#1

Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 08:12
von Smena-8 • Mitglied | 454 Beiträge

http://www.freestylephoto.biz/holga-ceases-operations

Wie auch immer man zu dem Teil steht – wieder ein analoges Gerät weniger.

Wer noch eine will, sollte sich sputen.

Viele Grüße
Nils


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modern life is rubbish
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#2

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 09:10
von Daniel • Mitglied | 2.258 Beiträge

Betrifft das jetzt nur die Holgas oder auch Dianas & Co.? Ist jetzt die ganze Lomo-Gesellschaft am Ende?

Daniel


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#3

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 09:36
von Smena-8 • Mitglied | 454 Beiträge

Lomography ist und war nicht der Hersteller der Holga (sonst wäre die wahrscheinlich auch teurer gewesen *g*). Aber eben dieser Hersteller hat jetzt wohl damit aufgehört, welche zu bauen.

Daß sich Lomography das Ganze nicht gesichert hat, wundert mich allerdings. Vielleicht waren schon vorher Tatsachen geschaffen.

Viele Grüße
Nils


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modern life is rubbish
zuletzt bearbeitet 01.12.2015 09:37 | nach oben springen

#4

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 14:07
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Sorry, aber ich habe das gnze Trara um billigst produzierte Plastik-Kameras aus China nie verstanden. Mit etwas Geschick kann man für wenig Geld ein Agfa Isoly, Click oder Clack bzw. Box, eine Bilora Bella oder eine Felicia auf jedem Flohmarkt bekommen oder im Nachlass der lieben Verwandten finden. Die sind allesamt werthaltiger als die Holga Kameras. Zumindest muss ich meine Exemplare nicht mit Klebeband gegen Lichtlecks abdichten. Auch eine Pouva Start, die ich geschenkt bekam, ist deutlich besser, als alles, was ich von Holga und Diana jemals gesehen habe.

Ich habe auch nicht verstanden, warum einige "Lomographen" Zorki 4- und Zenit E-Kameras bzw. die Lubitel 166 bei der Lomographischen Gesellschaft zu "stark überhöhten" Preisen gekauft haben, obgleich ich diese Kameras ( bis auf die Lubitel) selbst besitze und mag.

Den "lomographischen Gedanken" empfinde ich als heilsam gegenüber dem ganzen "Flaggschiff Kult", mit dem die "Nachgeborenen" unter Ausnutzung des rapiden Preisverfalls für Analog-Geräte ihr mangelhaftes potografisches Könne kompensieren. Die Preigestaltung für lomographische Produkte habe ich seit je her als Unverschämtheit empfunden.

Karl


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#5

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 21:59
von Smena-8 • Mitglied | 454 Beiträge

„Jeden Tag steht ein Dummer auf“ – marketingtechnisch scheint Lomography ganz weit vorne zu sein, ansonsten ist es nicht zu erklären, daß da Leute zu diesen Preisen Kameras kaufen. Als Sammler von Box- und Einfachkameras weiß ich natürlich auch, was man schon für 1 Euro plus Versand an schönen Sachen bekommen kann. Lubitels habe ich übrigens drei Stück, keine hat überhaupt nur 30 Euro gekostet, die Wiener wollen zehnmal so viel dafür, zu dem Kurs bekommt man aber schon eine gute Rolleiflex. Wenn alles richtig justiert ist und man den Umgang mit so einer Kamera beherrscht, macht die Lubi übrigens klasse Fotos, ich nehme sie gern, weil sie nur halb so viel wiegt wie eine Rolleicord. Bis auf die etwas zerbrechliche Ausführung kann man ihr eigentlich keinen Vorwurf machen. Meine schönsten Aufnahmen der letzten Jahre habe ich ausgerechnet alle mit einer der Lubitels gemacht, man muß sich halt etwas Mühe geben und nicht mit einem falsch justierten Exemplar aus der Hüfte schießen ohne die richtige Belichtung einzustellen. Selbst die Smena ist besser als ihr Ruf.

Aber zurück zur Holga, die verorte ich nämlich anders: Die Holga ist vor 35 Jahren als chinesische Volkskamera auf den Markt gekommen (das zeigt nebenbei auch, wie spät sich das Reich der Mitte überhaupt zur Industrienation entwickelt hat, die haben damals auch noch Blechspielzeug wie hierzulande in der ersten Hälfte des 20 Jh. hergestellt). Sie gehört daher für mich in die Reihe – auch wenn sie schlecht ist und als Volkskamera selbst im damaligen China nicht gut ankam. Sie blieb nur im Zuge des Lomography-Hypes so lange auf dem Markt, es hätte auch anders kommen können, dann wäre sie hierzulande vielleicht völlig unbekannt geblieben und eine Sammler-Rarität.

Dennoch war sie die letzte als Volkskamera konzipierte Rollfilmknipse. Nebenbei: Die wunderbare Felica lief in Indien noch bis 1985!

Und deshalb habe ich auch eine Holga, mit Blitz, sie hat damals nagelneu inklusive Versand aus Hong Kong keine 20 Euro gekostet.

Auch echte Toycameras finde ich interessant, also nicht die neuen für 50-80 Euro und mehr von Lomography, sondern die Originale, die man früher an der Losbude auf dem Jahrmarkt bekommen hat, z.B. meinen echten Diana-Klon namens Anny aus dem Hong Kong der 60er (dagegen ist die Holga noch fast eine Hasselblad) oder die Empire Baby, die so wirkt, als hätte ich sie aus einem Überraschungsei geholt. Aber die sind echte Kinder ihrer Zeit, daher fotohistorisch interessant.

