#1

Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 05.12.2009 00:02
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Die beiden Kameras sind von Look und Feel so ähnlich, daß ich sie mal hier nebeneinander beschreibe. Die Ähnlichkeit geht allerdings nicht so weit, daß ich sagen würde, sie stammen aus der gleichen Schmiede. Es gibt doch ein paar kleine äußerliche Unterschiede und ein paar größere innere.

Die technischen Daten sind so gut wie identisch, auch wenn sie sehr unterschiedliche Systeme sind.

Die Nikon FE hat das Ai-Bajonett, das heute noch an den DSLRs verwendet wird, dagegen ist die Chinon/Revueflex mit M42-Schraubanschluß.

Beides sind Zeitautomaten bis 1/1000 sec, wobei Chinon sich eines meiner Meinung tollen Tricks bedient, weil die M42-Objektive ohne zusätzliche (untereinander nicht kompatible) Steuerelemente keine Offenblendenmessung zulassen. Die Belichtung wird mit sehr schnellen Meßzellen während des Auslösens erst in dem Moment gemessen, wenn die Blende geschlossen ist. Wenn man die Belichtung vorher nur kontrollieren will, was ja wirklich nicht ständig notwendig ist, dann braucht man lediglich den Auslöser halb durchdrücken, bis am Sucher eine grüne LED leuchtet. In der Stellung kann das mit einem AE-Lock auch verriegelt werden.

Die Gehäuse beider Kameras sind wie gesagt sehr ähnlich, liegen sehr schön in der Hand und kommen mir auch von der Verarbeitungsqualität gleich vor. Sie sind deutlich kompakter als ihre jeweiligen Vorgänger (Nikon EL, Chinon CE II) aber relativ schwer und nicht so kompakt wie eine Olympus OM oder Pentax MX/ME.

Bei den Suchern sehe ich auch nicht wirklich einen Unterschied. Die Scheiben der Nikon FE lassen sich allerdings austauschen, und dann kann man die helleren Einstellscheiben der FE2 benutzen, wobei man nicht vergessen darf, die ASA-Einstellung zu korrigieren, weil die Belichtung auf der Mattscheibe gemessen wird.

Auffällig ist der Unterschied beim Filmtransport. Der Schnellschalthebel der Chinon läuft gut, schöner als bei vielen anderen Kameras, aber der der Nikon ist eine Klasse für sich. Das schnurrt geradezu. Zu beiden gibt es Winder, wobei der zur Nikon eher ein Monster ist, wogegen der für die Chinon mit einer ganzen Reihe von Zusatzfunktionen aufwartet wie Intervalltimer und festlegbare Anzahl bei Serienaufnahmen.

Daß in der Nikon eine ganz andere Technik steckt, für die man natürlich auch entsprechend was hinlegen mußte, merkt man spätestens beim Druck auf den Auslöser. Im Vergleich zu meinen ungeliebten xxx-Kameras ist das Verschluß- und Spiegelgeräusch der Chinon schon deutlich besser und unterscheidet sich auch nicht sehr von meinen anderen Kameras. Das Auslösegeräusch der Nikon hat dagegen was vom sanften Zufallen einer Mercedestür. Wo dieser gewaltige Unterschied herkommt, merkt man, wenn man mit B auslöst: das Hochklappen des Spiegels und Öffnen des Verschlusses ist so gut gedämpft, daß nur ein sanftes Plopp zu hören ist. Deutlich leiser als z.B. bei meiner Bessa Sucherkamera und einer Kamera mit Tuchverschluß sehr ähnlich. Erst wenn der Verschluß schließt und der Spiegel wieder runterkommt wird es etwas lauter. Dann spielt es aber auch für die Aufnahme keine Rolle mehr, weshalb Nikon bei der FE gegenüber ihrer Vorgängerin gut auf die Spiegelvorauslösung verzichten konnte. Wer es trotzdem braucht, der kann diese Funktion über den Selbstauslöser nutzen. Das geht bei der Chinon aber auch.

Deutlich besser als bei der Nikon ist die +/- Korrektur gelöst, die zwar eigentlich identisch ist, aber bei der Nikon muß man zusätzlich einen meiner Meinung überflüssigen Entriegelungsknopf drücken. So einfach ist das mit der Kamera am Auge nicht - na ja aber wenigstens nicht unmöglich wie bei der F3.

