#1

Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 02:52
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hallo !!

Mein schwarzweißer Lieblingsfilm ist derzeit der Ilford FP4Plus. Da ich aber zur Zeit viele neue, qualitativ hochwertige Filme ausprobiere (auch im Farbnegativ- und Farbdiabereich), möchte ich auch in dem SW-Bereich mal weitere Filme testen. Bin aus Neugier jetzt mal bei Ilford vorbeigesurft, um mich mal über das Angebot an Filmen zu informieren.

Jetzt hab ich zum einen den PanF Plus (ISO 50/18°), zum anderen den Ilford Delta 100 Professional entdeckt. Beide scheinen sehr scharfe und kornarme Filme zu sein. Nur kommt von der Ilford-Seite nicht so recht klar rüber, welcher "besser" ist. Der Delta ist ein Profifilm, bei ISO 100 aber empfindlicher als der PanF Plus (Amateurfilm). Aber welcher ist schärfer ?? Welcher ist feinkörniger ?? Denn offensichtlich steht die ISO-Zahl nicht zwangsläufig für Feinkörnigkeit und Schärfe.

Einen bestimmten Einsatzbereich möchte ich für die Filme jetzt nicht festlegen.

Habt ihr Erfahrungen gemacht mit den beiden Filmen und könnt die direkt vergleichen ?? Auch was die laboreigene Weiterentwicklung angeht ??

Gruß
Sven



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#2

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 03:56
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge
Und hat schon jemand Erfahrungen gemacht mit dem Gigabitfilm ISO 40/17° gemacht (wird unter anderem über Versandhaus Foto Mueller verkauft)?? Dieser Film soll wohl der schärfste Schwarzweiß-Film weltweit sein und wird auch mit eigenem Entwickler geliefert. Aber taugt er tatsächlich was??

Gruß
Sven



zuletzt bearbeitet 22.02.2006 03:56 | nach oben springen

#3

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 20:43
von Horst
@ Sven,

Dein Eifer und Deine Begierde anch "neuem" in allen Ehren. Ich war damals auch so wie Du. Ich wollte alles testen, versuchen, probieren. Ein erfahrener Fotofreund ( 20 Jahre DUKA-Erfahrung), bremste mich dann runter und brachte mich wieder auf den Boden der Wirklichkeit. Dies war eigendlich ganz einfach. Er sagte komm mit zu mir. Dort zeigte er mir dann Bilder (30 x 40). Danach fragte er mich, ob ich wüßte mit welchem Film diese Bilder gemacht wurden. Ich sagte spontan, da sind mehrere Filme im Spiel, soviel Unterschiede in der Tonwertwiedergabe, das kann unmöglich ein einziger Film bewältigen. Er langte in eine Schublade und holte eine leere Filmdose heraus. Darauf stand: "Ilford Delta 100". Dazu muß ich aber sagen, daß dieser Fotograf nach dem Zonensystem arbeitet.

Er sagte, teste nicht ewig an irgendwelchen Filmen rum. Beschränke dich auf einen oder zwei Filme. Wenn Du diese "eingetestet" hast, wirst Du Bauklötze staunen wieviel Reserven diese Filme haben. Dabei ist es fast egal welchen S/W Film du benutzt. Die heutigen modernen Filmmaterialien ( abgesehen von Fortepan, ClassicPan, Efke und anderen Ramsch) stehen sich gegenseitig fast in nichts nach. Seit der Erfindung der T-Grain-Kristalle, werden die Filme immer feinkörniger. Dies trifft auch auf die anderen Eigenschaften zu.

Was ich damit sagen will: "Beschränke Dich auf eine Film - Entwickler-Kombination". Wenn Du diese im Griff hast, werden die Resultate immer besser. Weil Du weißt, wie Dein Material reagiert.

Zu dem Gigabifilm, kann ich Dir nichts sagen. Der ist mir als Standartfilm zu teuer. 6 - 8 Euroren für einen Film mit Chemie, daß ist ganz schön heftig. Dazu kommt, daß ich gehört habe ( weiß nicht ob dies stimmt), daß die Chemie für diesen Film nicht ganz unbedenklich sein solle.

Den Pan-F 50 ASA, habe ich schon mal versucht. mit diesem erzielst Du ganz gute Ergebnise. Die 50 ASA zwingen Dich aber fast ausschlieslich mit Stativ zu arbeiten ( man hat nicht immer Sonnenschein).

Der Delta 100, ist ein sehr guter S/W Film, mit hervorragenden Eigenschaften (T-Grain Kristalle), sehr schönen Tonwertumfang und die Lichter laufen, bei genauer Belichtung und Entwicklung auch nicht zu. Er bedarf aber ganz genauer Belichtung und Entwicklung. Er ist nicht umsonst in der Profi-Liga eingestuft. Ein klassischer Film für Zonisten.