Der Lomography-Hype kommt mir auf dem Gebiet der Kameras als ausgesprochener Fan der Volkskameras ausgesprochen seltsam vor, meine Herangehensweise war immer eher, mit wenig Kamera viel Bild herauszubekommen, nicht möglichst viel Geld für möglichst schlechte Kameras auszugeben. Bei der Holga muß man halt schauen, wofür man sie nimmt, für expressive Partybilder oder experimentelle Lichtmalereien kann man sie z.B. durchaus sinnvoll benutzen, auch wenn sie dafür eigentlich nicht gedacht war. Sie gehört aber zu meinen seltener benutzten Fotoapparaten.

Und Lomography hat immerhin wieder 110er Filme auf den Markt gebracht, das rechne ich ihnen hoch an.

Viele Grüße
Nils


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modern life is rubbish
zuletzt bearbeitet 01.12.2015 22:00 | nach oben springen

#6

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 23:14
von kwm • Mitglied | 209 Beiträge

Als chinesiche Volkskamera für wenig Geld ist die Holga völlig o.k. Bernd Daub hat gezeigt, was man aus dieser Kamera alles heraus holen kann. Erinnert mich an die Zeit, in der ich mit einer Agfa Synchrobox meine ersten Bilder machte. Solche Sachen mache ich immer noch gerne.

Die Diana entspricht wohl weitestgehend der Agfa Isoly, die ich habe und hin und wieder benutze.

Ich habe auch eine Rezezky TLR gebastelt und damit Spaß gehabt. Nur habe ich die nicht beim Franzis-Verlag sondern in Hongkong für unter 10 € bestellt. (darin enthalten auch noch ein CN-Film und die Versandkosten)

Bei den Lubitels mag ich das Modell 2, habe aber noch keins gefunden, dass mir passt. Dafür habe ich vor ein paar Wochen eine Rolleicord III für 15,00 € bekommen und nochmals 15,00 € in die Reparatur investiert. Vielleicht setze ich da noch die sogenannte Oleson - Scheibe (Rick Oleson) hinein, die man in China für 18,00 € bekommt und die eigentlich wohl eine Seagull-Scheibe ist. - Wo wir gerade dabei sind: Meine Seagull 4A.-103 habe ich 1982 für 80,00 DM gekauft. Sie funktioniert bis heute wunderbar! Wenn ich die heutigen Preise sehe, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln. Teilweise sind die Dinger mittlerweile teuerer als eine Yashica D (??!)

Einziger Anlass meiner Kritik sind die Menschen, die diese Kameras völig überhöht haben - und (aus meiner Sicht) ihre mangelnden Kenntnisse der technischen und handwerklichen Fähigkeiten über diese Produkte zur Psudo-Kunst erhoben haben indem sie die häufig miserablen Ergebnisse dann zu Unrecht auf die Kamera geschoben haben bzw zum "Style" erhoben haben.

Karl


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#7

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 01.12.2015 23:57
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo,
ich gehöre nicht zu den "Nachgeborenen", ich kam mit der Exa zu Spiegelreflex (die ich mir vom Lohn für Ferienarbeit als Schüler leistete) und zwei Jahre später mit der Rolleicord zur Zweiäugigen und damit zum Mittelformat. 80% meiner Dias in Jahrzehnten entstanden aber mit der SL66.
Holga ist für mich "irgendwas".
Bedeutung hat die Lomography für mich lediglich in ihrer Auswirkung auf die Herstellung von Film.
Ohne sie wären wir schon woanders und das sollte nicht vergessen werden.


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#8

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 02.12.2015 00:36
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Ich bin nicht sicher, ob das auf Film wirklich eine nennenswerte Auswirkung hat/hatte. Wenn mich nicht alles täuscht, waren das doch ganz überwiegend Abverkäufe umgelabelter ausgelaufener Filme. Die Rollfilme waren grottig - habe ich verschenkt. Aber mit Holga und Co. kam ja sowas wie eine Gleichsetzung von (technisch) "schlecht" und "kreativ" auf, was ja in der Fotografie immer noch überall anzutreffen ist.


Gruß
Jochen
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analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
meine HP http://jochen-b.de/


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#9

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 02.12.2015 00:55
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Darf ich mal ot ganz böse sein? Ich mach's einfach.

Zitat von bilderknipser im Beitrag #8
Gleichsetzung von (technisch) "schlecht" und "kreativ"

Ist nicht viel anders als in der Digitalfotografie die mindestens so dumme Gleichsetzung "technisch perfekt" = "gutes Bild"


Gruß
Jochen
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analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
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zuletzt bearbeitet 02.12.2015 00:55 | nach oben springen

#10

RE: Das Ende der Holga

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 02.12.2015 01:19
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo,
ich seh das noch ganz anders - mein "zweites Standbhein" ist ja Schmalfilm (immer noch - aber nicht Super-8). Ich nehme an die wenigsten hier haben eine Vorstellung davon um welche Filmflächen es da geht. Jetzt werden ja die Filmtheater digitalisiert. Was vom (sonderbaren) Deal zwischen Kodak und den Hollywoodregisseuren bezüglich analogem Film zu halten ist....also ich blicke das nicht ganz.
Der Amateurmarkt ist für diese Firmen ein Klacks. Ohne "Film" wäre die Filmherstellung längst mausetot.


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