#1

HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2008 11:22
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Hallo,

Sonntagabend: die letzten Baryt-Abzüge warten darauf, in die Presse zu kommen. Dunkelkammer ist schon aufgeräumt - die Zeit ist also günstig, neuen D-76 anzusetzen.
Entmineralisiertes Wasser in den Wasserkocher, auf 40°C eingestellt, derweil die Zutaten abgewogen, etwa 900ml temperiertes Wasser ins Gefäß, Pulver eingerührt, acht 125ml-fassende Aponorm-Fläschchen bereitgestellt, Filter in den Trichter und - nachdem sich das letzte Körnchen gelöst hat - die Lösung durch den Filter in die Flaschen gegossen. Bei der letzten Flasche festgestellt, dass irgendwie nicht mehr genügend Lösung da ist... Tjaja, da hätte ich wohl auf 1000ml auffüllen müssen...

In solchen Momenten denkt man dann schon mal daran, dass ein Flüssigkonzentrat vielleicht doch die bessere Lösung sei. Aber welches?

Rodinal und Neofin sind zu kornakzentuiert, TMax und Ultrafin plus sind zu "modern", Tanol und Finol zu speziell...

Unter den Klassikern findet sich ja noch Kodaks HC-110 bzw. Ilfotec HC/LC29 (gibt es noch Tetenals Neopress HC?). Im Netz finden sich unterschiedlichste Meinungen zu diesem Sirup: mehr Korn und Schärfe als D-76, weniger Korn und Schärfe als D-76, löst sich schlecht, der universellste Entwickler überhaupt, ...

Wie sehen Eure Erfahrungen aus? (Alex?)

Meine bevorzugten Filme sind weiterhin Adox/Efke 50 und Tri-X.

Swingende Grüße

Henning


_____
Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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#2

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2008 19:24
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge
Hallo Henning,

der HC-110 ist in letzter Zeit zu meinem Standardentwickler geworden. Ich bekomme damit schöne Prints hin, die deutlich weniger Korn haben als Rodinal im Standardprozess, und das auch wenn man im Sommer mal nicht auf die 20°C kommt.

Ich habe aber keinen Vergleich zu Pulverentwickler, da ich die generell nicht mag. Die hochkonzentrierten Flüssigentwickler sind mir in der Handhabung einfach viel lieber, da sie nicht so schnell kaputt gehen, und weil man nur das Wasser vor der Entwicklung temperieren muß.

Den HC-110 kann man alle Filme gut benutzen. Ich hatte schon einen PanF+ drin, FP4+ (meine Lieblingskombination), T-MAX, TRIX, Delta 3200, Fuji 1600 - hat alles gut funktioniert. Außerdem hat er im Vergleich zu Rodinal ganz angenheme Entwicklungszeiten (normal 5 min.).

Alles in allem kein Wunderwässerchen, aber ein guter Standardentwickler, der angenehm in der Anwendung ist.

Kennst du die Seite: http://www.stefanheymann.de/foto/entwickler/hc-110.htm ?

Achso: Rodinal soll bei 16°C auch feinförnig entwickeln, aber die Entwicklungszeit von über 20 Minuten möchte ich mir nicht antun.

Gruß
Alex


zuletzt bearbeitet 26.08.2008 19:25 | nach oben springen

#3

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2008 19:54
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Hallo Henning,

ich habe mit D76 auch keine erfahrung, aber mit Rodinal und LC29. Also ich dachte immer, so viel feinkörniger als Rodinal ist er LC29 auch nicht, aber ob ich mich da nicht geirrt habe?

Jedenfalls habe ich meine Letzten Filme mal in LC29 1+9 gebadet und war zumindest beim Fortepan 400 sehr angetan. Ich denke, das ist ja ein FIlm, bei dem du auch wissen dürftest wie körnig er ist. Wenn du mal in meinem Flickr-Accunt die Fortepan bilder anschaust, dann kannst du die verschiedenen Entwicklungsarten vielleicht vergleichen (wobei Liths nicht aussagekräftig sind, aber das dürfte dir klar sein.

