#1

An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 03:42
von Beef • Mitglied | 289 Beiträge

Hi Leute,

ich bin zur Zeit dabei, spezieller bei Rodinal auf Kornoptimierung und Kanteneffekt einzugehen.
Es heißt, Rodinal sollte wenig bewegt werden, um den Kanteneffekt besser auszubauen und schärfer zu werden.
Das ist falsch!
Es heißt auch, dass Standentwicklung und die dabei oft höhere Verdünnung zusätzlich feineres Korn und noch mehr Schärfe bringt.
Auch das ist falsch!

Bitte lest euch hierzu erst folgende Seite gut durch...das hat mich veranlasst, es selbst zu testen:
Filme entwickeln - Die richtige Bewegung

Da auf der Seite festgestellt wurde, dass Rodinal bei Standentwicklung unscharf wird und auch noch gröberes Korn bringt, wurde ich besonders zu meinem 1-Minuten-Ilford-Kipprhythmus misstrauisch.
Jeder redet von ultra scharfen Bildern und feinem Korn bei Standentwicklung...ich habs mir selbst schon eingebildet.

Also hab ich mir jetzt mal nen Fomapan 400 (soll ja mit Rodinal recht Körnig sein) genommen und ihn mit Rodinal 1+50 bei 20°C und Ilford-Kipp auf nen Beta-Wert von 0,60 eingetestet.
Parallel das gleiche mit nem Kipprhythmus von 15 Sekunden. Also die ersten 30 Sekunden durchgehend und dann alle 15 Sekunden einmal auf den Kopf und wieder zurück (3-Sekunden-Kipp ist mir wirklich zu krass).

Und siehe da, ein Unterschied wie Tag und Nacht...beim gleichen Kontrast. Mit Ilford-Kipp wird das Bild unscharf, die Details gehen verloren und das Korn wird groß und schwammig und liegt weit auseinander...ein Bild aus grobem Sand praktisch.
Der 15-Sekunden-Rhytmus bringt ein extrem gestochen scharfes Bild, mit EXTREM feineren und besseren Details! Auch der Kanteneffekt ist sichtbar mehr ausgebaut!
Ich habe es mit Kleinbildfilm durchgeführt und den Vergleich bei einer Projektionsgröße mit einer Bildbreite von 0,5 Meter gemacht.

Ich hab das ganze natürlich unter identischen Testaufbauten und engster Einhaltung der Temperatur verglichen. Da ich den Fomapan 400 mit der Verdünnung von 1+50 leider nicht auf den korrekten Kontrast für Gradation 2 gebacken bekomm, bin ich gerade dabei, das ganze mit 1+25 zu wiederholen. Wenn ich mit den Tests fertig bin, werde ich natürlich Vergleichsbilder hochladen.

Ich wollte hiermit nur erstmal etwas in den Raum werfen...und vielleicht kommen ja von euch noch ein paar Erfahrungen diesbezüglich hinzu. Ich kann bisher jedenfalls behaupten, dass der Fomapan 400 mit dem 15-Sekunden-Kipp feineres Korn und mehr Schärfe bringt, als der APX100 mit 1-Minuten-Kipp. Und das ist wirklich krass!

Gruß,
Andi


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#2

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 07:26
von Gelöschtes Mitglied
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hi

hört sich interessant an.
Fomapan 400 in Rodinal 1:50 bei 20° die ersten 30sek kippen und dann alle 15 sek einmal ok
aber wie lange?

zB. http://www.digitaltruth.com/devchart.php...inal&mdc=Search

11 min bei standardkipp

um wieviel verkürzt sich die Entwicklungszeit?

VG Klaus


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#3

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 07:41
von Gelöschtes Mitglied
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In der Tat sehr interessant! Wenn man diesen Kipp dann noch auf 16°C macht, müßten demnach wahre Wunderergebnisse herauskommen?!

Ich werde es bei Gelegenheit mal probieren.

Viele Grüße
Nils


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#4

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 08:09
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Daß mit der Standentwicklungsmode kaum das Ei des Columbus gefunden wurde, war mir schon die ganze Zeit klar, endlich hat es mal jemand sauber herausgestellt. Selbst bei der Hängetankentwicklung wurde immer bewegt.

Zitat
In der Tat sehr interessant! Wenn man diesen Kipp dann noch auf 16°C macht, müßten demnach wahre Wunderergebnisse herauskommen?!



Die These von der empfehlenswerten Niedertemperatur sollte man vielleicht auch mal unter die Lupe nehmen, vor allem angesichts dieser Argumentation:

Zitat
Genau das passiert bei der Standentwicklung: Der Entwickler wird nur sehr langsam ausgetauscht, in der Grenzschicht sammeln sich Silberionen und versperren weiteren Ionen aus der Emulsion den Weg in den Entwickler. So können die Kristalle kaum angelöst werden und wirken grob.



Wenn ich mich an die Chemiestunde erinnere, laufen chemische Prozesse im Kalten schlechter ab - vielleicht auch dieser.


gut Licht
Walter
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#5

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 08:20
von clemens.k • Mitglied | 70 Beiträge

Ich wollte demnächst sowieso mal ein paar "Test-Filme" verbraten. Dann werde ich das definitiv auch ausprobieren. Ich hab früher immer 30 Sekunden-Kipp-Rhytmen benutzt. In letzter Zeit wegen längerer Entwicklungszeiten gerne mal nur jede Minute. Die Ergebnisse kamen mir jetzt subjektiv auch unschärfer vor. Aber ohne richtigen Vergleich ...

Es klingt jedoch so, als wäre es auf jeden Fall einen Versuch wert.


