#11

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.01.2016 10:17
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Es gibt keine CMY-Papiere (was die Lichtempfindlichkeit betrifft). Die 3 Schichten reagieren immer jeweils auf R, G und B und bei der Entwickung werden CMY-Farbstoffe erzeugt. Das hat auch nichts mit digital zu tun. Ich kann mit dem selben Papier auch analoge Vergrößerungen vom Negativ machen.

Gruß

Joachim


"Rot ist Plus, Schwarz ist Minus und alles mit mehr als 2 Drähten ist Elektronik"
zuletzt bearbeitet 31.01.2016 10:18 | nach oben springen

#12

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.01.2016 12:10
von brainslicer • Mitglied | 99 Beiträge

So richtig kapiere ich das immer noch nicht. Vor allem warum dann der Farbmischkopf nur CMY enthält und eben nicht RGB.
Hast du vielleicht eine Internetadresse, wo man den Prozes einmal nachlesen kann. Ich habe leider nichts zum Farbprinten gefunden (gehört aber auch sicher nicht in diesen Thread :)


zuletzt bearbeitet 31.01.2016 12:12 | nach oben springen

#13

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.01.2016 12:39
von Smena-8 • Mitglied | 454 Beiträge

Zitat von DD_Ihagee im Beitrag #2
Ich habe Deinen Enthusiasmus schon bewundert, als Du das Projekt bei Nachbars vorgestellt hattest.

Zitat von JoJo im Beitrag #1
...Wird bei Interesse fortgesetzt...

Sehr gern!




Da schließe ich mich gern an.

Viele Grüße
Nils


.
.

modern life is rubbish
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#14

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.01.2016 15:05
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Zitat von brainslicer im Beitrag #12
So richtig kapiere ich das immer noch nicht. Vor allem warum dann der Farbmischkopf nur CMY enthält und eben nicht RGB.


So schnell habe ich da leider auch keine Webadresse zur Hand.
Ein analoger Farbmischkopf hat CMY-Filter, korrekt! Aber das Papier reagiert nur auf RGB. Da Du im Farbkopf eine Weisslichtlampe drin hast, wird mit den CMY-Filtern der Anteil von RGB eingestellt. Cyan z.B. regelt den Anteil von Rot (bzw. nimmt mehr oder weniger Rot vom Licht weg).
Ist Cyan rausgedreht kommt alles Rot der Lichtquelle durch, ist Cyan voll reingedreht kommt kein Rot mehr durch. Grün und Blau aber bleiben unbeeinflusst. Es wird also rein der Anteil von Rot geregelt.
Nimmst Du dagegen ein Rotfilter, dann unterdrückt dieses die Farben Grün und Blau gleichermaßen.
Du addierst ja kein Rot zu Deiner Weisslichtlampe, sondern Du nimmst Grün ud Blau weg. In der Praxis willst Du aber immer nur eine Farbe beeinflussen und nicht zwei.
Willst Du jetzt zu Deinem Rotfilter noch Grün einzeln regeln, dann unterdrückt das Grünfilter aber wieder Rot. Um Grün zu regeln, müsstest Du ein Filter haben, welches Rot und Blau nicht beeinflusst. Rot + Blau = Magenta. Und da haben wir's! Je mehr Du ein Magentafilter reindrehst, desto mehr Grün wird weggenommen und das Rot und Blau bleibt stehen.

Ein RGB-Kopf benötigt immer auch 3 getrennte Lichtkanäle.
Es gab z.B. additive Vergrößerer mit 3 Lampen, die jeweils einen Rot, Grün oder Blaufilter davor hatten und deren Helligkeit dann geregelt wurde. Die haben sich aber nie richtig durchgesetzt und waren auch teuerer.

Ein CMY-Farbkopf ist strenggenommen kein Mischkopf sondern ein Filterkopf. Filtern = Wegnehmen, Mischen = Dazugeben.
Mit meinem Laserkopf mische ich die Farben zusammen, während man mit dem analogen Farbkopf UND dem Negativ die Farben aus dem Licht filtert.
Die Lichtfarbe die auf dem Papier ankommt, ist aber die gleiche.

