#21

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 19:29
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Zurück zur Ausgangsfrage:

Ick kenne keinen 6x9 Vergrößerer, den ich mir in einer temporären Dukelkammer antun wollte. Weder der Magnifax von Meopta noch ein Krokus würden mir da Freude bereiten, obgleich ich beide eigentlich mag.

Selbst der Durst 601 (6x6) wäre mir für das ständige Auf- und Abbauen zu mühsam, es sei denn ich hätte ihn mittels Vegawall an der Wand befestigt und würde nur den Kopf regelmäßig an- und ab bauen.

Ich glaube auch, das es eine Wunschvorstellung ist, samstags die Dunkelkammer aufzubauen und dann fünf bis sechs Stunden "am Stück" zu arbeiten. Meist dauern solche Dunkelkammer-Einsätze drei bis vier Stunden und wenn dann eine ganze Stunde für Auf-, Abbau, Reinigen und Verdunkeln aufzuwenden sind, wird die Freude nicht lange andauern.

Für 6 x6 habe ich unter anderem einen Durst F60, ein Einsteiger-Gerät aus den 70ern, das die Säule des M600 (nicht M601) hat und im Aufbau dem F30 entspricht. Das Gerät hat eine glaslose Bildbühne für 6x6 und Einlagen für 24x36. Ich besitze den 75mm Kondensor, der beide Formate ausleuchtet. Eine Filterschublade für Multigrade ist auch vorhanden. Genau dieses Gerät wäre in einer temporären Dunkelkammer meine Mittelformat-Wahl. Für Kleinbild wäre es der Durst M301 mit CLS 35.

Karl


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#22

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 20:10
von carlitopix • Mitglied | 78 Beiträge

Vielen Dank erstmal für eure vielen Infos.

Nochmal kurz zusammengefasst.

6 x 9 ist raus.

Wie der Anteil KB und Mittelformat bis 6 x7 sein wird, kann ich noch nicht sagen. Ich sage mal 70% KB und 30% Mittelformat.

An der Tatsache, dass das Bad klein ist, ich sonst auch keine andere Möglichkeit habe die ganze Sache stationär unterzubringen bin ich halt gezwungen das Zeug morgens auf- und nachmittags abzubauen. Sehe ich auch keine Probleme.

Da wie oben beschrieben ein Vergrößerer für 6 x 9 erheblich größer ist, nochmal die Frage, ob es auch einen Unterschied zwischen 6 x 6 und 6 x 7 macht. Oder ist das egal?

Danke!


CarlitoPix
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#23

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 20:36
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Ich besitze keine 6x7 Kamera (und kann mit diesem Format auch nichts anfangen), also habe mich mich nie wirklich um entsprechende Vergrößerer gekümmert. Grundsätzlich gibt es 6x7 Vergrößerer als "aufgebohrte" 6x6 Vergößerer, wie z.B. den letzten Opemus von Meopta oder als "abgespeckte" 6x9 Vergrößerer. Der Opemus ist der einzige mir bekannte Vergrößerer, der ähnlich kompakt ist, wie die 6x6 Vergrößerer des gleichen Herstellers. Bei Durst sind die 6x7 tauglichen Geräte schon deutlich "größer" als die 6x6 Geräte, wobei für mich die 6x6 Geräte von Durst zeitlich beim 605 aufhören!

Es gibt jedoch auch den Durst M670, der 6x7 kann.

Vielleicht können Dunco- und Kaiser-Fans zu den Geräten dieser Hersteller mehr sagen, ich habe mich mit diesen Marken das letzte Mal in den 80ern beschäftigt und sie haben mich damals nicht überzeugt.

Karl


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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 20:40 | nach oben springen

#24

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 21:42
von Hans Wöhl • Mitglied | 1.172 Beiträge

Zitat von carlitopix im Beitrag #22

Wie der Anteil KB und Mittelformat bis 6 x7 sein wird, kann ich noch nicht sagen. Ich sage mal 70% KB und 30% Mittelformat.



Mein Tip wäre, wirklich zwei Vergrößerer zu nehmen. Ich habe einen Durst M300, der ist wie die anderen Geräte dieser Serie so kompakt, dass ich schon ernstlich überlegt habe, den mit in den Urlaub zu nehmen. Beim Fine-Art-Forum in Paderborn hatte so einen auch jemand unterm Arm geklemmt mitgebracht. Dazu ein Satz kleine Schalen für 13x18 oder 18x24 Abzüge und es lohnt sich auch mal die Duka spontan für einen Nachmittag aufzubauen. Evtl. reicht es dann auch mal nach Ende der Sitzung alles auf die Grundplatte des Vergrößerers zu schieben, so dass der Vergrößerer über Nacht halb aufgebaut stehen bleiben kann.

Den 6x7 Vergrößerer kannst du dann aufbauen, wenn du wirklich Zeit hast und besondere Abzüge anfertigen willst.

