#1

Vergessene Farbfilmmarken

in analoges Fotozubehör 22.07.2006 06:01
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hallo,

auch wenn wir es uns heute angesichts eines Filmverkaufsregals mit aktueller Produktion kaum mehr vorstellen können: Der Farbfilmmarkt war nicht immer aufgeteilt unter Kodak, Agfa, Fuji und Sakura. Es gab auch etliche Kleinunternehmen, die ein Stück des lukrativen Kuchens wollten, gerade in der Zeit des beginnenden Farbfilmbooms, so gegen Mitte - Ende der 50er Jahre.
Da gab es Handelsmarken wie Hauff und Kranz, die Gevaert oder Perutz zukauften, aber auch Tellko aus der Schweiz, Oriental aus Japan oder Valcolor aus Spanien. Grund genug, sich in loser Folge mal mit einigen zu beschäftigen.
Um letztgenannten soll es heute gehen. Ich erwarb vor einiger Zeit in einem hinreichend bekannten Onlineauktionshaus einen ganzen Stapel Prüfberichte von Konkurrenzfilmmaterialien aus den Agfa-Labors. Evidenz für das Dasein ebays als Fundgrube für alles. Darunter fand sich auch eine Mappe mit umfangreichen Testergebnissen und Prüfberichten über Valcolor-Negativmaterialien, hergestellt von Valca aus Spanien. Prospekte dazu sind auch vorhanden.
Es handelt sich um einen unmaskierten Farbnegativfilm mit 14, später 17/10°DIN. Eher biederer Durchschnitt also. Die Messdiagramme attestieren ihm keine sonderlich guten Farbwiedergabefähigkeiten und die Gradation reißt einen auch nicht vom Hocker, also tatsächlich nichts besonderes. Zumal die Alterungserscheinungen immens sind. Nicht nur bei den Abzügen, sondern auch bei den Negativen kann man Farbverschiebungen ausmachen. Interessant. Über das Schicksal von Valcolor ist mir leider nichts weiter bekannt außer der Tatsache, dass sie irgendwann scheiterten und vom Markt verschwanden. Interessant ist es aber, wenn man bedenkt, dass dieser Film damals schon dem Agfacolor-Material, zu dem Vergleichsmessungen vorliegen, und dem Kodacolor-Material deutlich unterlegen war, aber dennoch einen kleinen Marktanteil (zumindest temporär) für sich verbuchen konnte, wobei über den Preis nicht viel gelaufen sein dürfte, schließlich war der Film hier nur als Importware erhältlich und damals waren Transporte noch nicht so günstig zu realisieren wie heute.
Hat jemand noch Erfahrungen mit Valcolor sammeln können oder Erinnerungen an das Material?

Niko


In der räumlichen Askese zeigt sich das Wesen des Sammlers.



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#2

RE: Vergessene Farbfilmmarken

in analoges Fotozubehör 22.07.2006 06:31
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Niko,

ich hab mich mit dem Thema auch schon befaßt, vielleicht werde ich später hier noch ein bißchen mehr schreiben, aber für mich ist es relativ klar.
Ein Agfacolor CT 18 aus Levrkusen kostete DM 13,50, ein Agfacolor Umkehr Ultra T aus Wolfen "nur" 8 DM, jetzt nimm mal an, der Valcolor wäre für 6 oder 7 Mark verkauft worden, dann hätte er sicher Käufer gehabt, soviel teurer als heute war das auch nicht eine Zugladung von Spanien nach Deutschland zu transportieren und die Gewinne an Farbfilm waren immens.
Es kommt noch etwas dazu, Farbfilm war kanpp, weil eher zu wenig als zu viel produziert wurde, deshalb führte auch die Agfa West teilweise DDR-Farbfilm ein, um den Fehlbedarf auszugleichen, regulär hätte der aus Markenrechtlichen Gründen gar nicht eingeführt werden können.



zuletzt bearbeitet 22.07.2006 06:32 | nach oben springen

#3

RE: Vergessene Farbfilmmarken

in analoges Fotozubehör 22.07.2006 06:35
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Vielleicht interessiert es dich ja, es gibt noch kleine Farbfilmhersteller, da wären meines Wissens u.a. Svema aus der Ukraine, Azomures aus Rumänien und eine Filmfabrik in Nordkorea, die stellen allerdings Kinofilm her,bzw. ist über den letzten ist so gut wie nichts bekannt.

gut Licht

Photoamateur



zuletzt bearbeitet 22.07.2006 06:35 | nach oben springen

#4

RE: Vergessene Farbfilmmarken

in analoges Fotozubehör 22.07.2006 06:54
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hallo Photoamateur,

das ist sicherlich richtig, Farbfilme waren damals extrem teuer. Ein 36er Kodachrome kostete 1957 nach einer alten Preisliste 22,95DM, also immens viel, auch wenn die Entwicklung inkludiert ist. Der Preis könnte ein Merkmal sein, aber ich bin mir darüber noch nicht ganz im Klaren, ich muss nochmal in dem Bericht nachlesen, möglicherweise ist da ein Preis pro 36er Patrone genannt.

Niko


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