#1

Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 28.07.2014 22:28
von GreySkale • Mitglied | 2 Beiträge

Hallo, guten Tag bin Neu hier und habe auch gleich,
mal eine Frage wegen eines konkreten Problemes. Habe früher hunderte Filme im Jahr entwickelt, heute aufgrund der Digitalfotografie nur noch wenige. Nutze bei Künstler Reports immer Digital und Analog (HP5 mit 400 bis 1600 ASA) parallel.
Nun habe ich nach längerer Pause mal wieder einige Filme zu entwickeln. Nach Kontolle des ersten Testfilmes zeigt sich nun ein metallisch schimmerder Belag auf der Schichtseite. Hatte dieses Problem vor langer Zeit (Jahren) schon einmal, kann mich aber nicht mehr an die Lösung des Problems bzw. an die Ursache des Fehlers erinnern. Alle erforderlichen Lösungen wurden frisch angesetzt und 24 Stunden zwecks chem. Stabilisierung ruhen gelassen.

Der gesamte Entwicklungsprozess einschließlich Wässerung erfolgte bei 22 Grad.
(EMOFIN Entwickler, AGEFIX , LAVA-Quick und Sistan)

Wäre für einen hilfreichen Tipp dankbar!

Und immer "Gut Licht"


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#2

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.07.2014 03:11
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Dürfte ein dichroitischer Schleier (Gelbschleier) oder ein Braun-Schleier sein:

Da sowas im Allgemeinen eher und mir persönlich nur von Photopapier bekannt ist, habe ich mal nachgeschlagen.

Kisselbach beschreibt ersteren in der Aufsicht gelblich metallisch glänzend und in der Durchsicht schwach rötlich. Er besteht aus kolloidalem Silber. Ursache sei "unsauberes Arbeiten", im Agfa-Laborhandbuch wird als Ursache mit Fixierer verunreinigter Entwickler genannt. In der Praxis wohl durch die Verwendung der gleichen Gefäße ohne Zwischenspülung u.ä. Alternativ erschöpfter mit Entwickler verunreinigter Fixierer.

Abhilfe durch Kaliumpermanganat-Abschwächer bei ausreichend dichten Negativen.

Rezept:
1 Liter Wasser
10g Kaliumpermanganat

Einige Stunden vorher auflösen, damit keine Kristalle mehr vorhanden. Zum Gebrauch 1 Teil Lösung mit 10 Teilen Wasser verdünnen. Badedauer bei Filmen 1-10 Minuten (Vorversuche anstellen). Dann 15 Minuten Wässern (Achtung: Abschwächer wirkt dabei nach.) Ggf. Abschwächung wiederholen, wenn zu schwach.

Hinweis: Das ist kein Farmerscher Abschwächer und der ist m.W. nicht als Fertigprodukt käuflich.

Der Braun-Schleier ist ähnlich und besteht aus Schwefelsilber, schillert aber nicht metallisch (daher ist es wohl eher nicht Dein Problem). Bei diesem soll ein Abstreifen mit Fingern/Schwam unter Wasser abhelfen können.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 31.07.2014 03:25 | nach oben springen

#3

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.07.2014 09:02
von Rainer Zalewsky • Mitglied | 531 Beiträge

@greyscale

Bitte mal über das Ergebnis berichten, wenn es so weit ist!

Gruß,
Rainer Zalewsky


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#4

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.07.2014 09:50
von GreySkale • Mitglied | 2 Beiträge

Hallo, vielen Dank für die Mühe und Rückantworten!

Ich habe Heute den nächsten Satz Filme entwickelt - Ergebnis in erwartet guter Qualität!

Hierbei bin ich nun auch dem Fehler auf die Schliche gekommen! Sowas von dusselig!

Bin bei der Verarbeitung durch das Telefon genervt worden und hatte nach dem Gespräch vergessen wo ich "stehen" geblieben war, nämlich den EMOFIN Teil 2 von der Mensur wieder in den Vorratsbehälter zu schütten diesen zu reinigen und als Wässerungsbehäter vorzubereiten (habe ich erst bei der Heutigen Entwicklung bemerkt, da die Hälfte der Lösung fehlt) und somit die Lösung nach dem Auswässerungsbeschleuniger wieder zur "Wässerung" verwendet!!! Somit ist denn der dichroitische Schleier entstanden.

Habe die Filme nochmals fixiert und ausgewässert, jedoch ganz ist der Schleier/Belag nicht verschwunden.

Habe daher aus Sicherheitsgründen alle Hilfslösungen neu angesetzt, denn die nachfolgenden Filme dürfen auf keinen Fall schief gehen, da nicht wiederholbar. So wie es ausschaut wird dies auch nicht geschehen, Heutigen Filme sind zwischenzeitlich getrocknet und sehen Bestens aus!

Für jede Lösung verwende ich eine eigene Mensur, die auch eindeutig beschriftet ist, um Verunreinigungen zu vermeiden , nach Bendigung des Prozessschrittes gereinigt und anschließend als Wässerungsbehälter verwendet wird.

