#1

Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 19.01.2006 22:45
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Um die Threats nicht zu sehr zu vermischen, jetzt an dieser Stelle nochmal aufgegriffen.

Da ich zwar schon meine ersten Erfahrungen in der DUKA gemacht habe, aber im Grunde noch völliger Neuling bin, jetzt hier die für mich entscheidenden Fragen:

1.) Die Verwendung von Ilford FP4Plus vorausgesetzt, welche Chemikalien von welchem Hersteller benötige ich zum Entwickeln, als Stoppbad, welches Netzmittel und welchen Fixierer benötige ich ??

2.) Man hört viel von PE- und Barty-Papier. Das mag ja eine Glaubensfrage sein. Aber wo liegen die Unterschiede ??

Kann ich die gleichen für den Ilford FP4Plus verwendeten Chemikalien auch (un)eingeschränkt für andere Filme (z.B. Kodak T-Max) verwenden ??



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#2

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 19.01.2006 23:27
von Horst
Hallo Sven,

Als erstes kannst Du Deine Filme (FP4 oder auch andere) in allem möglichen baden.
Für den Anfang würde ich Dir den "ID 11" von Ilford ( Ansatz für 1 Ltr) ans Herz legen.
Den "D 76" von Kodak kannst Du auch nehmen. Das ist dieselbe Brühe, nur mit anderem Namen.

Es gibt eine vielzahl von Entwickler. Es kommt immer darauf an was Du machen möchtest.
Perceptohl z.B. (Ilford), ist ein Feinstkorn-Entwickler.

ID 11, ist ein Standart-Entwickler.

Zu den Papieren:
"PE-Papiere", sind genau genommen gar keine Papiere. Dieses Papier besteht aus mehreren Schichten Kunststoff.
D. h. , die Chemiekalien können da nicht eindringen. In die Beschichtung schon,aber nicht ins Papier selbst.
Man kann dieses Papier eher mit "Film" vergleichen.
Dadurch wird die Wässerungszeit erheblich gemindert. Weil die Chemie nicht eindringen kann.

Bei "Baryt-Papier", kann die Flüssigkeit (Chemie) ins Papier eindringen (vollsaugen). D.h. ausgiebige Wässerung ( 1 Stunde und länger). Schlechte Trocknungseigenschaften gegenüber PE.
PE, ist nach ca. 20 Min. trocken.

Dann gibt es noch die "Multigrade-Papiere.
Dieses können beide sein. Baryt als auch PE.
Multigrade, bedeutet nichts anderes, als daß es sich um Papiere handel, welche eine "variable Gadation" haben.
Mit der Gadation, steuert man den Kontrast, der Bilder.
Dies hängt weitgehend vom Negativ ab.
Ein schwach belichtetes Negativ, verlangt anch einem "harten" Papier ( also Gadatin 4 oder 5).

Silberhalgoniede, sind die Silberpartikel welche das Papier Lichtempfindlich machen. Diese werden bei der Belichtung belichtet und bei der Entwicklung geschwärzt.
Je nach Grad der Belichtung, färben sich diese stärker (schwarz), oder weniger ( leichtes grau).
Das Stopbad "Stopt" diesen Vorgang.
Das Fixierbad (Fixer), sorgt dafür das diese Silberhagoniden, dann "lichtunempfindlich (fixiert) werden ( das Bild)
Übrige Silberpartikel, werden vom Entwickler herausgewaschen und verbleiben im Entwicklungsbad.

ich bin kein Chemiker, kann es Dir nur so "grob" erklären.
Ich hoffe das hilft Dir weiter.

Vielleicht kann auch jemand das noch besser Erkären, als ich.
Oder;- Sprech deinen Dotzenten darauf an ( ausdrucken und zeigen) .

Have a nice day !
Horst


12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papast).



zuletzt bearbeitet 19.01.2006 23:33 | nach oben springen

#3

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 19.01.2006 23:47
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge
Danke, damit hast Du mir sehr geholfen !! Wie das mit dem Chemischen bis in's letzte funktioniert, muss ich nicht unbedingt wissen. Die Reihenfolge der Anwendungen kenne ich ja. Wichtiger war mir, welche Chemikalien ich benötige, denn wenn ich bei Ebay ein gebrauchtes Set ersteiger, bei dem die Chemikalien seit zwei, drei Jahren nicht mehr genutzt wurden, möchte ich die auch nicht mehr verwenden...

Ich werd's dann, wenn's soweit ist, mal mit ID 11 oder mit D 76 versuchen.

Hast Du noch einen Tipp für jeweils ein gutes, SW-Allroundfotopapier als Barty und als PE ?? Also eine konkrete Kaufempfehlung ??

Stoppbad und Fixierer kann ich jeden nehmen ?? Oder kannst Du mir da auch einen bestimmten Hersteller empfehlen ??



zuletzt bearbeitet 19.01.2006 23:49 | nach oben springen

#4

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 00:35
von jfakesch • Mitglied | 92 Beiträge

Zu meiner Zeit, vor etwa 25 Jahren und mehr, haben wir die Substanzen einzeln aus der Apotheke gekauft, mit einer selbst gebastelten Waage abgewogen und die Brühe selber zusammengemixt. Es gab da bei jedem SW-Film, oder auch auf der Verpackung des Photopapiers Rezepte, sowohl für Entwickler als auch für den Fixierer. Für den Stopper hat man Wasser mit einem Schuss Tafelessig (~1:30) benutzt.
Hat das jemand von euch schon gemacht?
Das ganze Material damals war von ORWO oder aus chinesischer Produktion.
Ja das wahren Zeiten.

Josef
Geh nicht dahin, wo der Weg Dich hinführt. Geh dahin, wo es keinen Weg gibt und hinterlasse eine Spur.



