#11

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 11.03.2014 19:59
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Zitat
dass man schon um 1920 herum Fotos scannen und digitalisieren konnte um sie über die Telefon/Telegraphenleitung zu übertragen.



Abtasten wohl ja, "digitalisieren" war es aber strenggenommen nicht, auch wenn uns diese Form der analogen Photographie nichts nützen würde.

Aber der Anfang der elektronischen Bildübertragung ist wohl das hier gewesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pantelegraph

Hier hat es sogar Abbildungen:

http://www.hffax.de/history/html/caselli.html

Da war allerdings noch Chemie beteiligt.


gut Licht
Walter
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#12

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 11.03.2014 22:56
von Penta • Mitglied | 1.852 Beiträge

Die Technik war sicherlich da. Ich erinnere mich an ein Gerät zur Bildübertragung welches in Spiralen ein Bild abtastete und dann übertrug.

1986 halte ich aber für das Datum für den Eintritt in den Massenmarkt. 1986 war sowieso ein Jahr wo vieles in der Fotowelt passierte, so endete in dem Jahr für Kodak die Auseinandersetzung beim Sofortbild mit einer Niederlage.

Was mir auch auffällt zu heute, sind die Fototests. Da ist noch von Wertigkeit die Rede und heute wird erwartet das man sich andauernd updatet. Es werden Pixel gezählt und die wenigsten Fragen ob die technisch möglichen Bilder im Alltag überhaupt eingefangen werden können, ausgedruckt werden bzw. was für folge Kosten eine entsprechende Auflösung überhaupt bedeutet.

1986 war auch für die Filmhersteller die Welt noch in Ordnung und keiner hat daran gedacht das z.B. im Kino der gute alte Film ausstirbt und durch die Festplatte ersetzt wird. Dabei geht dann auch Lebensgefühl verloren und die kleinen Kinos welche die Gelder nicht leisten können sterben, wie der Dorfladen http://www.20min.ch/digital/news/story/14446500


Steve
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#13

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 11.03.2014 23:19
von Hans Wöhl • Mitglied | 1.172 Beiträge

Zitat von Photoamateur im Beitrag #11

Zitat
dass man schon um 1920 herum Fotos scannen und digitalisieren konnte um sie über die Telefon/Telegraphenleitung zu übertragen.


Abtasten wohl ja, "digitalisieren" war es aber strenggenommen nicht, auch wenn uns diese Form der analogen Photographie nichts nützen würde.



Das besondere ist die Digitalisierung des Bildes in 16Graustufen. Das Bild wurde wohl zur Übertragung auf Lochstreifen gespeichet, der dann über einen Schnelltelegraphen gesendet wurde.

Davor gab es schon die analoge Abtatstung des Bildes und Übertragung, wo erstaunlich gute Bilder herauskammen. Neu war damals die Idee Bilder in quadratische "Bausteine" zu zerlegen. Heute würde man Pixel sagen. Die Übertragenen Bilder wurden nicht wie oben ausgedruckt, sondern zeilenweise ausbelichtet.

Jetzt sind wir aber sehr weit von der Photokina 1986 abgeschweift.


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#14

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 00:07
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Zitat von franz1111 im Beitrag #3

Ich sehe kein Ende der Analogfotografie der Tiefpunkt ist überwunden.
Wie die Schallplatte wird auch der Film überleben als Nischenprodukt.


Nur dass es etwas einfacher und auch billiger ist, sich die alten Plattenpressen zu holen und damit Vinyl zu pressen,
als eine Fertigungsstraße von Kodak abzuschrauben und hier wieder aufzubauen.
Sorry, aber der Vergleich zwischen fotografischen Materialien und einer Vinylplatte hinkt gewaltig.
Farbfilm KANN man nicht einfach in der Kellerwerkstatt gießen, Platten pressen aber schon.

Zitat von Daniel im Beitrag #6

- Durch die Photographie gibt es keine Malerei mehr, die sie damals abgelöst hat. Leinwand, Farben und Papier sind heute nicht mehr zu bekommen. Oder doch?


Damals hatte die Kunstwelt wirklich Angst darum, dass die Malerei verschwindet.