Also für's nächste mal schalte ich das Telefon aus bzw. lasse es so lange klingeln bis der aktuelle Arbeitsschritt 100 % erledigt ist.

Asche auf mein Haupt! So'n dusseligen Fehler ist mir denn doch in den langen Jahren in dem Umfang nicht gelungen. Aber wie man sieht kann man gar nicht alt genug werden um nicht noch Neue Fehler zu produzieren, bin jedoch sehr froh das das Problem aufgeklärt ist.

Also immer "Gut Licht"!

Arthur


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#5

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.07.2014 11:07
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Ja, so geht es einem manchmal, wenigstens war es nur die Probe und nicht wichtiges Material.

Zitat
Habe die Filme nochmals fixiert und ausgewässert, jedoch ganz ist der Schleier/Belag nicht verschwunden.



Geht ja auch nicht. Die Fixierbadreste haben mit dem Entwickler reagiert. Die Auswässerungshilfe neutralisiert ja nur die Ansäuerung.

Um den Schleier wegzubringen mußt Du den genannten Kaliumpermanganatabschwächer anwenden. (Wobei ich das mit Filmen auch noch nie probiert habe, daher keine Gewähr.)


gut Licht
Walter
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#6

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 31.07.2014 11:11
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Sind Lavaquick und Sistan bei Filmen überhaupt sinnvoll?


_____
Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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#7

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.08.2014 02:53
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Meines Erachtens prinzipiell schon, da sich das Fixiernatron (-ammonium) auch in der Gelatineschicht festsetzen dürfte - dagegen hilft Lavaquick oder das hergebrachte Sodabad. Sistan wirkt schließlich - unabhängig vom Trägermaterial - bildstabilisierend. Ob es nötig ist, ist eine andere Frage.

Ich zitiere mal von der Maco-Homepage:

Zitat
AG STAB (Sistan New) ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Netzmittel in dem bereits ein hochwirksamer Bildsilber-Stabilisator enthalten ist.
AG STAB schützt daher Fotomaterialien zuverlässig gegen Bildsilberveränderungen, die durch Umwelteinflüsse verursacht werden. Ohne dabei den Bildton zu verändern.
Das ist für nicht wenige Anwender der Grund AG STAB statt Selentoner einzusetzen.
Ungeschütztes Bildsilber macht sich zunächst als rötliche bis gelblich-braune Verfärbung in den Lichtern bemerkbar und kann später das ganze Film- bzw. Papiermaterial durch Umwandlung des Bildsilbers in kolloidales Silber zerstören. Als Ursachen sind Industrie- und Autoabgase, Verdunstungen von Heizöl, Kunststofflacken, Preßstoffplatten, nicht säurefreien Kartonagen, Klebstoffen, Klebebändern, frisch geschnittenem PVC und brüchigem Gummi sowie alle Peroxid abgebenden Substanzen und Ozon bekannt.



Im Grunde soll Sistan genau vor dem schützen, was Arthur passiert ist - allerdings vor dem Sistanbad. Rückgängig machen kann es nicht.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 01.08.2014 02:54 | nach oben springen

#8

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.08.2014 21:05
von Phil Adelphia • Mitglied | 5 Beiträge

Hallo ich habe auch das Problem, dass meine Bilder einen Rotstich haben. Zudem denke ich immer, dass meine Bilder an den Ecken dunler sind.

Zu den Details:
Das angehängte Bild (ein Farbscan) ist ist mit einer Olympus 35 RC auf T-MAX 100@100 geschossen worden. Entwickelt in Caffenol-C für 14 Min, und fixiert für 12 Min (Fixierer ist A300). 10 min Schlussgewässert.

Diesen Rotstich hatte ich bis jetzt immer, auch bei anderen Filmen. Habe ich nur unsauber gearbeitet?

Vielen Dank im voraus


zuletzt bearbeitet 25.08.2014 21:16 | nach oben springen

#9

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.08.2014 23:57
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Ecken dunkler kommt ggf. vom Objektiv, auf den Bildern könnte ich das nicht direkt feststellen. Bei Rotationsentwicklung kann es höchstens mal vorkommen, daß die Mitte des Films anders entwickelt ist als die Ränder, wenn der Entwickler zu dünn ist, aber nicht nur die Ecken.

Ansonsten verstehe ich das mit dem Rotstich nicht, das gezeigte Bild ist doch ein Positiv, das Negativ müßte dann ja einen Blaugrünstich und keinen Rotstich haben, wenn es sich um einen invertierten Scan handelt.


gut Licht
Walter
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#10

RE: Metallische Ablagerungen nach Entwicklung auf der Schichtseite

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.08.2014 05:21
von Phil Adelphia • Mitglied | 5 Beiträge

Genau. Nicht die Negative, sondern die Bilder (aus dem invertierten Scan) haben einen Rotstich.


zuletzt bearbeitet 26.08.2014 05:22 | nach oben springen






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