Da man KB-Vergrößerer für kleines Geld bekommt, spricht auch finanziell nichts gegen die Lösung. Letztens hätte ich für 10Euro einen wirklich gepflegten Durst F30 auf einem Flohmarkt mitnehmen können.


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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 21:45 | nach oben springen

#25

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 21:45
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Zitat von carlitopix im Beitrag #22
nochmal die Frage, ob es auch einen Unterschied zwischen 6 x 6 und 6 x 7 macht.

Das mit den abgespeckten 6x9 Geräten kann sein bei Durst.

Aber mal andersrum:

Bei Durst ist es für jedes Format ein anderes Gerät. KB ist deutlich kleiner als Rollfilm und 6x6 kleiner als 6x7 oder 6x9. Deshalb kann man da mit einem kleineren und leichteren Modell anfangen, wobei die Säule eventuell ein Knackpunkt ist, der sich nicht verbessern läßt. Für Rollfilm müßte man dann einen neuen Vergrößerer haben. Natürlich kann man mit einem Rollfilmvergrößerer auch KB verarbeiten. Mit anderen Worten: wie Hans schon sagte, kannst Du mit einem Durst schon zu einem Drittel des Gewichts einsteigen, mußt aber später neu kaufen, falls Du es wirklich zu einer 6x7 bringst. Und ob Du 2 Geräte unterbringen kannst .... In meiner Wohnung wäre das unmöglich, es sein denn, ich stelle einen ins Wohnzimmer.

Bei Kaiser Serie-V ist das alles modular aufgebaut. Der eigentliche Vergrößerungskopf ist von KB bis 6x9 der gleiche. Deshalb ist das da auch kein spürbarer Gewichtsunterschied. Nur der Kondensor im Kopf ist unterschiedlich groß. Die Einstiegsgeräte sind in der Grundausstattung lediglich mit einer einfacheren Säule ausgestattet, was den Kohl aber nicht wirklich fett macht und auch umgerüstet werden kann.

Bei Dunco gibt es nur einen einzigen Typ, zu dem es 3 verschiedene Säulen gibt. Da macht es also garkeinen Unterschied. Auch die 90-cm-Säule ist für große Formate gut geeignet. Nur wenn man noch stärker vergrößern will, braucht man eine längere und stabilere Säule. Aber die mittlere 1,20 m lange Säule wäre mir schon viel zu lang/hoch. Muß man das ja auch handhaben und unterbringen. Auf einem normalen Tisch kommt man mit Grundbrett ja schon auf 2 m Höhe. Über Stabilität braucht man bei einem Campingtisch dann garnicht nachdenken. Aber ich fürchte, daß der auch schon überfordert ist, wenn der Kopf "nur" 90 cm hochgefahren wird.

Wenn Du Dich auf den Tisch stellen kannst und noch ein wenig rumtänzeln, ohne daß der Tisch sich mitbewegt, dann ist er für ein 6x7 Gerät geeignet, sonst nicht, denn auch die stabilste Säule schwingt, wenn sich der Tisch bewegt. Wie ich schon sagte, benutze ich einen alten fahrbaren Computertisch aus Stahrohr mit so resopalbeschichteten Platten. Den kann ich in sich garnicht bewegen. Besonders praktisch ist der Tastaturauszug, weil man da schön Papier und anderen Kram unterbringen kann, ohne neben dem Tisch noch Platz zu brauchen. Und natürlich kann man die ganze Chose nach getaner Arbeit einfach in die Abstellecke rollen.


Gruß
Jochen
------
analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
meine HP http://jochen-b.de/


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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 21:52 | nach oben springen

#26

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 22:16
von carlitopix • Mitglied | 78 Beiträge

Ok, wenn ich mir eure hilfreichen Tipps so durchlese, tendiere ich zu 2 Geräten.

Ist wohl wirklich sinnvoll mit einem Gerät für KB anzufangen um mit der Materie vertraut zu werden.

Sollte der eine oder andere dafür ein paar Tipps haben, wäre ich sehr dankbar. Dann kann ich mal die einzelnen Teile in der Bucht unter die Lupe nehmen.

Wusste nicht, dass es ein Fine-Art Forum in Paderborn (meine Geburtsstadt) gibt. Werde ich auch mal recherchieren, da ich in nächster Zeit da meine Eltern besuche.

LG


CarlitoPix
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#27

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 22:31
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Um den beengten Platzverhältnissen einer temporären Dunkelkammer in einem kleinen Bad Rechnung zu tragen, wäre noch Folgendes anzumerken:

In nahezu allen Fotobüchern, die sich mit der Einrichtung einer Dunkelkammer befassen, sieht man eine Badewanne mit einem Brett darauf, auf dem drei bis vier Schalen nebeneinander aufgebaut sind. In einer Dusche klappt das nicht! Mitunter sieht man Gestelle, in denen man die Schalen übereinander stellt - davon halte ich wenig.