Gruß

Joachim


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zuletzt bearbeitet 31.01.2016 15:07 | nach oben springen

#15

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.02.2016 06:44
von brainslicer • Mitglied | 99 Beiträge

Jetzt wird mir schon so einiges klarer. Im Endeffekt bedeutet das, dass ich für einen positiven Print eine negative Vorlage brauche und die ist CMY und über den CMY-Farbmischkopf regel ich die Intensität der CMY-Anteile, damit zum Schluss wieder ein farbrichtiges RGB-Positiv herauskommt.

Leider finde ich weder auf Wikipedia noch sonstwo einen guten Beitrag zu Farbprinten, daher noch mal vielen Dank für deine Antwort.

Gruß
Joachim


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#16

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2016 02:49
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Soo, nach einem langen Abend in der Duka habe ich mal erste Resultate.

Der Vergrößerer offen.
Mit meiner Software kann ich einen "Pilotrahmen" projizieren. Dieser dient zum einen zum Scharfstellen der Linie und gibt auch in der Breite des Quadrats die eingestellte Bildbreite an, so dass ich weiss wie ich den Papieranschlag positionieren muss.
Die Aufnahme entstand mit ungefiltertem (nicht abgeschwächtem) Laser. Im Normalbetrieb ist die Linie bei Licht kaum zu sehen.



Natürlich "feuert" in dem Kopf jede Menge Licht herum, welches für die Arbeit abgeschirmt werden muss.
Ich habe mir erstmal aus Pappe eine Verkleidung gemacht, die ich innen mit schwarzem Rallyespray ausgespüht habe.
Da zwischen Pappe und Chassis aber noch Licht durchkam habe ich zusätzlich einen schwarzen Papprahmen unten am Kopf befestigt.
Es folgte 1 Stunde nicht eingeplante Suche nach einem Lichtfleck, der mir auf allen Bildern einen hässlichen magentafarbenen Fleck produzierte.
Der Bösewicht war ein Filter, welches unglücklich in den Strahlengang zurückreflektierte. Leichtes Kippen des Filters und gut war's.
Das sind dann immer die Kleinigkeiten, die kommen..



Der komplette Arbeitsaufbau.
Rechts das Notebook mit der Software (beim Belichten decke ich das Display mit einer Pappe und schwarzem Schaumstoff ab).
Ich habe mal eine Langzeitbelichtung mit der Digicam über einen gesamten Belichtungsvorgang (ein paar Minuten) gemacht. Dies ist aber eine Montage zu einem bei Licht aufgenommenen Bild. Der Laser ist ja so schwach dass die Langzeitaufnahme nur in völliger Dunkelheit geht.



Meine ersten Bilder im Format 30x40. Randlos würde natürlich auch gehen, aber ich habe einen Maskenrahmen genommen. Oben und unten ist der Rand breiter weil die Digitalbilder ein etwas anderes Seitenverhältnis haben.



Farben und Schärfe sind gut. Die Bilder sind nur grob abfotografiert.
Hier aus "Holzweg"







Ich bin zufrieden. Bei normalem Betrachtungsabstand ist kein Auflösungsproblem zu sehen. Mit der Lupe fallen natürlich noch einige Mängel auf.
Aber das Projekt läuft ja noch. Ich kann das jetzt erstmal so benutzen. Mit der Zeit fallen mir noch einige Optimierungen ein.

Verbesserungswürdige Punkte:

1. Bei sehr gleichmäßigen Flächen mittlerer Dichte fällt bei nahem Betrachten eine ganz leichte "Marmorierung"auf. Ich denke mal dass auf den Lasersignalen eine Art von Störfrequenz liegt. Da muss ich irgendwann messtechnisch nochmal ran. Ich vermute mal irgendwelche Störungen von den Netzteilen. Ist aber nicht so schlimm. Aber ich bin da nunmal pingelig. Richtig oder gar nicht!

2. Das Scharfstellen bedingt viele Umdrehungen des Fokusknopfes, so dass eine Scharfstellung schwierig ist. Überhaupt ist das Erkennen einer 180µm breiten Lichtlinie nach Sicht ein Problem. Da muss ich mir was einfallen lassen. Mit der Antriebsübersetzung war ich etwas zu großzügig. Die braucht nicht so groß sein. Überhaupt ist das Drehen des Knopfes oben am Kopf eine gymnastische Meisterleistung, während man fast mit der Nase auf dem Grundbrett versucht, die schmalste Linie zu fokussieren. Geht als Dauerzustand gar nicht!

