich habe nur noch mit der Schichtseite nach oben getrocknet.
Das ist ja keine Trocknung im eigentlichen Sinn, sondern so ähnlich wie beim Pudding kochen! Wenn Du den heißen Pudding auf einer Holzplatte, (egal jetzt wie "glatt" sie nun ist) auskalten lässt, wirst Du ein kostenloses Holzmuster auf dem Pudding haben,
giesst Du hingegen den heißen Pudding in ein Glas oder auf einem Spiegel aus, wird er spiegelglatt.
Geschmacklich wohl dasselbe, aber optisch nie und nimmer.
So ist es auch mit der aufgeweichten Oberfläche eines Puddingpap - äh Barytpapiers.
Mahlzeit.
Roland



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#10

RE: Die kalte Hochglanztrocknung von Barytpapieren

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.01.2007 03:40
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

In Antwort auf:
Geschmacklich wohl dasselbe, aber optisch nie und nimmer.

Wobei mir der Geschmack vom Papier eigentlich egal ist
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