#1

"Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 20:23
von Oli66 • Mitglied | 64 Beiträge

Hallo zusammen,
seit einiger Zeit hat mich das Virus „schwarz-weiss Fotografie“ befallen. Bevor ich mich an das Filmentwickeln heran mache, versuche ich mir Infos aus älteren Büchern bzw. aus Beiträgen hier im Forum zu holen.
Auch wenn ich mit meiner Frage sicher Spott ernte, möchte ich gerne folgendes wissen:
Was bedeutet bei einigen Filmentwicklern in der Beschreibung „Einmalentwicker“ z.B. bei Rodinal?
Bedeutet es, daß die Chemie 1x nach dem Ansetzen für nur einen Film benutzt werden kann?
Wenn nein.
Wie merkt man, daß der Entwickler nicht mehr richtig den Film entwickelt?

Danke für jede Antwort.


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#2

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 20:33
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Zitat von Oli66
Hallo zusammen,
seit einiger Zeit hat mich das Virus „schwarz-weiss Fotografie“ befallen. Bevor ich mich an das Filmentwickeln heran mache, versuche ich mir Infos aus älteren Büchern bzw. aus Beiträgen hier im Forum zu holen.
Auch wenn ich mit meiner Frage sicher Spott ernte, möchte ich gerne folgendes wissen:
Was bedeutet bei einigen Filmentwicklern in der Beschreibung „Einmalentwicker“ z.B. bei Rodinal?
Bedeutet es, daß die Chemie 1x nach dem Ansetzen für nur einen Film benutzt werden kann?
Wenn nein.
Wie merkt man, daß der Entwickler nicht mehr richtig den Film entwickelt?

Danke für jede Antwort.




"Einmalentwickler" ist der Begriff für eine stärkere Verdünnung eines auch als Mehrfachentwickler tauglichen Produkts. Zumeist schöpft man den Entwickler dabei nicht vollständig aus, hat aber stets ein frisches Entwicklerkonzentrat, das somit für gleichbleibende Ergebnisse sorgt. Sinvoll ist das u.a., wenn Du nur selten entwickelst und befürchtest, dass Dir ein angesetzter Mehrfachentwickler in der Zwischenzeit abranzt.

Du entwickelst nur einmal (einen oder mehrere Filme in der Dose) und kippst den Entwickler dann weg. - Somit stellt sich die Frage nach dessen Erschöpfung erst garnicht.

vG

Karl


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#3

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:08
von Gelöschtes Mitglied
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Rodinal ist ein typischer Enmalentwickler, der für mehrfache Verwendung überhaupt nicht geeignet ist. Unvedünnt nahezu unbegrenzt haltbar, hat es verdünnt nur eine sehr kurze Lebensdauer. Nach einmaliger Verwendung wird er "entsorgt". Das heißt bei Entwicklern und im Hobbylabor anfallenden kleinen Mengen normalerweise ab ins Klo und mit einer Ladzng Wasser nachspülen. Mit Fixierer darfst du das nicht machen, da die Silbersalze Gift für die biologischen Klärstufen sind. Also Fixierer immer sammeln und zur Schadstoffentsorgung bringen.

Bei Mehrfachentwicklern gibt es unterschiedliche Verfahren. Über Korrekturfaktoren für die Zeit bis zur Regenaration. Manche Entwickler sind sowohl für Ein- wie für Mehrfachverwendung geeignet. Ich benutze allerdings ausschließlich Einmalentwickler aus den von Karl genannten Gründen.

LG Reinhold


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#4

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:09
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Ja, das bedeutet, daß der Entwickler nur 1x verwendet wird. Manche Entwickler sind grundsätzlich Einmalentwickler (z.B. Neofin) und andere werden in höherer Verdünnung als Einmalentwickler verwendet (z.B. Ultrafin 1+6). Wegen der geringen Entwicklermengen, die verwendet werden, ist das auch nicht teurer als die Mehrfachverwendung. Es hat den sehr großen Vorteil, daß man immer konstante Verhältnisse hat und nicht mit mehr oder weniger zutreffenden Verlängerungsfaktoren rechnen muß. Ich verwende ausschließlich Einmalentwickler. Aber nicht jeder Entwickler kann als Einmalentwickler durch Verdünnung verwendet werden.

