#1

Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 03:56
von Penta • Mitglied | 1.852 Beiträge

Meine Laborerfahrung ist ja erst ganz am Anfang. Bisher bei der SW Filmentwicklung lief dies mit "Tetenatl Ultrafin" ab. Da ich mir jetzt Chemie bestellen muss, habe ich mich so durch die Bestelllisten gearbeitet.
Sieht man mal von Sonderfällen? wie pushen oder der 2 oder 3 Badentwicklung ab - welhce Chemie ergibt die vernüftigsten Filme?
Zum entwickeln von T-Kristal Filmen wird z.B. "Ultrafin Plus" empfohlen - sinnvoll oder Geldmacherei?

Oder sollte man, wenn man sich sowieso noch auf keinen Prozess eingearbeitet hat - doch zur Kaffeeentwicklung gehen???

Die verwendeten SW Filme sind zur Zeit
im KB Bereich
Agfa APX
div Orwo wie NP20, NP22, NP 27 und dann liegen auch noch ein paar DK5 rum

im Rollfilmbereich

bisher Iford FP4 plus wobei ich überlege ob ich nicht auf Kodax T-max 100 oder Ilford Delta 100 prof umsteige.


Steve
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#2

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 04:58
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo SM,

es gibt kaum schlechte Filme und Chemie am Markt. Und von 10 Dunkelpanschern wirst du mindestens 11 Empfehlungen bekommen. Den besten Entwickler oder Film gibt es nicht. Meine Lieblings-Combo heißt Acros 100 und Caffenol-C-L, was kaum jemanden hier überraschen dürfte. Die haut mich jedesmal wieder um. Es gäbe ja noch soooo viel zu sagen.......

LG Reinhold


zuletzt bearbeitet 20.09.2010 04:58 | nach oben springen

#3

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 05:55
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hi!
Also wenn Du eh eine Bestellung losläßt, dann pack ruhig mal eine Flasche Rodinal mit dabei. Dieser Entwickler ist zwar auch keine Eier-legende-Wollmilsau, aber im Prinzip kann man jeden Film da drin baden und erhält nahezu immer ein vergrößerbares Ergebnis.
Natürlich gibt es für jeden Zweck (Feinkorn, Push/Pull, ..) immer mindestens eine fast perfekte Entwickler-/Film-Kombi aber dann hat man irgendwann einen ganzen Schrank voll mit Entwickler und das macht das Leben ja auch nicht einfacher.


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#4

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 06:25
von Squishee • Mitglied | 31 Beiträge

Also ich habe mir jetzt mal für den Delta 100, Spur HRX III bestellt. Müsste morgen oder übermorgen kommen. Dann kann ich dir sagen ob diese Kombo was taugt. (Man hört eigentlich nur gutes) Ansonsten, Für HP5 + Habe ich immer Emofin benutzt. Kommt meiner Meinung nach sehr gut raus. Ansonsten für Pan F+ benutze ich Perceptol. Kommt auch gut. Wie gesagt, ich bin gerade dabei auf den Delta umzusteigen.


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#5

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 08:05
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Steve,

Reinhold hat recht, du wirst von 10 Home-Entwicklern 11 Empfehlungen bekommen. Ich selbst habe lange Zeit sehr viel hin- und her experimentiert, hatte im Laufe meiner Zeit (und das erst seit Anfang 2006, seit ich entwickel), folgende Entwickler verwendet:

- Ilford Ilfosol S / heute Ilfosol 3 (Flüssig-Feinstkorn)
- Ilford ID11 (Pulver Universal)
- Tetenal Negafin (Pulver Ultrafeinstkorn)
- Tetenal Neofin blau (Flüssiger Schärfeentwickler)
- Moersch Tanol Speed (hm... kann ich nicht so recht einordnen
- Rollei High Speed (RHS = identisch mit Amaloco AM74; flüssiger Feinkornentwickler)
- und eventuell den einen oder anderen, den ich mittlerweile wieder vergessen habe

