#1

Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 22.01.2011 16:21
von Beef • Mitglied | 289 Beiträge

Hi Leute,

ich besitze ne große analoge Fotoausrüstung, deren Kameras und Objektive komplett auf dem alten Pentax-K-Bajonett-System basieren.
Zudem habe ich aber auch noch ne digitale Canon EOS 400D mit ein paar Objektiven.

Da einigermaßen gute (oder sogar schlechte) Objektive der neuen Generation verdammt viel Geld kosten, habe ich mir jetzt mal einen Adapter gekauft, um meine alten analogen Objektive an der EOS 400D nutzen zu können.

Diese gibt es wie Sand am mehr...aber dennoch zwei Typen:
Einfache Adapterringe (ca 15-25 EUR): Hier muss man nach Auge scharf stellen!
Adapterringe mit Chip (meiner 43,90 EUR): Kamera bestätigt, wenn perfekt scharf!

Ich hab mir den mit Chip gegönnt, denn ohne Schnittbildindikator braucht man das einfach.
Der Adapterring muss einfach auf das Objektiv gedreht werden und dann kann man das ganze wie ein original Canon-Objektiv einfach an die Kamera drehen. Ich benutze das ganze auf Manuell (M) oder eben Zeitautomatik (Av). Der Chip gaugelt der Kamera einfach vor, als wäre ein passendes Objektiv drauf und alles funktioniert wie gewohnt. Man wählt einfach sein Autofokusfeld aus und die Kamera piepst, sobald es scharf ist. Fotos werden so gestochen scharf. An der Belichtung gibt es auch keine Probleme...alles unübertreffbar PERFEKT!
Mir fiel zudem auf, dass die alten Schinken, die ich in ebay für jeweils 1-20 EUR zusammengekauft habe, besser sind als neue Objektive für an die 1000 EUR! (ok, die alten Schinken waren DAMALS ja bestimmt auch nicht billig)

Es sei gesagt, dass bei den alten Objektiven viele Revue-Objektive dabei sind (Revue = "Foto-Quelle" = bestimmt nicht so toll), die in allen Bereichen von 28mm - 210mm jedes teure, moderne Canon und Sigma Objektiv von mir bezüglich Schärfe und Abbildungsqualität in Grund und Boden versenken!!!
Das einzige moderne Objektiv das hier gut mithalten kann, ist das beliebte Canon EF 50mm 1.8 II.
Die billigsten und lichtschwächsten multizoom Objektive (von den alten Schinken) haben nahezu die gleiche Schärfe
Zudem fällt hier auf, dass die alten Schinken auf Kleinbildfilm gerechnet sind...bei schlechteren Objektiven erkennt man zu den Rändern hin ja leichte Vignettierung (bei Kleinbildfilm)...bei den kleinen DSLR Sensoren ist die Qualität bis in den Rändern PERFEKT (da ja nur ein kleinerer Bereich in der Mitte genutzt wird).

Meine Bedenken waren noch die Scharfstellung im unendlichen Bereich (wegen mehr Abstand durch Adapter)...dem ist aber nicht so. Man kann alle Objektive bis in unendlich Scharf stellen und irgendwie sogar minimal darüber hinaus...da sind also noch genug "Abstandsreserven" drin Laut Information funktioniert die unendliche Scharfstellung mit Adaptern bei allen DSLRs von Sony, Pentax und Canon...andere wie Nikon brauchen angeblich nen Adapter mit Zusatzlinse.

Auch machte mir dieser Blendenhebel der Pentax-K Objektive Angst...aber dieser stößt nirgends in der Kamera an. Das funktioniert alles, wies der Adapter verspricht.

Ich wollte euch hier nur ein Feedback dazu geben, da es viele verschiedene Meinungen über dieses Thema gibt. Negative Meinungen meist von Leuten, die es nicht ausprobiert haben.
Fazit: Man spart sich viel Geld, auch wenn man noch keine "alten Schinken" hat. Die gibt es für unter 10 Euro in ebay.