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#5

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 01:39
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Und wie macht man's heute ??



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#6

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 01:41
von Horst
@ Sven,
Ja;- mit ID 11 machst Du nichts falsch. Eine Packung ca, 4,45 Euro.
Stopbad würde ich irgendein "Geruchloses" nehmen. Das ist angenehmer beim arbeiten.
Der Fixer kann von TETENAL oder von ILFORD sein, beide sind gut und für Film als auch für Papier geeignet.

@ Josef,
Ohje;- wenn ich das höre.
Selbstasatz, Apoteke, ORWO, chinesische Produktion.
Da rollen sich bei mir die Haaransätze auf. Alles Materialien und Arbeitsweisen, wo eine "Repruduktion", also gleichbleibende Arbeitsweise nicht gewährleistet ist.
Mach Dich "Frei" , von sollchen Dingen und benutze das hervorragende Material, welches schon fertig im Handel gibt.
Glaub mir, daß ist der einzige richtige Weg, um schöne Schwarzweiss-Prints zu bekommen.

Wie solche PRINTS, aussehen können, hier mal als Beispiel.
Schaut Euch mal die "Grauwerte", das "Schwarz" und die "Spitzlichter" an.
Siehe da:

http://www.jsfotografie.de/tatiana/index.htm

Das ist "Fine Art-photographie" in Vollendung

So long !
Horst


12 gute Fotos in einen Jahr, sind eine gute Ausbeute ( A. Adams / Schwarzweiss-Papast).



zuletzt bearbeitet 20.01.2006 01:46 | nach oben springen

#7

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 01:45
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge
@ Horst

Und einen konkreten Vorschlag je zu Barty- und zu PE-Papier ?? Danke schonmal !!

Übrigens eine unglaublich gute Fotografie !!



zuletzt bearbeitet 20.01.2006 01:45 | nach oben springen

#8

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 01:53
von Horst

@ Sven,
Verstehe Deine Frae nicht ganz .
Was meinst Du genau damit ?

Horst


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#9

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 09:21
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Naja, es gibt ja z.B. bei PE-Papier dutzend Hersteller, die vielleicht auch mehrere "Modelle" oder Sorten im Angebot haben. Kannst Du mir jeweils einen konkreten Kauftip - einmal für PE-Papier und einmal für Barty-Papier - nennen, mit denen Du gute Ergebnisse erzielt hast ?? Damit ich erstmal weiß, welches ich mir - neben den Chemikalien - zulegen sollte, um sofort starten zu können, sobald ich ein Labor ersteigert habe. Das würd mir sehr helfen.

Erstmal nur "normales" und kein Multigrade oder wie das hieß



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#10

RE: Fotopapier und Chemie

in Dunkelkammer & Entwicklung 20.01.2006 10:05
von Horst
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Hallo Sven,

Das ist der falsche Weg.
Du solltest Dir am Anfang auf jeden Fall "Multigrade" kaufen.
Es ist so:
Bei der Festgradation ( kein Multigrage), mußt Du Dir von jeder Papiersorte ein Packung auf Lager legen.
Das heist sehr viel Geld schon am Anfang ausgeben.
Bei Gadations-Wandel-Papier (Multigrade) brauchst Du dies nicht. Da ist "eine" Papiersorte für alle Gadationen ( deshalb heist es "Multigrade).
Da Du (am Anfang), nicht weißt wie deine Negative ausfallen. Sie können einmal eine härtere Gadation benötigen und das andere mal eine weichere.
Bei Multigrade wird die "Gradation" über die Ilford-Multigrad-Filter bestimmt.
Das sind Filter, welche entweder im Vergrößerungsgerät selbst (Filter-Schublade), oder einfach vor das Objektiv montiert werden, gesteuert.
Die Gatation sieht fogendermaßen aus:
Gadation 1 = extra weich
Gadation 2 = weich
Gadation 3 = Normal
Gadation 4 = hart
Gadation 5 = extra hart
Du benötigst diese Filer nur bei Multigrade Papier.

Ich selbst benutze "Ilford Multigrade 4" PE
Wie gesagt, das PE Papier ist besser zu verarbeiten. Schnelle und einfache Wässerung. Schnelle Trocknung.

Baryt-Papiere sind etwas für die fortgeschrittenen Profis. Baryt-Papiere sind sehr schwirig zu verarbeiten. Die Planlage, bei der Trocknung ist da das Problem.

Die heutigen modernen Multigrade PE Papiere stehen in Qualität, den Baryt-Papieren nur in sehr geringem Umfang nach.
Alleine schon das lange Wässern, welches sehr viel Wasser braucht, da das Wasser ständig gewechselt werden muß, kostet Geld und vor allem Zeit. Mal abgesehen von der Trocknung.

Benutze lieber, zumindest am Anfang Multigrade PE Papier.
Die paar Euroren für die "Ilford-Multigrade-Filter", sind nicht die Welt.
Sonst verlierst Du gleich am Anfang die Lust an der Sache. Glaub mir, ich weiß von was ich rede.

Also besorg Dir das "Ilford Multigrade 4 / PE Papier"
Die Ilford -Filter
Dann kannst Du schon loslegen.

Würde Dir auch zu einem DURST oder Kaiser-Vergrößerer raten.
Die anderen sin Qualitativ nich so gut. ( sehr viel Plastik)
Die Kaiser-Geräte sin von Vorteil. Die sind nähmlich im Baukasten-Prinzip gebaut.
So kann man später einmal auch noch Nachrüsten, z.B. auf das Mittelformat.

Ich hoffe Du hast bis zum ende durchgehalten.
Wenn Du noch Fragen hast;- her damit- das ist der Sinn diese Forums.

So long !
Horst

Sorry- bin nicht eingeloggt - das geht nich- Rechner Problem.



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