#1

LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 00:25
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Bezugegenommen auf diesen Thread mache ich für den LED-Kopf (RGB oder Splitgrade) jetzt mal einen extra Thread.

Es gibt beim Selbstbau erstmal 2 mögliche Motivationen:
1. Um etwas billiger zu machen, als kommerzielle Lösungen
2. Aus Interesse und wegen dem Basteltrieb.

Mein Ziel, einen LED-Kopf zu bauen ist nicht, es billiger zu machen. Alleine die Hochleistungs-LEDs kosten schon 30,- Euro das Stück. Also bitte keine Kosten/Nutzen-Rechnungen anfangen.

Momentan ist mein Projekt noch am Beginn.
Denkbar sind 3 Varianten der LED-Ausleuchtung:
1.
Die "Cluster"- Anordnung, wie sie schon auf diversen Internetseiten zu sehen ist. Dabei werden viele kleinere LEDs angeordnet.
Problematisch könnte hier die gleichmäßige Ausleuchtung werden. Auch muss man sich beim Anordnen der LEDs einmal festlegen und kann hinterher kaum mehr etwas ändern, falls es doch nicht ganz passt.
Diese Möglichkeit kommt für mich nicht in Frage.
2.
Eine oder wenige LEDs über eine Mischkammer. Das ist wohl die einfachste Lösung. Es nimmt mehr Platz in Anspruch, aber die Ausleuchtung könnte sehr homogen werden. Da man hier recht flexibel im Dimensionieren der Mischkammer ist, werde ich diesen Ansatz verfolgen.
3.
Gerichtetes Licht über Optik. Dabei müssten die verschiedenfarbigen LEDs über dichroitische Filter kombiniert werden und mit einem Linsensystem (evtl. auch eine schwache Streuscheibe) kollimiert werden. Man würde ein "teilgerichtetes" Licht erhalten.
Diese Möglichkeit ist die schwierigste, weshalb ich die ersteinmal zurückstelle.

Einen primitiven Versuch einer Mischkammer habe ich hier gemacht. Die Mischkammer ist nicht anderes als ein zum Rohr gefaltetes Blatt Papier. Wichtig ist, dass die LED(s) seitlich oder schräg hereinleuchten, damit das austretende Licht lediglich innere Reflexionen aus dem Rohr sind und nicht direkt von der LED kommt.
Die Fläche wird schon sehr homogen ausgeleuchtet. Natürlich geht bei diesem Primitivaufbau viel Licht verloren, aber das kann später optimiert werden.

Eine Hochleistungs-LED in Grün. Die bringt über 1000 Lumen bei einem Strom von ca. 8 Ampere (!). Die ist extrem hell. Direktes Hineinschauen unter Vollbetrieb könnte in einem Augenschaden enden!
Fürs Foto läuft die nur auf wenigen 100mA, damit sie gerade so glimmt.



Die LED leuchtet in die "Mischkammer". Die ausgeleuchtete Fläche vorne hat die Abmessung 15 x 15 cm.
Der Aufbau ist ca. 40cm lang. Durch eine verwinkelte Mischkammer oder eine Art Ulbrichtkugel könnte das später kleiner werden.



Eine kleinere LED, die 3 LEDs mit R, G und B in einem Gehäuse hat. Die Lichtausbeute ist wesentlich geringer, insgesamt nur ca. 100 Lumen alle Farben zusammen, dafür kostet diese LED auch nur 10,- Euro. Auf dem Bild jeweils die Einzelfarben und alle gleichzeitig betrieben.
Ich denke aber mal, dass die Lichtstärke zu gering ist. das würde vielleicht nur für einen Minivergrößerer für KB reichen.



Als nächstes werde ich mit den verschiedenen LEDs mal einen Vorversuch im echten Vergrößerer machen. Dazu werde ich aus Pappe einen "Farbkopf" basteln, der anstelle meines normalen Kopfes auf den Vergrößerer gesteckt wird.
Hierbei geht es in erster Linie um das Beurteilen der Helligkeit der Projektion und der Ausleuchtung.

Mal eine Frage in die Runde: Hat hier überhaupt schon mal jemand einen LED-Kopf gebaut oder evtl. einen kommerziellen LED-Kopf benutzt?