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
------
analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
meine HP http://jochen-b.de/


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#5

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:12
von Gelöschtes Mitglied
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Genauso ist es. Der Vorteil ist dabei, daß man sich keinen Film durch verbrauchten Entwickler versaut. Und da man bei den geradezu homöopathischen Verdünnungen von Rodinal jedes Mal nur ein paar Tröpfchen verbraucht, bekommt man aus so einem 500ml-Konzentrat-Fläschchen sehr viele Entwicklungen heraus. Das Konzentrat selbst hält sich lange, den verdünnten Ansatz sollte man hingegen möglich sofort verwenden.

Anders verhält es sich beim Fixierer, den kann man mehrfach verwenden. Beim von mir verwendeten Adofix nehme ich als Faustregel fünf Rollfilme innerhalb von drei bis vier Wochen, damit bin ich auf der sicheren Seite. Den Fixierer sollte man übrigens als Sondermüll entsorgen, wegen des gelösten Silbers. Daher ist es auch ganz gut, wenn nicht allzuviel davon anfällt.

Viele Grüße,
Nils

PS: Da habe ich zu langsam getippt...


zuletzt bearbeitet 02.08.2010 21:13 | nach oben springen

#6

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:19
von Gelöschtes Mitglied
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Dann gibt es noch sog. 2-Bad-Entwickler, manche sind für extrem viele Filme verwendbar ohne Korrektur oder Regeneration, wie z.B. Diafine. Der trockene Film saugt sich im ersten Bad mit Entwicklersubstanzen voll, die erst im 2. Bad aktiviert werden. Dadurch wird die Menge der aktiven Substanzen begrenzt, die Entwicklung stoppt, sobald sich die Substanzen aus dem ersten Bad verbraucht haben. Weitgehend emperatur- und zeitunabhängig. Feine Sache.


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#7

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:19
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Zitat von clickclackstart
Da habe ich zu langsam getippt...


Nicht nur Du :-)


Gruß
Jochen
------
analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
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#8

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:23
von Gelöschtes Mitglied
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Mit Adofix 1+9 kannst du Pi mal Daumen 10 Kleinbild- oder Rollfilme fixieren, auch hält es viiiieeeel länger als 3-4 Wochen. Verdünnt sicher 1 Jahr oder so. Stichwort "Klärtest" ;-) Als Konzentrat extrem lange haltbar, mehrere Jahre.


zuletzt bearbeitet 02.08.2010 21:25 | nach oben springen

#9

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grommi
Stichwort "Klärtest" ;-)



Ich weiß, ich weiß *duckundweg*

Klärtest oder Nummer Sicher, kannst Du Dir aussuchen...

Viele Grüße,
Nils


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#10

RE: "Einmalentwickler" - Was bedeutet das?

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.08.2010 21:44
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Zitat
Rodinal ist ein typischer Enmalentwickler, der für mehrfache Verwendung überhaupt nicht geeignet ist.


Hast Du es schon einmal ausprobiert? Ein zweiter Film sollte zumindest in den sschwächeren Verdünnungen noch machbar sein (war in den 'schweren Jahren' und in der DDR auch so angeben) und 1:10 entwickelte man damit seinerzeit in der Schale Papier und Photoplatten.

In vielen Fällen heißt Einmalentwickler meiner Meinung nach nur, daß man auf wiederholte Verwendung verzichtet, um konstatnte Ergebnisse zu gewährleisten. Es heißt aber nicht zwangsläufig, daß ein weiterer Film im gleichen Entwickleransatz absolut unmöglich ist. Die stärkere Verdünnung erfolgt dann in vielen Fällen eben aus Wirtschaftlichkeitsgründen. Die Einmalentwicklung erkauft man aber oft durch verlängerte Entwicklungszeiten gegenüber der Mehrfachverwendung in stärkerer Konzentration.

Mal ein praktisches Beispiel:

Ilford ID 11 (Pulverentwickler)

Wenn man eine Literpackung auflöst, so kann man den Entwickler entweder in seiner Stammlösung für mehrere Filme hintereinander (hier etwa 10) mit Verlängerungsfaktoren verwenden (Problem dabei übrigens, daß nicht alle Dosen gleich groß sind und man meist nicht die gesamte Lösung in die Dose schütten kann, was zu Abweichungen führt)oder man verdünnt ihn mit 1-3 Teilen Wasser und verwendet ihn als Einmalentwickler, indem man ihn jedes Mal nach einmaliger Verwendung weggießt. Die Haltbarkeit stärkerer Verdünnungen ist begrenzt, da das Schutzmittel, das den Entwickler vor Oxidation schützen soll, eben über Gebühr verdünnt wird.


gut Licht
Walter
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