#1

Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 24.09.2006 23:39
von stratocaster • Mitglied | 38 Beiträge

Hallo,
ich habe mein Fotografierverhalten im Hinblick auf die verwendeten Brennweiten in der letzten Zeit etwas stärker beobachtet (dzt. fotografiere ich im KB-Bereich mit div. Zoom-Nikkoren) und habe festgestellt, daß ich nahezu immer wieder dieselben Brennweiten anwende. Bandbreite von 35mm bis 80mm. Verwende kaum mein Telezoom (70-300mm).
Jetzt beabsichtige ich, auf Festbrennweiten umzusteigen, da ich immer wieder in den verschiedensten Printmedien lese, daß Festbrennweiten die besseren Abbildungsleistungen bringen. Von Lichtstärke gar nicht zu reden. Ich besitze ein 50mm Objektiv mit einer Lichtstärke von 1,4 und habe festgestellt, daß ich damit Bilder mit sehr guter Abbildungsqualität, auch im Hinblick auf die Schärfeleistung hervorbringe. Ich denke jetzt daran, mir die eine oder andere Festbrennweite zuzulegen und in weiterer Folge meine Zoomobjektive abzustossen.
Mir ist schon klar, daß ich damit auf Komfort verzichte, andererseits liegt mir die Qualität jedoch mehr am Herzen. Außerdem hat ein kluger Mensch einmal gesagt, daß man sich die Motive erlaufen und nicht erzoomen soll.
Mich interessiert Eure Meinung im Hinblick mit meine Überlegungen, vor allem ob ich mit meiner Annahme richtig liege, daß in der Regel Festbrennweiten die bessere Qualität liefern. Natürlich gibts auch Zoom's auf dem Markt, die sehr gute Leistungen bringen, in der Regel sind diese Dinger jedoch nicht bezahlbar.
Vielen Dank im Voraus für Eure Mühe
Liebe Grüße
stratocaster



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#2

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 00:08
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge
Hallo Strat,

ich benutzen eigentlich nur noch Festbrennweiten. Zu deinen Argumenten kommt noch dazu, das sie recht kompakt und leicht sind. Meine X-700 mit 50mm 1.4 ist nicht wesentlich größer als eine Kompaktknipse. Das rumgezoome für den perfekten Bildausschnitt fällt auch weg - das ist, finde ich, eher angenehm. Da kann ich mich mehr aufs Scharfstellen konzentrieren.

Bin bis jetzt mit 50mm und 135mm gut zurande gekommen, hab mir jetzt aber noch in 28mm zugelegt.


Gruß
Alex
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zuletzt bearbeitet 25.09.2006 00:21 | nach oben springen

#3

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 00:59
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Strat,

ganz so pauschal kann man das leider doch nicht sagen; es ist immer sehr abhängig davon, was man machen möchte. Grundsätzlich gebe ich Dir recht, Festbrennweiten bringen i.d.R. höhere Abbildungsleistungen und höhere Lichtstärke. Ich selbst habe zwei Festbrennweiten - 50/1,8 und 100/2.

Trotzdem kann und will ich auf Zooms nicht verzichten. Die Gründe sind wie folgt:
- ich arbeite gerne im Portrait- oder Aktbereich. In meinem kleinen Studio, welches ich auf eine Fläche von 4 x 5 Metern aufbaue, bin ich mit dem 50mm-Objektiv aber meist "zu nah dran", so dass ich damit nur Ausschnitte hinbekommen kann. Ich bräuchte also eine Festbrennweite so um 30 mm. Mal abgesehen, dass mir die Wechselei auf den Keks ginge, wenn ich flüssig shooten möchte, würde ich mit kurzbrennweitigen Festbrennweiten dem Model z.T. zu stark auf den Pelz rücken. Zum Wahren dieser Intimdistanz sind Zoomobjektive geeigneter. Die gleiche Erfahrung habe ich übrigens in einem großen Studio gemacht.

- auch bei Auftragsfotografie (z.B. Fotografie der Zeremonie bei einer Hochzeit) kann man nur schlecht vor und zurück, um mit einer Brennweite den idealen Ausschnitt hinzubekommen. Grade wenn man mal Ganzkörperaufnahmen, mal An-/Ausschnitte fotografieren will, ist hier ein Zoom einfach praktischer.

