#1

Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.02.2009 01:01
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hallo,

ich hab ja nun meine Duka neu eingerichtet und möchte demnächst neu durchstarten. Mein Kaiser VCP 6001 ist derzeit auf die MF-Maske mit 75er Objektiv umgerüstet. Jetzt stell ich mir eine grundsätzliche Frage:

es wird immer gesagt, KB solle mit einem 50er und MF mit einem 80er Objektiv vergrößert werden. Wenn ich ein (in meinem Fall)75er Objektiv und MF-Maske verbaut habe, kann ich aber doch auch KB damit abziehen. Warum sollte man dann überhaupt noch zurückrüsten, wenn man KB-Abzüge machen will? Worin liegt der Vorteil beim 50er Objektiv und KB?

Oder: warum wird nicht grundsätzlich die Kombi 80er Objektiv mit MF-Maske als Universalausstattung empfohlen statt 50er Objektiv bei KB?

Danke schonmal !!

Ciao Sven




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#2

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.02.2009 03:45
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Denke vor allem deswegen, weil man mit dem MF-Objektiv keine größeren Vergrößerungsmaßstäbe aufs Grundbrett zusammen bringt. Wenn man nicht allzu oft große Photos machen will, dann braucht man eigentlich kein zusätzliches 50mm-Objektiv.

Grüße
Bernhard


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#3

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.02.2009 22:33
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Um es ganz genau zu sagen, erreichst Du laut Anleitung zum 6001 mit dem 75er bei KB eine maximale Größe von 21x31 cm. Wenn Dir das reicht, dann brauchst Du kein 50er.

2 eventuelle Nachteile sind aber zu erwähnen:

Du mußt den Kopf sehr hoch drehen, was die Schwingungsgefahr erhöht und zu längeren Belichtungszeiten führt.

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
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#4

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2009 07:22
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hm... das ist wirklich sehr knapp, 21x31 cm wären mir auf Dauer doch ein wenig klein, auch wenn das größte, was ich verarbeiten kann, "nur" 30x40 cm sind.

Wenn ich umgekehrt ein 50er mit einem MF verwenden würde, heißt das, ich bekäme noch größere Maßstäbe hier drauf (bei gleich hohem Belichtungskopf)? Oder würd dann ein Teil des Negativs nicht mit abbelichtet?

Ciao Sven




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#5

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2009 08:16
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Die Folgen (5cm Objektiv bei 6x9) dürften im Normalfall ungleichmäßige Ausleuchtung, Randverzerrungen und eventuell sogar nicht vollständige Abbildung sein.

In Antwort auf:
Du mußt den Kopf sehr hoch drehen, was die Schwingungsgefahr erhöht und zu längeren Belichtungszeiten führt.



Die Belichtungszeit ist bei gleicher Blende allein vom Vergrößerungsmaßstab abhängig und wächst im Quadrat zu diesem.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 02.02.2009 08:27 | nach oben springen

#6

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.02.2009 00:29
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
In Antwort auf:
Die Belichtungszeit ist bei gleicher Blende allein vom Vergrößerungsmaßstab abhängig und wächst im Quadrat zu diesem.


Das heißt, ich muß mich korrigieren, das gilt strenggenommen nur im luftleeren Raum, die Raumluft verschluckt ja auch Licht, aber praktisch dürfte es vernachlässigbar sein - zumindest in unserem Bereich.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 03.02.2009 00:32 | nach oben springen

#7

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.02.2009 02:11
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Zitat von Photoamateur
Die Belichtungszeit ist bei gleicher Blende allein vom Vergrößerungsmaßstab abhängig und wächst im Quadrat zu diesem.


klingt eigentlich logisch... wenn man darüber nachdenkt. (Wenn ich ehrlich bin, fand ich Jochens Logik zuerst auch logisch ;-))


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#8

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.02.2009 03:41
von hambo • Mitglied | 106 Beiträge
Grundsätzlich ist es von der Qualität her sogar besser, KB mit dem 80 mm Objektiv zu vergrößern. Man nutzt von dem vorhandenen Bildkreis, der für 6x6 berechnet ist nur den Mittelteil aus, wo die Optik am schärfsten arbeitet.
Gegen die Verwendung der 6x6 Mischbox mit dem 50 mm Objektiv ist nichts zu sagen, meist ist es auch angenehmer weil man nicht die Lichtfülle hat, die zu unangenehm kurzen Belichtungszeiten führt. Abblenden ist da keine Hilfe, denn, es gibt die sogenannte "förderliche Blende", also etwa 3 Stufen unter Vollöffnung. Bei einer 2.8 Optik wäre das Blende 8. Blendet man weiter ab, nehmen Beugungsunschärfen durch die Blendenlamellen wieder zu. Alles nicht dramatisch, aber wer sauber arbeiten will, das Korn, so vorhanden, mit der Gabel aufpieken möchte, sollte dies bedenken.
Das 50 mm Objektiv für 6x6 verwenden geht nicht, oder nur in Ausnahmefällen. Der Bildkreis ist für die KB Diagonale berechnet, man sieht es schon auf dem Grundbrett, das volle 6x6 wird vom 50er nicht erfasst. Wenn große Auschnitte aus dem Mittelformat zu erstellen sind, kann man es natürlich machen, solange man den wichtigen Teil des Negatives etwa in der Mitte über der Optik plaziert. Anders sieht es aus, wenn man das seltene Glück hat hat, ein Weitwinkelobjektiv für 6x9 Plattenkameras zu finden. Hier ist die Berechnung so, daß das volle 6x9 Format ausgeleuchtet wird. Aus dem selben Grund könnte man auch mit der 80 mm Teleoptik der KB Spiegelreflex kein Mittelformat vergrößern, die ist eben auf KB Format grechnet und zeichnet nicht mehr aus.