Gruß

Joachim


"Rot ist Plus, Schwarz ist Minus und alles mit mehr als 2 Drähten ist Elektronik"
zuletzt bearbeitet 30.03.2012 00:30 | nach oben springen

#2

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 01:18
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Hallo Joachim,

ich habe damit keine Erfahrungen und will auch nicht, ehrlich gesagt. Aber prinzipiell betrachtet: Siehst Du da nicht das Problem spektraler Lücken des LED-Lichts und damit einhergehender partieller Farbverfälschungen?


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 30.03.2012 01:19 | nach oben springen

#3

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 01:38
von Gelöschtes Mitglied
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Wie sieht es neben der Frage der Wellenlängen mit der Farbtemperatur aus?
Beim Farbmischkopf hat man eine/zwei immer gleichleuchtende Birnen, die LEDs sollen aber unterschiedlich koordiniert werden - gibt das keine Verschiebungen?
Rein hobbymässig gefragt...
Und dann gab es da neben Kelvin noch ne andere wichtige Grösse - fällt mir grad nicht ein,,

Gruss,
Ritchie


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#4

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 02:04
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Joachim, ich sehe da auch nur Vorteile für die LEDs, ich wünsche gutes gelingen.

Walter, Ritchie: die Steuerung ist natürlich eine gänzlich andere als beim herkömmlichen Mischkopf. Hier müssen entweder die Belichtungszeiten pro Farbe oder die Intensität exakt und einzeln steuerbar sein. Farbtemperatur oder kontinuierliches Spektrum interessiert hier überhaupt nicht. Hier wird mit den reinen, engbandigen Primärfarben gearbeitet, die jeweils eine farbsensibilisierte Schicht ansprechen und nur diese eine.

LG Reinhold


zuletzt bearbeitet 30.03.2012 02:07 | nach oben springen

#5

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 02:59
von Gelöschtes Mitglied
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""Hier wird mit den reinen, engbandigen Primärfarben gearbeitet, die jeweils eine farbsensibilisierte Schicht ansprechen und nur diese eine.""

Das vereinfacht dann die Sache; dann fällt mir aber noch das Thema chromatische Aberration ein.
Kann es hier keine Probleme geben, da doch der Fokus bei jeder Farbe leicht anders liegt?

Wieder eingefallen ist mir : der Farbwiedergabeindex in RA.
Wusste ich doch, da war noch was.
Unabhängig von der Farbtemperatur z.B. bei Aufnahmelicht im Studio ist für eine richtige Farbwiedergabe im Bild die Fähigkeit der Leuchte, das Farbspektrum kontinuierlich wiederzugeben, entscheidend.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch bei der Belichtung von Papier nicht unwesentlich ist, denn die Farbfilter im Mischkopf sind dichroitisch und auf die Lichtquelle abgestimmt , u.a, damit die Empfindlichkeit des Papieres getroffen wird..
Ob die Primärfarben tatsächlich genau wiedergegeben werden von den LEDs, weiss ich nicht. Ist denn das Papier genau auf die Primärfarben sensibilisiert? C,M,Y...
Interessantes Thema jedenfalls, die LED hat enormes Potential, das sollte langsam mal richtig genutzt werden.


hier ein interessanter led-link:
http://www.cwaller.de/deutsch.htm?lichtl...htm~information
Gruss,
Ritchie


zuletzt bearbeitet 30.03.2012 03:02 | nach oben springen

#6

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 04:17
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Ja, die spektrale Empfindlichkeit des Farbpapiers fällt ziemlich genau in die Wellenlänge der LEDs und ist auch ausreichend breitbanding. Das sind um 450nm, 550nm und 630nm.
Ich habe ja bereits einen einfachen Belichtungstest gemacht. Dazu eine Art "Taschenlampe" mit drei kleinen LEDs in R, G und B gebastelt und diese an einzelne Taster angeschlossen. Dann ein Negativ im Kontakt aufs Papier gelegt und mit dieser Taschenlampe mit den Einzelfarben belichtet. Das Ergebnis war top. Belichtete ich nur mit einer Farbe, egal wie lange, zeigte das Papier auch nur die entsprechende Schichtfarbe. Also nur mit Grün kopiert, kamen nur Magentatöne heraus. In voller Reinheit, auch bei extremer Überbelichtung.