Was ich aber lustig bei der ganzen Diskussion finde ist, dass Ihr bei den Vergleichen die technischen Kriterien einfach ignoriert. Auch wenn es ein Aufwand ist, so können Papier oder Leinwand und Farben selbst hergestellt werden. Bei Farbfilm sehe ich das etwas anders. Schon beim Herstellen "einfacher" Schwarzweissfilme gibt es wohl einige Probleme. Das fängt schon bei der Verfügbarkeit der Trägermaterialien an.
Natürlich kann man auch in 50 Jahren noch Kollodiumplatten gießen und Albumindrucke anfertigen. Das ist und bleibt sicher noch lange ein Handwerk, hat aber mit der analogen Fotografie, die wir kennen, nichts gemein. Die analoge Fotografie der letzten 30 Jahre war eine hochgezüchtete Verkettung industrieller Verfahren. Wenn ein nötiger Teil davon verlorengeht, wird es problematisch.
Zumindest Schwarzweiss wird es wohl noch eine Weile gehen. Aber die Materialien werden weniger und schlechter werden. Schon jetzt wird doch alles mögliche vorhandene an Luftbild-, Überwachungs und anderem Spezialmaterial verwertet, nur um das Angebot an Filmen breit aussehen zu lassen. Wenn ich sehe, wieviel für uralten und abgegammelten Film bezahlt wird, bei steigender Tendenz, sehe ich noch kein Ende der Abwärtsspirale.
Ich möchte Eueren Optimismus aber nicht trüben. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Zitat von Hans Wöhl im Beitrag #7

Der Silberpreis als Rechtfertigung kommt einem irgendwie bekannt vor...


Ja, zumal in der Farbfotografie, die zur Boomzeit 99% der Masse ausgemacht hatte, das Silber zu fast 100% zurückgewonnen wird. Gebunden und damit dem Kreislauf entzogen ist das SIlber nur in der Schwarzweissfotografie.

Gruß

Joachim


"Rot ist Plus, Schwarz ist Minus und alles mit mehr als 2 Drähten ist Elektronik"
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#15

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 00:50
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Wenn 3 Filme in unterschiedlichen Empfindlichkeitsstufen übrig bleiben, dann sind das für mich möglicherweise noch zuviel, denn gerade der High-ISO Bereich ist nun mal, ich denke qualitätiv unbestritten, eine Domäne der digitalen Welt. Dann müßten aber ohne die Drogeriemarktfilme und ähnlichen umgelabelten Kram erst mal an die 30 Filme vom Markt verschwinden, unterschiedliche Formate nicht gerechnet. Ich lehne mich also lässig zurück und fotografiere weiter ganz überwiegend analog.


Gruß
Jochen
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analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
meine HP http://jochen-b.de/


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#16

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 01:28
von Hans Wöhl • Mitglied | 1.172 Beiträge

Zitat von JoJo im Beitrag #14

Zumindest Schwarzweiss wird es wohl noch eine Weile gehen. Aber die Materialien werden weniger und schlechter werden. Schon jetzt wird doch alles mögliche vorhandene an Luftbild-, Überwachungs und anderem Spezialmaterial verwertet, nur um das Angebot an Filmen breit aussehen zu lassen.



Ich sehe in die Konfektion von Luftbild- und Überwachungsfilmen nicht als Mangelwirtschaft an. Diese Filme haben spannende Eigenschaften, die bei den Feld-Wald-Wiesenfilmen nicht vorhanden sind. Ich greife z.B. zum Retro80s, weil ich seine Eigenschaften schätze, und nicht weil ich mir keinen Kodak, Fuji oder Ilford-Film leisten wollte.