- Zoomobjektive sind wesentlich günstiger. Selbst ein gutes 70-300 von Canon mit Bildstabilisator wäre ein vielfaches günstiger als das Canon 300/4.

- Zooms müssen nicht zwangsläufig viel schlechter sein. Das Tamron 28-75/2,8 hat z.B. eine sehr hohe Abbildungsleistung, von Sahnestückcken wie dem Canon 70-200/4 oder 70-200/2,8 ganz zu schweigen. Die beiden letztgenannten erreichen die maximale Abbildungsleistung bereits bei Offenblende.

- grade im Urlaub nutze ich auch mal höhere Brennweiten. Aber auch wenn nicht, kann man nicht immer entsprechend vor- oder zurück gehen, um einen guten Bildausschnitt zu erwischen. Und ich verwende lieber ein Zoom-Objektiv, anstatt ständig meine Fotos zu beschneiden.

Das sollte jetzt nicht heißen, dass ich z.B. im Urlaub nicht trotzdem fleißig am Wechseln bin oder auf den Einsatz meiner Festbrennweiten verzichte. Ich verwende mein 100/2 genauso häufig wie mein 28-7572,8, mein 50/1,8 immerhin noch häufiger als mein 100-300/4,5-6,7. Aber es gibt halt Situationen, bei denen Zoom-Objektive Ihre Vorteile deutlich ausspielen können.

Ciao Sven


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"Wenn ich nicht malen kann, fotografiere ich, und was ich nicht fotografieren kann, werde ich nicht malen" (Man Ray)



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#4

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 04:49
von andreas
Hallo Glaubenskrieger!

Auch ich bin ein Befürworter der Festbrennweite. Und ich behaupte das kann man so pauschal sagen! (Hallo Sven ). Wenn ich schon Auftragsarbeiten mache habe ich immer mehr als ein Gehäuse dabei, für Portraits mit 85mm oder 100mm. Soll dann mal ne Totale her ist das 35mm auf dem anderen oder halt das 300mm oder oder oder. Das wechseln des Objektives geht wesentlich flinker als das wechseln des Films! Wir reden doch noch immer über Analog oder? Im Mittelformat hab ich nur ein Gehäuse aber das reicht auch da ich 5 Magazine habe und somit der Filmwechsel zügig von statten geht. Der Objektivwechsel ist gerade beim Portraitshoting auch mal etwas wie eine kleine Pause für das Model um sich auf die neue Einstellung vorzubereiten. Auch dazu kann die Zeit genzut werden wenn man länger zum wechseln braucht. Habe gerade Hochzeit mit nur einer Brennweite gemacht und zwei Magazinen, da kamm ich sauber damit hin wenn ich mich mit meinem Stativ mal vor und zurück bewegt habe.
Ja ein Lichtstarkes 2.8/300 oder 4/300 ist nun mal etwas teurer in der Anschaffung als ein 70-300mm! ABER die Leistung des echten 300ers ist wesentlich besser! Ein Arbeitskollege ist von Canon FD auf Canon 350 ich will spielen umgestiegen. Das besagte 70-300 hat er, sehr schön. Aber er hat auch einen Konverter für FD auf EOS, und mein 4/300L (FD!) war mal flix angeschloßen. Ich werde mal fragen ob er mir mal Vergleichsaufnahmen zusenden kann. Er ist jetzt erstmal auf der Suche bei E-Bay nach einem alten FD Objektiv von 300mm .
Zomms müßen immer abstriche machen da es Optisch nun mal nicht möglich ist einen Brennweitenbereich von bspw 10 fach völlig auszukorigieren. Schönes beispiel ist da das sehr beliebte Sigma 50-500mm. Von Tonne bis Kissen alles dabei. Eine gute Lichtstarke Festbrennweite braucht auch oftmals nur ein - zweifach abgeblendet zu werden um die bestmöglichste Abbildungsleistung zu erhalten. 2.8 sind da fast immer drin, und das Objektiv wird fast perfekt für seine Brennweite korrigiert sein. Alle Lichtstarken Festbrennweiten von Canon (alle anderen Hersteller mit Sicherheit auch) mit Aspährischen Elementen bringen auch mit Offenblende schon maximale Abildungsleistung z.B. das Canon 1.2/85mm L, egab ob FD oder EOS. Und ich rede hier wirklich von Lichtstark!
Oft wird gesagt das mit Varioobjektiven gewicht eingespart werden kann. Ich behaupte eine sinnvolle Brenweitenbrücke ersetzt 2 Varios und wiegt bei gleiher Leistung nicht mehr. Möchte ich hochgezüchtete Festbrennweiten mitnehemen wird es schwerer und bei Kauf auch teurer.
Nein Varos müssen nicht schlecht sein, aber brauen tut sie eigentlich kein Mensch!