Link: http://www.flickr.com/search/?w=24692517...ithprint&m=text
Dazu noch ein Bild das nicht auf Flickr ist: http://www.deviantphoto.eu/bild/100735

Infos stehen immer dabei. Vielleicht hilfts dir was. Wenn du einfach so meinen Account durchsiehst, dann siehst du bei den letzten ein paar APX100 Bilder und ein paar HP5 Bilder in LC29 1+9. Da hatte allerdings auch was mit der Belichtung nicht gestimmt, glaube ich.

Gruß,
Christoph


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#4

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2008 23:22
von andreas

Ich hab echt keine Ahnung was Ihr gegen Rodinal habt? Der ist vieleicht nicht immer so Feinkörnig wie ein X-Tol dafür wirkt der aber schärfer. Aber das ist ja geschmackssache. Außerdem hält der ne Ewigkeit und günstig ist der auch. Was kostet denn HC-110 und wieviele Filme bekomm ich entwickelt in einem Liter?

@ Alex: Ich hab ja keine Ahnung wie Du das im Sommer machst aber ich hab keine Probleme das Wasser zu temperieren. Einfach mal ein wenig mehr kalt Wasser dazu.
Sollte ja auch bei Dir nicht über 20grad kalt sein.



Gruß
Andreas


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#5

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2008 23:44
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge
Zitat von andreas
Ich hab echt keine Ahnung was Ihr gegen Rodinal habt? Der ist vieleicht nicht immer so Feinkörnig wie ein X-Tol dafür wirkt der aber schärfer. Aber das ist ja geschmackssache. Außerdem hält der ne Ewigkeit und günstig ist der auch. Was kostet denn HC-110 und wieviele Filme bekomm ich entwickelt in einem Liter?

@ Alex: Ich hab ja keine Ahnung wie Du das im Sommer machst aber ich hab keine Probleme das Wasser zu temperieren. Einfach mal ein wenig mehr kalt Wasser dazu.
Sollte ja auch bei Dir nicht über 20grad kalt sein.

Gruß
Andreas


Du entwickelst bei dir mit dem feinstem Schwarzwaldtröpfen frisch und kühl aus der Quelle, hier in der Stadt komme ich momentan nicht unter 22 °C

So teuer ist der HC-110 auch nicht. Das Konzentrat wird 1+31 verdünnt, gibt dann 32l Arbeitslösung, bei zwei Filmen im Tank brauch ich 500ml, sind 128 Filme, der Liter kostet 30 EUR, mach so 24 cent pro Film, in der Realität komm ich vielleicht auf 40 Cent pro Film. Die Kosten sind vertretbar

Ein halbes Fläschen Rodinal hab ich auch noch zuhause, das ist für die restlichen APXe und vielleicht mal ein Acros reserviert. Sonst nehm ich ab und zu noch gern Finol.


Gruß
Alex


zuletzt bearbeitet 26.08.2008 23:48 | nach oben springen

#6

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 27.08.2008 01:50
von oetzel • Mitglied | 439 Beiträge

Hallo Henning,

füll doch einfach das D-76 wieder aus den Fläschen in die 1l Flasche zurück, 100ml dazu (müssen nicht 40° warm sein, wenn schon alles gelöst ist) und wieder in die Fläschchen zurück. Falls du es am Sonntag noch nicht gemacht hast, sollte das auch heute noch funktionieren. Ich hab bislang noch nichts negatives gelesen, wenn man D-76 ein wenig zu fett ansetzt, außer dass es beim abkühlen wieder ausflocken kann. Aber das würde man sehen. Wäre doch schade um die Brühe

Viele Grüße
Michael


--
http://www.cyber-simon.de -- mein Photoblog
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#7

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 27.08.2008 19:53
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Henning,

ich kann Dich gut verstehen, ich habe zwar lange auf Tetenal Negafin Ultrafeinstkornentwickler geschwört, aber auch ich hab langsam die Faxen mit den Pulverentwicklern satt, ist mir einfach zu umständlich und macht (auch nach dem Ansetzen noch) mir einfach zu viel Dreck.