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#6

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 08:32
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

hatte den Artikel schonmal gelesen, und mich daraufhin auch immer etwas über die Wundererzählungen der Standentwicklung gewundert... hatte aber nicht den Biss, dem ganzen wirklich nachzugehen. Was ROdinal bei 16° angeht: Habe das mal ausprobiert (vielleicht waren es auch 17 oder 18°, auch kein Versuchsaufbau und so)... körnte immer noch wie Hölle.


zuletzt bearbeitet 10.06.2012 08:40 | nach oben springen

#7

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 08:56
von Gelöschtes Mitglied
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Ich hatte den Eindruck, daß es bei 16°C weniger körnte.



Das hier ist ein Ausschnitt von 6x8 mm aus diesem Bild; Efke 50, Rodinal 1+50, 16°C, 1 Minuten-Kipp. Mir reicht das so. Aber wenn ich z.B. den Superpan 200, von dem ich noch ein paar im KB habe, noch etwas feiner bekäme, wäre das schon schön.

Viele Grüße
Nils


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#8

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 09:37
von Beef • Mitglied | 289 Beiträge

Ja, das mit den 16°C hätte ich auch noch probiert. Hab auch immer gehört, dass es feiner sein soll. Aber das muss ich persönlich vergleichen. Ich hab mich immer auf die bisherigen Angaben verlassen, aber ich glaub langsam, dass diese Eigenschaften von Rodinal einfach immer nur erzählt und weitergegeben werden, ohne wirklich selbst gestestet zu haben
Für mich war es auch immer logisch für den Kanteneffekt, dass weniger Bewegung besser wäre. Aber die Ergebnisse sind eindeutig. Es ist ja nicht nur das Korn, welches feiner wird...ich finde, die schärfe fällt noch mehr ins Gewicht.

Der 15s-Kipp macht den Film so scharf, dass ich meinen Vergrößerer (Kaiser VCP 6000 mit 1-Meter-Säule und Nikon EL-Nikkor 50/2.8) bis zum Anschlag hochdrehen kann und trotzdem noch feinste Details gestochen scharf abbilden kann. Zudem sind die Inhalte in den Details so schön kontrastreich. Man stelle sich braune Haare vor...man sieht jedes einzelne scharfe Haar mit den feinsten Schwarz-Weiß-Strukturen. Und das noch bei so einem Billigfilm.
Beim 1-Minuten-Kipp hat man keine einzige richtig scharfe Kante...alles nur matschig (wie bei A49, bloß Körniger). Und die besagten Haare wirken einfach wie ein Matschhaufen der halt irgendwo mal weng heller und mal weng dunkler ist

Ich werd noch ein Bisschen testen und dann werd ich mal schauen, ob ich hier morgen mal Fakten vorweisen kann...Zeiten, Verdünnungen, Bilder, usw.
Ich werde auch nochmals genau Verdünnungen, Kipps (15s, 30s, 1min und vielleicht 3s) und Temperaturen gegeneinander vergleichen und mich bemühen, die Ergebnisse hier als Bilder hochzubringen.

Gruß,
Andi


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#9

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 19:33
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Sei mir nicht böse, aber ich finde, daß man den Neumeier sehr mit Vorsicht genießen sollte. Daß durch mehr Bewegung feineres Korn entsteht, das liest man einzig auf der Welt bei ihm. Und die Ausführungen zum perfekten Negativ und perfekten Positiv langsam und verständig gelesen, tragen auch nicht gerade zu höherem Vertrauen bei.


Gruß
Jochen
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analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
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#10

RE: An Rodinal Freaks - Wie man richtig Kippt!

in Dunkelkammer & Entwicklung 10.06.2012 20:43
von Beef • Mitglied | 289 Beiträge

Wie meinst du das, dass man das mit feinerem Korn bei mehr Bewegung nur beim Neumeier ließt?

Als ich gestern wegen zu langer Zeiten beim Fomapan 400 von Rodinal 1+50 auf 1+25 umgestiegen bin, musste ich feststellen, dass die Verdünnung so einen starken Einfluss auf die Schärfe hat, dass 1+25 mit 15s-Kipp so unscharf wird, wie 1+50 mit 1min-Kipp. Aber das Korn scheint bei 1+25 feiner zu sein (könnte aber auch daran liegen, weil es eben nicht so scharf entwickelt hervorsticht).

Weil die Schärfe bei 1+50 und 1min-Kipp (bis Standentwicklung) und 1+25 (egal welcher Kipp) tatsächlich so dermaßen in den Keller geht und auch das Korn störend wirkt, werd ich nun doch erstmal bei 1+50 bleiben.
So hab ich gestern Nacht aus Gaudi den 3s Rhythmus mit 1+50 probiert. 13 Minuten bei 200 ASA. Bei 0-Sekunden Dose hochgenommen, bei 1.5-Sekunden auf den Kopf und bei 3-Sekunden stand sie wieder...das die ganze Zeit. Die Dose stand eigentlich gar nicht still. Der Beta-Wert (Gamma dürfte ähnlich sein) ist 0,62. Er sollte bei meinem Vergrößerer einen Schluck höher sein. Also nochmal mit 14-15 Min. Die Empfindlichkeit kam nicht ganz auf 200 ASA, sondern liegt eher bei 160.
Und ja, mit Vorsicht möchte ich jetzt behaupten, dass der 3s-Kipp bis jetzt das schönste Ergebnis lieferte. Das Korn ist hier (besonders in dunklen Bereichen/Schatten) schon so genial, dass die Strukturen wieder zusammenhängen und nicht wie so ein Sand-Sprühnebel aussehen. Also mehr Bewegung, feineres Korn Die Schärfe wirkt bei 3s-Kipp und 15s-Kipp maximal und wird bereits mit dem 1min-Kipp um einiges schlechter.


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