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#17

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 01:41
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Als besonderen Wendepunkt würde ich 86 nicht sehen. Glaube aber gerne, dass sich das in der Zeitschrift so liest... Was damals angeboten wurde, war für die allermeisten Anwendungen noch keine Konkurrenz. So Anfang der 2000er Jahre, als brauchbare Digiknipsen einigermaßen erschwinglich wurden, ging es los, würde ich mal sagen. Bin 2002 für ein Jahr ins Ausland, da kam es nicht wirklich in Frage eine Digitalkamera mitzunehmen, zu teuer und zu schlecht. Aus meinem Freundes- und Bekannenkreis hatte zu der Zeit fast niemand eine. Die Japaner auf dem Campus hatten aber schon fast alle Digitalkameras, Weihnachten 2003 hatte ich dann auch eine, Weihnachten 2004 hatte dann jeder eine...
"Zu Ende" ist die analoge Fotografie in sehr vielen Bereichen heute schon. Die Reporter, die heute in Deutschland noch mit Film arbeiten, wird man wohl an den Fingern abzählen können. Mit einer analogen Kamera gehört man heute auf einer Familienfeier, im Urlaub oder beim Knipsen zum Spaß schon einer kleinen Minderheit an. Kaum ein professioneller Fotograf wird sich es heute noch antun, mit FIlm zu arbeiten. Kinos werden auch schon überwiegend umgestellt haben, die Aufklärung der Luftwaffe und die Verkehrsfotografie wohl auch.
Aber es gibt sie schon noch, in einer Nische. Bin da vorsichtig optimistisch, dass es da auch weitergeht. Eine Abwärtsspirale gibt es schon irgendwo, Sachen wie Diafilme oder SW-Fotopapier wurden in den letzten Jahren deutlich teurer, was sich negativ auf die abgesetzte Menge auswirken dürfte... was zu höheren Produktionskosten und Preisen führt. Im Moment sehe ich das alles aber noch im dunkelgrünen Bereich. Gerätschaften sind noch sehr günstig, durch das Internet zahlt man heute für Verbrauchsmaterial eher weniger als vor 15 oder 20 Jahren. (ein Satz Batterien für die EOS war 1998 kaum unter 30 Mark zu bekommen) Wenn man überlegt fotografiert, und nicht jeden Schnappschuß auf 30*40cm Ilford Warmton-Baryt abzieht, wird in den meisten Fällen noch die Zeit der limitierende Faktor sein, und nicht das Geld.
Mal schauen, wie es in ein paar Jahren aussieht. Kameras werden heute noch hergestellt, halt nicht mehr für den Massenmarkt, FIlme und Fotopapier auch. Wie das weitergeführt werden kann, kann ich nicht abschätzen. Scheint nicht so einfach zu sein. Im Bereich der Farbe hoffe ich einfach, dass Ausbelichtungen von Digital weiter Nasschemisch erfolgen, dann gibt es zumindest noch Papier. Ob das auch für die Produktion von Farbfilm nützlich ist, weiß ich natürlich nicht.
Für meine jetzigen fotografischen Aktivitäten spielt es auch keine große Rolle, was in ein paar Jahren sein wird. Auf digitale Fotografie in der Art, wie sie die meisten betreiben, umsteigen kann ich innerhalb einer Minute, einfach die Digitale statt der Analogen nehmen. Reizt mich halt nicht.
Verstehe irgendwie nicht, wieso die meisten Hobbyfotografen auf Digital umgestiegen sind. Analoge Fotografie (zumindest SW, Farbe habe ich noch nicht richtig versucht) ist doch, verglichen mit anderen möglichen Hobbies (wie Musik machen, Malen, Langstrecke laufen, sich mit Literatur oder Philosophie beschäftigen, Fremdsprachen lernen, Schmieden...) sowieso schon recht einfach und mit wenig Aufwand durchzuführen, also zumindest wenn man nicht die höchsten Ansprüche hat. War nur phasenweise regelmäßig im Labor, die letzten zweieinhalb Jahre fast überhaupt nicht. Rechne jetzt schon damit, bei einem Wiedereinstieg etwas Probleme zu haben, aber denke, wenn ich z.B. einen Monat lang zwei Mal die Woche anderthalb Stunden ins Labor gehen würde, würde es wohl wieder einigermaßen gehen. Wie gesagt, ohne den Anspruch an die hohe Kunst, einfach Fotos, die ich und "normale" Menschen als "normale" Schwarzweiß-Fotos sehen würden. Mach' das gleiche mit einer Gitarre, oder schlimmer, Geige... da kann man mit so wenig Einsatz eher nicht etwas vorzeigen, was bei normalen Menschen als "normal" vorgetragenes Musikstück durchgehen würde...


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#18

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 03:46
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Zitat
Farbfilm KANN man nicht einfach in der Kellerwerkstatt gießen



Da wäre ich mir gar nicht so sicher, denn genau so etwas hat wohl Dr. Wilhelm Schneider in der Schweiz getan.

"Er hatte im Keller seines Chalets eine Versuchsbegiessmaschine gebaut und wollte den Direktoren der Tellko beweisen, dass es möglich wäre, auch Colorpapier zu produzieren. "

Quelle: http://www.fotointern.ch/archiv/2010/07/...bfilm-telcolor/


gut Licht
Walter
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#19

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 12.03.2014 06:45
von franz1111 (gelöscht)
avatar

Wo hatte Dr. Wilhelm Schneider 1946 die 250.000€ her bekommen die Herr Mirko Böddecker heute braucht um einen neuen Film zu entwickeln.
https://www.youtube.com/watch?v=DCMlemVPnqk


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#20

RE: 1986 Beginn des Ende der analogen Fotografie?

in Erlebt, Erzählt, Exkursionen 13.03.2014 03:13
von brainslicer • Mitglied | 99 Beiträge

Es ist ja interssant, dass die Digitaltechnik schon wieder ihre eigenen Kinder frisst. Den kleinen Digitalen geht es ja langsam an den Kragen, da sie sich nicht mehr gegen die Smartphones abheben können. Auch da bleiben langristig nur die qualitativ hochwertigen Geräte übrig. Panta rhei - alles ist in Bewegung.
Ich schätze mal, dass vor allem MF analog noch eine ganze Zeit durchhalten wird. Das Format hat noch Potential gegenüber digital, denn eine PaseOne kann / will sich so schnell wohl kein Amateur leisten.


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