Ein kontinuierliches Farbspektrum bei der Beleuchtung der Aufnahme ist etwas anderes. Hier geht es ja um Farbstiche bzw. dass Schichten des Farbfilms "falsche" Informationen bezüglich der Motivfarben bekommen.
Ist der Film aber mal fertig, dann liegen ALLE Bildinformationen ja in nur 3 Farbschichten separiert vor.
Wenn also ausschließlich Magenta, Gelb und Cyan als Farben im Film enthalten sind, wozu brauche ich dann z.B. einen gelben Bereich des Spektrums, um den Film zu kopieren? Bei gelbem Licht würde die gelbe Farbschicht des Films das Licht durchlassen und die beiden anderen mehr oder weniger sperren. Mit dem Gelblicht würden dann die Rot- und Grünschicht des Farbpapiers gleichermaßen belichtet, was in einer blauen Farbe endet. So weit so gut.
Kopiere ich den gleichen Film nacheinander mit reinem Rot und reinem Grün, so lässt die gelbe Farbschicht wiederum beide Farben durch. Auch hier werden logischerweise die R- und die G-Schicht beim Papier belichtet.

Es gab ja damals auch ein additives Vergrößerungsgerät, den Philips PCS. Der arbeitet mit 3 Lampen in den Grundfarben.
Der Nachteil war wohl, dass es eben keine langlebigen LEDs waren und dass ein Lampenwechsel teuer und aufwändig war.
Auch konnte das Gerät die Farben nur nacheinander belichten, was z.B. Abwedeln bei Farbbildern unmöglich machte.

Gruß

Joachim


"Rot ist Plus, Schwarz ist Minus und alles mit mehr als 2 Drähten ist Elektronik"
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#7

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.03.2012 04:36
von Sputnik (gelöscht)
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Ach, es ist ein Jammer, daß die Zeit der analogen Fotografie vorbei ist. Was hätten wir momentan oder in naher Zukunft wohl für großartige LED-Laboratoren von Durst präsentiert bekommen, hätten die Italiener nicht den Weitblick gehabt, die Sache relativ früh ad acta zu legen. Schade, schade.
Aber ich tröste mich damit, daß ich mir diese Gerätschaften dann eh nicht hätte leisten können


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#8

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.03.2012 07:26
von judge_dread • Mitglied | 91 Beiträge

Zitat

Es gab ja damals auch ein additives Vergrößerungsgerät, den Philips PCS. Der arbeitet mit 3 Lampen in den Grundfarben.
Der Nachteil war wohl, dass es eben keine langlebigen LEDs waren und dass ein Lampenwechsel teuer und aufwändig war.
Auch konnte das Gerät die Farben nur nacheinander belichten, was z.B. Abwedeln bei Farbbildern unmöglich machte.



Das ist falsch, ich besitze selbst einen Phillips PCS, die Farbmischung wird an einem externen Steuergerät eingestellt, das gleichzeitig der Timer ist und die Lampen leuchten selbstverständlich gleichzeitig. Alles in allem ein tolles Gerät, leider halten die Lampen wirklich nicht sonderlich lang und sind nur noch aus dem "Dentalzubehör" erhältlich, dafür ist der Wechsel in 5 Minuten gemacht...

vg René


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#9

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.03.2012 10:36
von Gelöschtes Mitglied
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""Was hätten wir momentan oder in naher Zukunft wohl für großartige LED-Laboratoren von Durst präsentiert bekommen""

Ja nun, die LEDs gab es halt damals noch nicht.
Ansonsten hat Durst alles an Lichtquellen, ausgenommen Mondlicht, für zumindest meinen 138er angeboten - Punktlicht, Kaltlicht, Blitzlicht, Opal, diffus...
Südtiroler sehen sich übrigens nicht wirklich als Italiener :-)

der Phillips PCS : der arbeitet dann nach dem RGB-Prinzip?

Gruss,
Ritchie


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#10

RE: LED Farbkopf für Vergrößerer

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.03.2012 22:42
von judge_dread • Mitglied | 91 Beiträge

Zitat

der Phillips PCS : der arbeitet dann nach dem RGB-Prinzip?



Ja er hat 3 Halogen-Lampen die vor RGB Farbfiltern sitzen, die Helligkeit der einzelnen Lampen wird aditiv per Controler geregelt und durch einen Spiegel auf den Kondensor gelenkt.

Der PCS sollte die ideale Basis für solche LED-Versuche sein, weil auch der Controler und Timer schon vorhanden ist, Man bräuchte nur die Farbfilter und Halogenlampen gegen LED's ersetzen.


zuletzt bearbeitet 31.03.2012 22:44 | nach oben springen






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