Keines meiner alten Schinken aus den 70er und 80ern hat bei der unschärfsten Blende auch nur annähernd schlechte Qualität geschafft, wie das Canon Kit-Objektiv EF-S 18-55mm II bei der schärfsten Blende

Wen es noch interessiert, ich habe den Adapter von www.phototools24.de (jedoch vom ebay-Shop). Hier gibt es alle Adapter um irgendein nichtpassendes Objektiv an ne bestimmte Kamera zu machen...sogar auch mit Zwischenlinsen (zB für Nikon).
(Das soll jetzt nicht unbedingt Werbung sein, sondern ein Hinweis mit WELCHEM Adapter ich die Erfahrung gemacht habe)

Achja: Diese ganze Geschichte funktioniert natürlich auch unter analogen Kameras...zB an meiner analogen Canon EOS 3000N

Ich hoffe, es war interessant

Gruß,
Andi


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#2

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 22.01.2011 22:44
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Da hast Du mit Deinen Objektiven aber großes Glück gehabt. Ich hatte den Adapter mal für meine analoge EOS, und da verhinderten der Blendenhebel oder der Linsenschutzbügel teilweise ein Einsetzen.

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
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#3

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 00:03
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Ich habe mir auch einen Adapter für meine Canon 20D auf Minolta-Objektive besorgt. Allerdings einen einfacheren ohne Chip. Ich kann bestätigen, dass es sehr gut funktioniert.
Vielleicht sollte ich noch mal einen mit Chip probieren.
Da ich ja analog auch manuell scharfstelle, habe ich kein Problem damit, auf den Autofokus zu verzichten.
Zusätzlich habe ich einen Adapter auf M42. Dafür gibt es zahlreiche günstige Objektive und Zubehör.
In meinem Fall war es ein Balgengerät für ca. 20,- Euro.
Bevor ich also viel Geld für Objektive für die digitale EOS ausgebe, kaufe ich mir lieber welche für die Minolta und benutze den Adapter.

Gruß

Joachim


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#4

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 00:06
von mks • Mitglied | 864 Beiträge

Ich überlege beim Einstieg in Digital gleich das System von Nikon zu Canon zu wechseln. Das hat vor allem zwei Gründe: Für die Eos 5D existiert, im Gegensatz zur D700, schon ein Gebrauchtmarkt und bei Nikon ist die Verwendung von Objektiven mit Fremdbajonett nicht sinnvoll möglich. Ich habe deinen Beitrag deshalb mit sehr viel Interesse gelesen. Da ich aber nicht nur "alte Schinken" hab, sondern auch das ein oder andere AF Objektiv, wäre es gut zu wissen, ob auch die AF Übertragung und die Übertragung der eingestellten Entfernung (Richtung Blitz) funktioniert. Ausserdem haben meine Objektive natürlich überwiegend Nikon Bajonett. Weiß jemand, inwieweit die Erfahrungen übertragbar sind?

Gruß!
Markus


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#5

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 00:18
von Penta • Mitglied | 1.852 Beiträge

Danke erstmal für deinen Beitrag.
Ich überlege zwar auch schon länger ob ich nach einem Adapter für meine Pentacon six objektive an eine EOS schaue, allerdings hatte ich bisher noch kein starkes Verlangen danach...

Was mich noch interesieren würde, welche Sensorgröße hat deine digitale. Sicherlich sind Objektive die nur im Zentrum benutzt werden besser als wenn der ganze Durchmesser (z.B. bei einem Vollformatsensor) benutzt wird?


Steve
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#6

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 00:33
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Zitat von Penta

Was mich noch interesieren würde, welche Sensorgröße hat deine digitale. Sicherlich sind Objektive die nur im Zentrum benutzt werden besser als wenn der ganze Durchmesser (z.B. bei einem Vollformatsensor) benutzt wird?



Die EOS400D hat wie auch meine 20D einen APS-C Sensor.
Daher die scheinbare Brennweitenverlängerung von x 1,6.
Es gibt zahlreiche Verglichstests zwischen APS und Vollformat. APS schneidet dahingehend besser ab, weil geringere Vignettierung auftritt und auch die Randschärfe besser ist. Wie Du ja auch vermutest.