Zum vielen Experimentieren war das toll. Mit ID11 und Negafin (letzteren bekommst Du noch bei Foto Impex) kann man praktisch alles entwickeln, mit Tetenal Neofin blau immerhin eine Menge vom Rollei Pan 25 bis zum Fuji Neopan 1600 (auch letzteren mit guten Ergebnissen!!). Wirklich geil kam der Agfa APX 100 auf ASA 80 in Neofin blau. Als sehr guter Universalentwickler hat sich auch Ilfosol herausgestellt, allerdings wird das Zeug auf Dauer teuer (Neofin aber auch), wenn man viel entwickelt, da es nur in recht kleinen Flaschen verkauft wird.

Nun, was soll ich sagen - man wird älter (31 ...), hat durch den Beruf weniger Zeit und kann irgendwann nicht mehr so viel experimentieren. Also bin ich dauerhaft und ausschließlich bei einem Entwickler geblieben, und zwar RHS. Damit entwickel ich alles, vom Feinen bis zum Höchstempfindlichen, und ich bin mit den Ergebnissen immer zufrieden - selbst beim HP5 Plus, bei dem Amaloco eine Entwicklung mit AM74 abriet. Meiner Meinung nach gibt es keinen Film, der nicht (gut) mit RHS / AM74 entwickelt werden kann. Wirklich geil kommt der Ilford Delta 100 in RHS, das ist meine Traumkombi. Sauscharf, kontrastreich, kornarm.

Grüße
Sven




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Meine Homepage: http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials und Fotoliteratur


Meine Handwerkszeuge: EOS 5D, EOS 5D MK II, EF 24-105/4 L IS USM, EF 70-200/2.8 L USM, EF 50/1.8 II, Cosina AF 19-35/3.5-4.5 Digital, Sigma 12-24 F4.5-5.6 II DG HSM; Canon PowerShot SX50 HS; Yongnuo YN-568 EX II, YN-622C; Panasonic Lumix DMC-G6, Lumix Vario 14-42/3.5-5.6 asph./Mega O.I.S., LUMIX G VARIO 45-150mm / F4.0-5.6 ASPH MEGA O.I.S.
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#6

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 19:33
von Penta • Mitglied | 1.852 Beiträge

@ Grisu

RHS - mal schauen ob Brenner den hat, vor dem bestellen lese ich jetzt gerade den Kaffeeblog, vielleicht steige ich doch noch da ein??


Steve
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#7

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 22:42
von Gelöschtes Mitglied
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Ich bin inzwischen komplett zu Rodinal zurück, aus den Gründen, die Andreas oben schon genannt hat. Gerade für so klassisches Zeug wie die ORWOs paßt das immer, man kann nicht viel falsch machen und spottbillig ist es auch, da es in nahezu homöopathischen Dosen zugegeben wird. Aber auch moderne SW-Filme habe ich schon mit sehr schönen Ergebnissen darin entwickelt, die Fujis (Acros und Neopan 1600) waren z.B. auch prima. Bisher hat es noch zu jedem Film gepaßt und ich experimentiere nicht mehr.

RHS ist auch gut, aber Rodinal liegt mir besser.

Viele Grüße,
Nils


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#8

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.09.2010 23:41
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Rodinal und KB muss man mögen... mir ists zu körnig. Bei MF aber kein Problem. Bin die letzten Jahre auch von einem Entwickler zum nächsten (ID11, A49, D76, R09, Maco ecoprint, AM74 und Xtol) gewechselt. (Bei FIlmen sahs ähnlich aus...) DAS kann ich nicht wirklich empfehlen.
Plane mittelfristig nur noch XTOL zu verwenden. Recht universell (also für 25-3200 ASA FIlme rel. gut geeignet, harmoniert mit T-Grain und klassischer Kornstruktur, kann pushen und pullen...) , scharf, feinkörnig und wohl auch rel. unschädlich für Mensch und Umwelt. Entwicklungszeiten gibt es praktisch auch für jeden Film. RHS / AM74 wäre sicher auch keine schlechte Option, habe aber das Gefühl, dass xtol bei 400ern feinkörniger (und dabei nicht unschärfer) ist.