Was die "Schärfe" eines Films betrifft. Ein Film ist immer nur so scharf, wie Dein bestes Objektiv.
Freilich kannst Du die Kantenschärfe eines Films erhöhen. Wenn Du ihn z.B. in RODINAL badest. Die geht dann aber wieder auf Kosten des Korns.

Mein Tipp:
Schieß Dich auf einen oder zwei Filme ein. Benutze immer den gleichen Entwickler. Arbeite immer in gleichen Arbeitsabläufen
Dann kommst Du sehr schnell zu zufriedenstellenden Resultaten.

Mann;- hab ich viel geschriben, Hi, Hi.

So long!
Horst


12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papst).



zuletzt bearbeitet 22.02.2006 20:48 | nach oben springen

#4

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 21:05
von Horst

@ Sven,

das klang fast "Schullehrerhaft".
War nicht meine Absicht. Es ist nur die Erfahrung eines guten Fotografen und meine eigene (wenige) Erfahrung.
Wie gesagt, es sollte icht als Belehrung gemeit sein.

Noch ein Tipp:
Versuch mal den T-Max 100. Das ist ein guter Film. Der verträgt auch mal ne Blende mehr oder weniger an Licht.
Läßt sich gut Entwickeln und auch Printen. Sehr schönen Tonwertumfang und schöne Spitzlichter. Der Film hat Potential. Habe selbst gute Erfahrungen damit gemacht.

Gruß Horst


12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papst).



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#5

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 22:22
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Horst,

das klang zwar "Schullehrerhaft", macht aber gar nichts!! Im Gegenteil, denn nur davon kann ich lernen. Du hast natürlich recht, man sollte nicht ständig zwischen vielen Filmen hin und herspringen, sondern sich auf bestimmte Filme einschießen. Aber gerade um mich auf einen Film, mit dem ich gut klar komme, einschießen zu können, teste ich derzeit einige Filme.

Zum Beispiel habe ich bisher im Farbnegativbereich überwiegend mit recht billigen Amateurfilmen gearbeitet. Jetzt teste ich den Fuji Superia Reala 100 (wenn er mir denn endlich mal geliefert wird ) und wenn der mich überzeugt, werde ich dauerhaft bei ihm bleiben. Denn die billigen Amateurfilme sind mir - für meinen persönlichen Geschmack - nicht farbintensiv genug.

Im Farb-Dia-Bereich ist's ähnlich. Bisher hatte ich den Fuji Chrome New Sensia 200. Der ist nicht schlecht. Trotzdem habe ich jetzt den Velvia 100F und den Velvia 50 besorgt. Ich lass mich mal überraschen, welcher von den beiden mich mehr überzeugt, und danach werde ich den Fuji Chrome New Sensia 200 dauerhaft bei schlechteren Lichtverhältnissen und einen der beiden Velvia-Filme dauerhaft als "super-Wetter-Film" oder mit Stativ bleiben.

Und genau da stehe ich jetzt auch bei den SW-Filmen. Ich habe bisher 3 Schwarz-Weiß-Filme gehabt. Einen "Profi DX 100", den mir mein Vater mal bei Brenner bestellt hat. Der war sehr gut, aber gibt es nicht mehr. Dann den Forte Fortepan 100, der war einfach nur mies.
Der Dritte war der Ilford FP4Plus. Der gefällt mir wirklich gut, aber bevor ich jetzt sage "bei diesem und nur bei diesem bleibe ich jetzt ewig", möchte ich halt noch einen oder zwei andere als Alternative testen. Beim FP4Plus oder einem anderen "Gewinner" bleibe ich dann dauerhaft.

Der PanF-Plus kommt wohl nicht in Frage, Du hast natürlich recht mit der Empfindlichkeitsproblematik. Ständig auf Stativ hab ich keinen Bock. Und der Bitfilm ist wohl wirklich nicht als Dauerfilm geeignet. Kämen aber noch der von Dir empfohlene T-Max 100 und vielleicht (aber wirklich nur vielleicht) der Delta 100 in Betracht.

Soll jetzt aber nicht so klingen, als hätte ich nicht ernst gemeint, was Du mir ausführlich erklärt hast !! Du hast mir mit Deiner ausführlichen Antwort sehr geholfen. Ich denke, in spätenstens zwei Monaten habe ich meinen Liebling in jeder Kategorie gefunden, bei dem ich dann auch bleiben werde, außer es sollte den irgendwann nicht mehr geben.



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#6

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 23:07
von Horst
.... genau da liegt das Problem. Einen meiner Lieblinge wird es bald nicht mehr geben. Den Agaf APX 100, Ich habe zwar noch Restbestände aber die gehen auch bald zu Ende.