Man kann jedoch recht komfortabel in einer einzigen Schale Bilder verarbeiten. (Single Tray)

Die Idee stammt aus Zeiten der Trommelentwicklung. Man besorgt sich mehrere Mensuren/Messbecher und füllt die Chemie im Wechsel nacheinander ein. (Ich denke, die Vorgehensweise ist bekannt)

Der Platzbedarf ist minimal und die Becher gibt es auf Online-Plattformen sehr günstig. Das Wässern kann in einem gesonderten Gefäß erfolgen. Gerade in einer temporären Dunkelkammer würde ich diese Arbeitsweise bevorzugen. Für einen "hohen Durchsatz" ist diese Methode allerdings nicht geeignet.

Optimal (und tageslicht-tauglich) klappt das mit der Agnekolor Color Wedge oder dem Paterson Orbital Processor aber es funktioniert auch mit konventionellen Laborschalen.

Artikel in englischer Sprache hierzu

Karl


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#28

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 22:31
von Hans Wöhl • Mitglied | 1.172 Beiträge

Ich halte es für sinnvoll mit KB anzufangen. Der Aufwand ist geringer. Es ist nicht so ein Angang alles aufzubauen. Gerade am Anfang ist eine gewisse Frustrationstoleranz wichtig. Hat man einmal Blut geleckt, tut man sich auch großen Aufwand an oder man stellt fest, es macht doch nicht so viel Spaß, hat man nur eine kleine KB-Ausrüstung.

Letztlich ist es eh sinnvoll seine Ausstattung aus mehreren Dukas zusammenzustellen. Einzelkauf geht allein wegen des Portos ins Geld. Von daher bietet sich an, einmal eine Duka mit KB-Vergrößerer und eine mit 6x7 zu kaufen und ggf. nicht benötigtes Zubehör wieder zu verkaufen. Ich habe die Duka meines Vaters geerbt und als ich feststellte, was mir noch so fehlt, bin ich auf dem Sperrmüll über eine Duka-Ausstattung gestolpert, wo das meiste fehlende dabei war. Nur noch ganz weniges wie den Trialux habe ich einzeln nachgekauft.


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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 22:33 | nach oben springen

#29

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 22:48
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Der Durst M305 hat schon eine ordentliche Säule.

3 Schalen für die angedachten A4 Bilder also ca. 20x30 bekommt man auch in einem sehr kleinen Bad noch untergebracht, ich jedenfalls. Größere Formate werden in der Trommel entwickelt. Trommeln und Roller bekommt man auch sehr günstig, wenn man ein wenig Geduld hat.

So, jetzt kommt der nächste Diskussionspunkt :
Opallampe oder Farbmischkopf???
"Natürlich Opallampe und Kondensor" höre ich die SW-Freaks schreien. Aber macht das bei den zunächst angedachten Formaten wirklich einen Unterschied (Schärfe, Korn)? Ist es nicht vielleicht gerade für einen Anfänger besser, flexibel zu sein mit der Gradation bzw. sich die Filterei sparen zu können? Die Meriten mit festgraduiertem Bary kann man sich später immer noch verdienen, wenn man nach den ersten 100 (vermutlich mehr) Vergrößerungen die Sache im Griff hat. Teurer sind die Geräte mit Farbmischkopf jedenfalls nicht wirklich. Und umrüsten kann man die später eigentlich alle.


Gruß
Jochen
------
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#30

RE: Durst Vergrößerer. Aber welcher?

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.04.2016 23:10
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Zitat von bilderknipser im Beitrag #29
Der Durst M305 hat schon eine ordentliche Säule.

3 Schalen für die angedachten A4 Bilder also ca. 20x30 bekommt man auch in einem sehr kleinen Bad noch untergebracht, ich jedenfalls. Größere Formate werden in der Trommel entwickelt. Trommeln und Roller bekommt man auch sehr günstig, wenn man ein wenig Geduld hat.


Zur Trommelentwicklung:

Günter Spitzing hat das ab Mitte der 70er Jahre auch für Schwarz/Weiß propagiert, teilweise mit vorgeheizter Chemie zur Prozessbeschleunigung.

Ich habe mehrere Ciba-Trommeln in beiden Größen und den dazugehörigen Agitator - Spaß macht es mir bei PE-Papier nicht, so dass ich nur große Formate in PE-Papier damit verarbeiten würde. - Und Baryt-Papier in der Trommel geht garnicht.


OFF TOPIC:

Offenbar liebst Du es noch immer, zu jeder persönlichen Meinung anderer Forenten Deinen Kommentar hinzu zu fügen..... Die Folgen im Hinblick auf die Anzahl aktiver Forenten solltest Du doch zwischenzeitlich zur Kenntnis genommen haben. Ich gebe hier meine Erfahrungen aus 40 Jahren wieder um anderen damit zu helfen. Weder bin ich an Glaubenskriegen über Geräte/Verarbeitugstechniken interessiert noch benötige ich zu jedem meiner Beiträge etwas hiervon:


Senf


Karl


zuletzt bearbeitet 29.04.2016 23:11 | nach oben springen






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