Gruß Jürgen

zuletzt bearbeitet 03.02.2009 03:47 | nach oben springen

#9

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 21.02.2009 06:55
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge
Zitat von hambo
Grundsätzlich ist es von der Qualität her sogar besser, KB mit dem 80 mm Objektiv zu vergrößern. Man nutzt von dem vorhandenen Bildkreis, der für 6x6 berechnet ist nur den Mittelteil aus, wo die Optik am schärfsten arbeitet.


Hallo,

ich muss die Diskussion an dieser Stelle nochmal aufgreifen. Ich hatte in den letzten Wochen nur MF-Abzüge mit dem Rogonar-S 75mm f/4,5 gemacht, die waren alle herlich knackscharf.

Jetzt war ich heute in der Duka und habe KB-Negative abgezogen, hierfür hab ich auf mein vorhandenes Rodagon 50mm f/2,8 umgerüstet. Bei diesem Objektiv hab ich durchweg mit Blende 8 gearbeitet. Wenn ich mir jetzt die Abzüge anschaue (auf dem gleichen Papier, allerdings Agfa Neutrol statt Moersch SE6) bin ich aber doch enttäuscht - die meisten Bilder sind inhaltlich gut zu erkennen, um es mal so zu formulieren, aber keines ist wirklich richtig scharf. In beiden Fällen hab ich mit dem Paterson Kornsucher exakt scharfgestellt.

Das kann auch nicht nur an der Olympus XA-3 liegen, denn ich hab auch 2 Negative abgezogen, die mit dem EF 50/1,8 II und dem Tokina AT-X 100/2,8 an meiner EOS entstanden sind. Und ich glaub nicht, dass ich die alle nur verwackelt habe...

Ist mein Rodagon 50mm f/2,8 wirklich soooooo schlecht, insbesondere im Vergleich zum Rogonar-S? Oder liegt das nur am Vorsprung durch MF?

Gruß
Sven



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zuletzt bearbeitet 21.02.2009 06:57 | nach oben springen

#10

RE: Grundsatzfrage Objektiv

in Dunkelkammer & Entwicklung 21.02.2009 13:39
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge
Servus,


das Rodagon sollte ein 6 Linser sein, das Rogonar ein 4 Linser, (dem Namen nach zu urteilen) also sollte das Rodagon "eigentlich" das bessere Objektiv sein. Vielleicht bist Du wirklich nur vom Mittelformat verwöhnt...
Für ABzüge in gleicher Größe wird KB ja viel stärker vergrößert...
unter 8 facher Vergrößerung muss es wohl ziemlich egal sein, ob jetzt mit einem 4 oder einem 6 Linser vergrößert wird...
8fache Vergrößerung bei 6x6... sind dann so ungefäh 45x45 (wenn ich mich jetzt nicht irre...) Sagen wir, Du vergrößerst
auf 30x40, dann bist Du also mit Mittelformat noch in den Bereichen, in denen es kaum eine Rolle spielt, ob jetzt Rodagon oder Rogonar (oder Anaret:))
Bei KB sind wir da aber schon in Bereichen, in denen ein 6 Linser seine Stärken ausspielen kann, weil wir jetzt gut 12 mal vergrßern müssen, damit die kürzere Seite des Negativs auf 30cm vergrößert wird.
ALso: Auch wenn das Rodagon jetzt "an sich" besser sein sollte, als das Rogonar, ist es mMn bei der Kombination MF mit Rogonar immer noch einfacher knackscharfe Bilder zu produzieren. Überlegenes System.
Vielleicht so ähnlich wie bei einem Motor: Es ist wohl eine wesentlich leichtere Aufgabe einen 12 Zylinder-Motor mit 300 Ps zu bauen, als zu versuchen eine ähnliche Leistung aus einem 4-Zylinder Motor zu bekommen. MF hat einfach mehr Hubraum...

Grüße
Bernhard

zuletzt bearbeitet 21.02.2009 13:41 | nach oben springen






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