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#9

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 21.09.2010 01:55
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Zitat von Penta
@ Grisu

RHS - mal schauen ob Brenner den hat, vor dem bestellen lese ich jetzt gerade den Kaffeeblog, vielleicht steige ich doch noch da ein??



Brenner dürfte den vermutlich nicht haben, aber Du kannst ihn bei Maco, Impex (auch wenn er - glaube ich - bei Impex nicht im regulären Katalog hat) und einigen anderen bekommen, bei Phototec bekommst Du ihn unter dem Namen Amaloco AM74. Anbieter gibt es also genug...

Grüße
Sven (der seinen RHS immer bei Impex bestellt)




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#10

RE: Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 21.09.2010 01:59
von hambo • Mitglied | 106 Beiträge

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, da hat jeder seine eigene Empfehlung. Um mal kurz was wesentliches zu den Entwicklern zu sagen, es gibt, abgesehen von den Zweibad und Fixierentwicklern, nur drei Grundtypen an Entwicklern. Da ist es egal wenn jemand ein neues Produkt auf den Markt bringt, letztlich ist es auch nur eine kleine Abwandlung davon, genau wie es sonst da auch Unterschiede gab zwischen jedem Hersteller. Mal kurz aufgezählt:

a.) Feinkornausgleichsentwickler
Kann alle Filme entwickeln, aber keinen mit perfekten Ergebnissen. Es ist das gleiche was früher der Fotohändler in seinem Tank hatte, wo alle Filme so 8-9 Minuten reingehängt wurden und gut. Wichtig war hier, das die Negative gut kopierbar werden und auch Fehlbelichtungen noch zu akzeptablen Bildern führen. Wenn nicht krasse Ausreißer dabei waren, kam man im Labor beim vergrößern mit Gadation Spezial oder Normal aus, nur in seltenen Fällen war mehr nötig. Typische Entwickler dieser Art sind Kodak D76,X-Tol, Ilford ID11, Agfa Refinal.

b.) Feinstkornentwickler
Die kamen mit zunehmender Verbreitung der Kleinbildfotografie auf den Markt und sollten das etwas grobe Korn der Filme mildern, taten sie auch. Allerdings zu Lasten der Kantenschärfe, da während der Entwicklung wieder ein Teil des Silbers angelöst wird, also nichts für absolute Schärfefanatiker. Meist ist die Empfindlichkeit der Filme etwa 1 Blende niedriger anzusetzen, als wenn mit dem Feinkornausgleichsentwickler gearbeitet wird. ( Ausnahme Agfa Atomal) Microdol von Kodak oder Ilfords Perceptol gehören zu den Feinstkornentwicklern.

c.) Schichtoberflächenentwickler
Der Name stimmt so eigentlich nicht, hat sich aber erhalten, weil man früher dachte, diese Entwickler würden nur an der Schichtoberfläche arbeiten. Sie arbeiten sehr scharf, ausgleichend und lassen das Silberkorn so wie es ist. Das stört manche. Wer sich damit einarbeitet, kann perfekte Ergebnisse erzielen, allerdings geht es auch wenn man nicht lange probieren will mit den Standardverdünnungen. Am bekanntesten ist Agfa Rodinal, auch Neofin von Tetenal ist immer noch am Markt. Ilfosol von Ilford ist auch in diese Gruppe einzuordnen. Man kann großzügig auch Kodak HC 110 dazurechnen, ich glaube den verwendet aber keiner von uns.

Also ruhig mal probieren, aber letztlich hat sich da seit 100 Jahren nicht so viel getan. Zwar wurden neue Entwicklungssubstanzen gefunden die alte giftige ersetzt haben und was wesentlicher ist auch länger haltbar sind. Es ist so wie bei Autos, jedes Jahr ein neues Modell, aber es bleibt ein Auto mit vier Rädern, nichts neuse eben.

Gruß Jürgen


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