Dann stehe ich vor demselben Problem. Was käme als alternativer Ersatz in Frage. Den KODAK PLUS-X, oder der FUJI ACROS 100, oder doch lieber den ROLLEI R3. Ich muß mir da dann auch mal Gedanken darüber machen.

So long !
Horst


12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papst).



zuletzt bearbeitet 22.02.2006 23:08 | nach oben springen

#7

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 22.02.2006 23:41
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Ich kenne leider keinen von den dreien, bei Rollei sagt mir noch nicht einmal die Marke etwas . Ich gehe mal davon aus, das sind SW-Profifilme ?? Und die Ilford Delta-Reihe kommt nicht mit in die nähere Auswahl ??

Siehste, das meinte ich in etwa. Es gibt so viele verschiedene Typen an SW-Filmen, die theoretisch als DERJENIGE in Betracht kommen könnten, auf den man sich einschießt, dass man zumindest ein oder zwei antesten muss, um sich für einen endgültig zu entscheiden. Denn auch wenn der Markt immer kleiner wird, gibt's ja immer noch eine gewisse Auswahl...

Und in der Verarbeitung im Labor gibt's bestimmt ja auch Unterschiede.



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#8

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 23.02.2006 00:37
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Hallo Sven,

ich finde daß der Pan F ein ganz interessanter Film ist, er ist recht scharf und sehr feinkörnig, er eignet sich ausgesprochen gut, enn man stark vergrößern will oder muß.
Der Delta ist etwa genau so feinkörnig, er hat aber einen relativ geringen Entwicklungsspielraum, außerdem wirken Flachkristall-Filme subjektiv immer etwas matschig.
Ein anderer guter Film ist der Kodak-Plus-X, am günstigsten als 10er-Pack bei Foto Mayr http://www.fotomayr.de/webkat98/index_flm.htm zu 2,99 das Stück (ich mache keine Werbung,der Film ist aber anderswo jenseits der 3,50 zu kalkulieren).
Entgegen Horst bin ich von den Efke-Filmen (KB 25 und 50)begeistert (der 100er ist ein bisschen grobkörnig, den muß man nicht unbedingt benutzen), die Filme liefern eine wunderbare Tonalität und eine harmonische Bildstimmung Wolken zeichnen sich gut ab, falls Du den mal testen willst, gebe ich Dir ein paar Tips zur Entwicklung.

Photoamateur



zuletzt bearbeitet 23.02.2006 00:41 | nach oben springen

#9

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 23.02.2006 00:49
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Sven,

Brenners Profi 100, war Agfa APX 100, der besagte fotomayr, hat da Tura P100 Restbestände das ist dann auch so eine Alternative, aber ich würde keine APX-Filme mehr kaufen, lange wird es die nicht mehr geben.

Photoamateur

PS: Ich werde mal eine Auflistung der in Deutschland verfügbaren Schwarzweiß-Filme machen (Originalprodukte und vielleicht ein paar Handelsmarken, wo ich es sicher weiß)



zuletzt bearbeitet 23.02.2006 00:50 | nach oben springen

#10

RE: Ilford PanF Plus vs. Ilford Delta 100 Professional

in analoges Fotozubehör 23.02.2006 00:51
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge
Hm... jetzt habe ich wirklich ein Problem , und zwar welchen guten Alternativfilm zum FP4Plus ich mir anschauen soll. Ich bin verwirrt. Ich fasse mal zusammen, hier sind jetzt folgende Bezeichnungen gefallen:

- Ilford Pan F: pro - scharf und feinkörnig; contra: kommt schnell an Lichtgrenzen
- Ilford Delta 100: pro - feinkörnig; contra: offensichtlich nicht sehr gutmütig in der Entwicklung
- Kodak T-Max 100
- Kodak Plus-X 125
- Fuji Acros 100
- Efke 25/50: pro - offensichtlich scharf und feinkörnig; contra: kommt schnell an Lichtgrenzen, hier offensichtlich umstritten
- Rollei R3

Grundsätzlich gebe ich Horst recht, dass man nicht zu viele Filme durcheinander (oder nacheinander) testen soll, sondern sich eher auf einen bestimmten einschießt... aber welche kommen als Alternative nun für mich in Frage ?? Welchen sollte ich nun testen, um nicht alle durchzujagen??

Grundsätzlich möchte ich meine Arbeitsrichtung nicht einschränken, da ich Spaß daran habe, alle möglichen Motive vor die Linse zu bekommen. Ich mache zwar gerne Portraits jeglicher Art (bald auch mit Studioblitzanlage), aber das soll's nicht nur sein.



zuletzt bearbeitet 23.02.2006 00:55 | nach oben springen






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