3. Der eingesetzte Neutralfilter zur Reduzierung der Lichtstärke ist etwas zu stark (1:100). Bei dem aktuellen Maßstab für 30x40cm musste ich die Scangeschwindigkeit der Zeile zum Erreichen der Belichtung stark reduzieren (auf 40.000 Pixel pro Sekunde), was aber die Belichtungszeit auf fast 5 Minuten erhöht hat. Ich brauche einen ND-Filter mit 1:25, denn 5 Minuten Warten hält ja keine S** aus.
Am besten wären 2-3 einlegbare und auch kombinierbaren Filter, damit man für große Änderungen des Formates schonmal die Lichtstärke grob vorwählen kann. Blöderweise gehen da billige Folien nicht. Für den Laser muss teueres Glas her. Luxus wäre ein drehbares ND-Filterrad, aber das kostet hunderte von Euro und würde das Budget deutlich sprengen.

Die Wünsche wären also (wenn ich mindestens 100 werde und es dann noch Farbpapier und Chemie gibt):
- Eine Scharfeinstellhilfe am besten gekoppelt mit einem Motorantrieb des Fokus. Oder gleich Autofokus.
- Eine optische Einstellung der Lichtleistung ohne teuere Glasfilter.

Auch an der Software und der Elektronik kann man noch viel feilen. Die Bildaufbearbeitung auf dem Notebook bis zur Belichtung dauert noch bis zu einer Minute und ist mir zu lang.

Das tolle an so einem Projekt ist aber ja, dass man nie fertig wird.

Gruß

Joachim


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#17

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2016 03:15
von brainslicer • Mitglied | 99 Beiträge

Ist ja schon beeindruckend, was für Bilder der Laserbelichter leifert. So was hätte ich auch gerne, muss aber wohl aus preislichen Gründen bei Druckern und Fotohändlern beleiben :(
Ich vermute mal, dass die Laser PW-moduliert sind für die Helligkeitswerte. Bekommst du da keine Probleme mit dem Kurzzeit-Effekt oder Interferenzen mit der Ablenkeinheit?


zuletzt bearbeitet 02.02.2016 03:16 | nach oben springen

#18

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2016 04:57
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Kodak z.B. gibt für seine Farbpapiere Belichtungszeiten bis hinab zu 50 Nanosekunden an.
Bei mir dauert aktuell die Belichtung (eines Pixels) 200mal so lange. Also diesbezüglich kein Problem.

Nein, moduliert wird analog über DACs. Eine PWM mit 8 Bit muss ja auch eine 256mal so hohe Taktfrequenz als der Pixeltakt haben.
Bei max. 200.000 Pixeln pro Sekunde müsste die PWM 51 MHz haben. Das wäre vielleicht noch möglich, aber ich plane für die Zukunft, die Pixelfrequenz zu erhöhen, vielleicht auf über 1MHz. Da kommt eine PWM nicht mehr mit.

Die Ausgabe und Synchronisierung der Galvos und Laser übernimmt aber eine eigens entwickelte Platine, die eigentlich für die Ansteuerung von Lasershows gedacht ist. Sie wird mittels Ethernet-Kabel am PC bzw. Notebook angeschlossen.
Der PC muss nur nach Anforderung die Zeilendaten nacheinander an den Kontroller senden und sich sonst um nichts kümmern.
Es gibt ein paar Einschränkungen mit der zweckentfremdeten Karte, aber es geht.

Gruß

Joachim


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#19

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2016 08:15
von brainslicer • Mitglied | 99 Beiträge

Jetzt bin ich aber platt! Wie kann man denn Laser über DACs modulieren? Gut, ich vermute mal, dass Lasersdiode, wie viele Halbleiter, eine log. Kennlinie haben und die Belichtung des Papiers auch logartmisch funktioniert. Aber das bei drei verschiedenen Halbleiteraterialien der Laserdioden in hinreichender Genauigkeit hinzubekommen stelle ich mir nicht einfach vor. Auch wenn du, wie ich vermute vom Fach sein wirst, mindert das in keiner Weise meine Hochachtung vor dem Projekt!


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#20

RE: Digitalvergrößerer Selbstbau

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.02.2016 10:23
von mäxchen • Mitglied | 161 Beiträge

Ich hatte das Projekt vor nem Jahr bei Nachbars auch schon bewundert und freue mich umso mehr, dass es jetzt en update gibt! Tolles Gerät, coole Idee und sicherlich tausende Jahre von Arbeit.
Ich bin auch beeindruckt!

Max


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