Andreas ( der der hofft zu dieser Sinnfreien und bestimmt noch hitzigen Diskussion etwas begetragen hat )

@ Sven: Zum Ende der Woche geht das Papier zu Dir!


zuletzt bearbeitet 25.09.2006 04:51 | nach oben springen

#5

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 18:42
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Andreas,

erstmal danke für's Papier !! Und ja, wir reden in diesem Forum weiterhin über analog . Ich stimme Dir zu, dass Festbrennweiten i.d.R. Zooms überlegen sind, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber trotzdem gibt es auch sehr gute Zoomobjekte, die in der Leistung sehr nah oder gleichauf mit den Festbrennweiten kommen. Das man ein 300/4 nicht mit einem 70-300 vergleichen kann, ist mir klar.

Ich fotografiere bei Hochzeiten immer mit zwei Bodys, einem mit Farbfilm, den anderen mit SW-Film bestückt. Auf das Stativ verzichte ich wenn möglich, bei meiner ersten Hochzeitsfotografie habe ich es aber eingesetzt. Um aber auch bei Farbe und SW mal andere Ausschnitte zu haben, war ich pausenlos nur am Wechseln. Ich hatte mir auf dem Boden, neben meinem offenen Fotorucksack, vorsichtig meine 4 Objektive aufgebaut . Aber trotzdem arbeite ich immer so, dass ich die Zeremonie so wenig wie möglich störe. Und dann kann ich schlecht meinen Standort regelmäßig wechseln.

Ich versuch's mal mit einem anderen Ansatz: Festbrennweiten sind mein bevorzugtes Werkzeug, wenn ich Ruhe habe, mich auf ein Motiv zu konzentrieren. Soll es aber schnell gehen und ich darf einen bestimmten Punkt nicht verpassen (z.B. den Kuss oder wenn der Bräutigam der Braut einen Ring aufzieht; oder beim Auszug aus der Kirche, wenn ich mitten im Gedränge vor der Kirche arbeiten muss) dann nutze ich bevorzugt Zoom. Solange ich die Aufnahme nicht grade auf 30x40 vergrößere, fällt der Abbildungsvorteil der Festbrennweiten nicht so stark in's Gewicht, wie meist angenommen wird.

Gruß
Sven


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"Wenn ich nicht malen kann, fotografiere ich, und was ich nicht fotografieren kann, werde ich nicht malen" (Man Ray)



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#6

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 21:40
von stratocaster • Mitglied | 38 Beiträge

Hallo Sven,
es ist mir schon klar, daß der Einsatz der jeweiligen Objektive (Festbrennweite oder Zoom) auch vom Einsatzzweck abhängt. Wenn es darauf ankommt, ohne großen Aufwand schnell auf eine Situation reagieren zu müssen, ist ein Zoom sicher unbestritten vom Vorteil. Natürlich bin ich bei meiner Umfrage auch von meinem persönlichen Einsatzzweck ausgegangen. Wenn sich meine Motive (Landschaften, Architektur) bewegen würden, müßte ich mir beim Fotografieren ernsthaft Sorgen machen. Ich habe es da sicher einfacher, die Objektive wechseln zu können. Es kommt noch hinzu, daß ich beim Fotografieren mit meiner Sinar f2 ohnehin nur mit Festbrennweiten agieren kann und mir viel Zeit nehmen muß. Deswegen stört mich etwas mehr Zeitaufwand auf bei KB nicht sehr. Allerdings trifft das natürlich nicht auf alle zu. Es kommt auch noch hinzu (habe erst unlängst wieder die Preislisten für meine Nikkore studiert.....schluck), daß für gute lichtstarke Zooms eine irre Summe verlangt wird. Einen Profi wird das möglicherweise nicht so stören, da er wahrscheinlich seinen Aufwand durch seine Aufträge bald wieder hereinspielt, aber als reiner Amateur muß man sich da nach der Decke strecken.