Ich selbst nutze zur Zeit noch Tanol Speed und Neofin blau, von beiden bin ich begeistert, aber die möchtest du ja nicht. HC-110 kenne ich nicht, dazu kann ich nix sagen.

Als Tipp hätte ich noch Ilford Ilfosol - ein Feinkornentwickler mit hervorragender Schärfe, sehr leicht zu handhaben, die Entwicklungszeiten sind immer (sehr) kurz, teilweise bis zu 1/4 im Vergleich zu Neofin blau, beim FP4 Plus z.B. grade mal bei 4 Minuten. Die Durchzeichnung und Schärfe der Negative waren immer sehr gut, die Korngröße spielte keine große Rolle.

Der alte Ilfosol S, den ich sehr geschätzt und immer wieder gerne eingesetzt habe, hatte das Problem des Sudden death - kaum waren die 3 Monate Haltbarkeit um, ist er quasi sofort gekippt. Daher hat Ilford den vom Markt genommen und nun mit dem Nachfolger, Ilfosol 3, einen Entwickler auf den Markt gebracht, der die gleichen guten Eigenschaften hat, aber nicht mehr (so schnell) kippt.

Teuer ist er auch nicht, evtl. werde ich den wieder als Entwickler hinzuziehen für Filme, die ich weder in Neofin blau noch in Tanol Speed schmeißen kann, z.B. HIE, SFX oder auch Fuji Neopan 1600...

Gruß
Sven




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Meine Handwerkszeuge: EOS 5D, EOS 5D MK II, EF 24-105/4 L IS USM, EF 70-200/2.8 L USM, EF 50/1.8 II, Cosina AF 19-35/3.5-4.5 Digital, Sigma 12-24 F4.5-5.6 II DG HSM; Canon PowerShot SX50 HS; Yongnuo YN-568 EX II, YN-622C; Panasonic Lumix DMC-G6, Lumix Vario 14-42/3.5-5.6 asph./Mega O.I.S., LUMIX G VARIO 45-150mm / F4.0-5.6 ASPH MEGA O.I.S.
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#8

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.08.2008 10:16
von Knipsophon • Mitglied | 666 Beiträge

@Alex
Dann ist also der HC110 feinkörniger als Rodinal? ist das richtig?

Kannst Du den Acros mit HC110 empfehlen?

Gruß
Lui


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#9

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 29.08.2008 20:39
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

Zitat von Knipsophon
@Alex
Dann ist also der HC110 feinkörniger als Rodinal? ist das richtig?

Kannst Du den Acros mit HC110 empfehlen?

Gruß
Lui


Ich halte in HC110 entwickelte Negative für feinkörniger als Rodinal. Wobei es Berichte gibt, daß Rodinal bei 16°C sehr feinkörnig wird, aber auf Entwicklungszeiten von über 20 Minuten hab ich auch keine Lust.


Acros kommt auch gut darin http://flickr.com/photos/alex1976/2361678119/

Gruß
Alex



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#10

RE: HC-110

in Dunkelkammer & Entwicklung 30.08.2008 03:30
von Knipsophon • Mitglied | 666 Beiträge

na ja, 16°C ist auch sehr schwer einzuhalten.

Mein Acros badet gerade in 1+100 Rodinal (Standentwicklung für 60 Min). Mal sehen, was darauskommt .

War auch schon malam überlegen, mir den HC zu kaufen, war mir aber ein wenig zu gröbkörnig (wurde immer gesagt - gesehen hatte ich noch keinen Abzug damit).

Gruß
Lui


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