Gruß

Joachim


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#7

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 00:34
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Meinst Du Nikon-AF an EOS?
Nikon-AF-Objektive kann man mit einem Nikon-Adapter an eine EOS ansetzen, aber es gibt keinerlei Übertragung der Elektrokontakte und natürlich auch keine AF-Steuerung. G-Objektive, also solche ohne Blendenring, kann man demnach nur mit Offenblende benutzen.

Falls Du analoge AF-Objektive an Digis meinst:
Bei Nikon gibt es meines Wissens keine Probleme, bei Canon sind die Chips einiger älterer (ich glaube nur Fremd-) Objektive mit den neuesten analogen EOS und mit den digitalen EOS nicht kompatibel.

Ansonsten gibt es bei der Verwendung von manuellen Objektiven an einer DSLR nur das Problem, daß die Digis zu kleine Sucher haben. Eine manuelle Scharfstellung ohne Schärfeindikator ist schwierig. Und der Schärfeindikator ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei für meine Begriffe. Ich fand den wenig hilfreich, aber das kommt natürlich darauf an, wie man fotografiert.

Es gibt Anwendungsgebiete, da kommt man um eine DSLR nicht drumrum wie z.B. die Sportfotografie. Ansonsten finde ich das Konzept der DSLR überholt. Der Sucher meiner Lumix G1 ist ca. doppelt so groß wie ein DSLR-Sucher, hat eine Lupenfunktion für kritische Scharfstellung und ist deutlich heller, natürlich erst recht mit alten Objektiven, die ja mit Arbeitsblende verwendet werden müssen. Da kann man alles dransetzen von Leica-M bis M42. Ich verwende meine OM-Zuikos.

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
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#8

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 01:49
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Noch eine Ergänzung in der Hoffnung, daß hier auch ein solches digitales Thema keinen Anstoß findet. Aber viele von uns fahren ja 2-gleisig, und es geht um die Verwendung "analoger" Objektive an Digis.

Der Bildkreis eines KB-Objektivs ist viel größer als der Chip einer Crop-Kamera. Der "weggeschnittene" Teil des Lichtkegels treibt sich mehr oder weniger ungebändigt dann in der Kamera und zurückreflektiert auch im Objektiv rum. Gerade lichtstarke Objektive leiden deshalb bei Offenblende an einer Überstrahlung, die allgemein Ghosting genannt wird. Aufgrund eines Tips im DSLR-Forum habe ich mir eine schwarze Blende geschnitten, die ich im Adapter befestigt habe. Das gibt eine deutliche Verbesserung der Bildqualität. Natürlich darf der Ausschnitt der Blende nicht so klein sein, daß sie tatsächlich als Blende wirksam wird, also die Lichtstärke reduziert.

Gruß
Jochen


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Jochen
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#9

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 02:42
von mks • Mitglied | 864 Beiträge

Hallo Jochen,

danke für die Infos. Ich wollte tatsächlich meine AF-Nikkore an einer Eos 5D benutzen. Na, da hab ich ja jetzt ein Problem weniger und etwas mehr Zeit zum sparen... :) Auch wenn ich keine G Objektive besitze (die an der F90 nämlich auch nur in Offenblende arbeiten).

Gruß!
Markus


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#10

RE: Alte manuelle, analoge Objektive mit Adapter an moderner Canon EOS DSLR - meine Erfahrung

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 23.01.2011 07:10
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Ich habe zu der Sache ehrlich gesagt ein eher negatives Verhältnis: Gerade das massenhafte adaptieren alter Objektive - teils mit Metallsäge u.ä. Methoden - könnte uns analoge "Knipser" einmal ernsthaft in Bedrängnis bringen, weil die Digitalen die für unsere Zwecke geeigneten Objektive verschleißen. M-42 beispielsweise wird in großem Stil für Digitalzwecke mißbraucht, was man so liest, aber natürlich gibt es keinen Nachschub mehr.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 23.01.2011 07:11 | nach oben springen






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