Liebe Grüße
stratocaster



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#7

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 21:55
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

Hi Strat,

da bin ich froh, daß mein System anscheinend keiner mehr haben will. Hab für meine Festbrennweiten zwischen 5 und 20 EUR bezahlt. Und wenn ich mir die Vergleichstests mit anderen System anschauen (Canon, Nikon, Leica...) können die auf jeden Fall mithalten.

Da könnte man fast noch drüber nachdenken ein Zweitsystem auzubauen. Für den Preis einer aktuellen Nikon-Festbrennweite könnte man eine recht edle Minolta-Festfokus-Ausrüstung zusammenstellen.

Gruß
Alex
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http://andl.dyndns.org/gallery2/main.php?g2_itemId=66



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#8

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 25.09.2006 22:16
von Horst

Hi Stratocaster,

es ist doch so, daß ein ZOOM, immer ein Kompromiss, won verschiedenen Brennweiten darstellt.
Festbrennweiten, sind immer besser, ob von der Abbildungsleistung , Schärfe und Lichtstärke.
Die Festbrennweite, wurde speziell für diese Brennweite berechnet. Das Objektiv, kann bauart bedingt recht Lichtstark gehalten werden, ohne viel an Gewicht zu zunehmen.
Bei einem ZOOM, wird zwar auch berechnet, allerdings stellt dies immer ein Kompromiss zwischen Abbildungsleistung , Schärfe und Lichtstärke dar. Da helfen auch keine ausgleichende Linsen-Elemente (Äsphärische), welche verbaut werden.

So long !
Horst





12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papst).



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#9

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 26.09.2006 01:06
von rfshootist

Festbrennweiten zulegen = JA, Zooms abstossen = NEIN ! Erst mal abwarten, Kaufe Dir ein 24 und 85 und benutze sie, und wenn Du nach 2 Jahren meinst, die Zooms seien wirklich überflüssig, verkauf sie halt.

Die höhere Abbildungsleistung der Primes ist gegeben, aber sie ist nicht immer und überall sichtbar zu machen.
Bei f5,6 bis f11 und 50-80mm wirst Du Schwierigkeiten haben, ein gutes Nikon Zoom Zoom von einer Nikon Festbrennweite zu unterscheiden, zwei 100 Iso Dias als Vergleichsgrundlage angenommen.

So doll isses also nicht mit dem Unterschied. Am ehesten ist noch das Thema Verzeichnung bei Weitwinkel signifikant, da haben Zooms oft deutlich sichtbare Schwächen. Manche Festbrennweiten für SLRs aber halt auch.

Ein Zoom ist unbezahlbar wenn man sich nicht bewegen kann (Sport, Tiere, Theater etc), nicht gleich alles verkaufen, könnte sich als Fehler herausstellen.

Bertram


A la recherche du temps perdu



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#10

RE: Festbrennweiten vs Zoomobjektive

in Umfragen 26.09.2006 04:54
von andreas

Hallo

Nachdem sich Horst sicher an dem von mir gebrauchten Begriff VARIO stößt, wie sollte ich sonst das "ZOOM" deuten ( ) , möchte ich hier gerne die Begrifflichkeiten klären.
Gem der deutschen Industrienorm ist der Begriff Vario für alle Objektive mit variabler Brennweite vorgesehen. Dieses wird auch so von der deutschen Optischen Industrie so benutzt. Der Begriff Zoom kommt aus dem englichen und ist bedeutungsgleich. Diese Objektive zeichnen sich dadurch aus das nach Brennweitenveränderung der Fokus sich nicht verstellt hat. Anders ist dieses bei denn Variofokusobjektiven diese können keine Fokuskonstanz aufweisen.

Klugscheißmodus aus!

Andreas



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