Die Auslösersperre der Nikon, die Chinon hat einen praktischen Hebel am Auslöser, ist meiner Meinung eine absolute Fehlkonstruktion. Der Auslöser läßt sich nur drücken, wenn der Schnellschalthebel abgeklappt ist. Langsam habe ich mich als Linksauge ja dran gewöhnt, daß der abstehende Hebel mir Löcher in die Stirn bohrt, aber nicht dran gewöhnt habe ich mich bisher, daß die Kamera einfach nicht schußbereit ist, wenn man sie umhängen hat. Warum Nikon diesen Schwachsinn bis zu Ende der FE/FM-Serie beibehalten hat, wogegen alle anderen Nikons eine bessere Lösung haben, ist mir schleierhaft.

Die Nikon hat lobenswerter Weise eine Abblendtaste. Bei der Chinon wird das mit dem Auslöseknopf gemacht. Die unter verschiedenem Namen verkauften Cosinas machen das so, daß die Blende zuspringt, wenn der Auslöser halb gedrückt wird. Um die Blende wieder zu öffnen, muß man einen 2. Knopf drücken. Bei der Chinon öffnet die Blende wieder, wenn man den Auslöser losläßt. Das ist natürlich praktischer. Andererseits ist der Druckpunkt für das Schließen der Blende nicht so gut definiert, wodurch man auch schon mal versehentlich zu weit drückt und ein unbeabsichtigtes Bild macht.

So, mehr fällt mir jezt während meiner Bürobereitschaft nicht ein.

Gruß
Jochen


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#2

RE: Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 06.12.2009 02:33
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Jetzt muß ich doch tatsächlich eine Korrektur anbringen, nachdem ich die FE in der Hand hatte. Ich hatte es umgedreht: die F3 war das mit dem Entriegelungsknopf für die +/- Korrektur. Bei der FE ist der für die Filmempfindlichkeit und für die +/- Korrektur muß man den Ring anheben. Das geht auch mit der Kamera am Auge, wie ich ja sagte. Man hat im Gegensatz zu den Rastungen der Chinon, die man ja mitzählen kann, aber keinen Anhaltspunkt für den Grad der Verstellung. Dazu muß man die Nikon auf jeden Fall vom Auge nehmen und auf die Skala schauen.


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#3

RE: Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 27.05.2010 04:08
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Da ich Andrea die FE empfohlen habe noch ein Nachtrag:
an die Einschalterei mit dem Schalthebel habe ich mich ganz gut gewöhnt.
Sie ist inzwischen wohl meine Lieblingskamera.

aus einem Test, den ich gelesen habe:
Die Meßcharakteristik der FE ist eine sehr starke Mittenbetonung.
Auch wenn auf dem Zeitenknopf die kürzeste Zeit 1/1000sec ist und das auch für die Zeitautomatik so in den technischen Daten steht, soll sie doch bis zu 1/4000 korrekt belichten wie die FE2.

Gruß
Jochen


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#4

RE: Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 27.05.2010 09:49
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Zitat von bilderknipser
Die Meßcharakteristik der FE ist eine sehr starke Mittenbetonung.


Die sehr starke Mittenbetonung hat die F3 (80:20), die FE hat wie die meisten MF-Nikon-Kameras eine 60:40-Gewichtung, wobei die 60% auf den 12mm großen Kreis in der Bildmitte entfallen.
Das mit dem Schnellschalthebel hat mich nie gestört...

Swingende Grüße

Henning


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Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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#5

RE: Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 27.05.2010 10:36
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Zitat von HenningH
60% auf den 12mm großen Kreis in der Bildmitte entfallen


Ich finde, das IST eine sehr starke Mittenbetonung.

Bei dem Schnellschalthebel stört mich inzwischen nur noch, daß die Kamera nicht ständig schußbereit ist. Wenn man sie immer eingeschaltet läßt, verhakt sich nicht nur der Hebel ständig im Hemd, falls man sie umhängen hat, sie verbraucht auch unablässig Strom. Ich klappe ihn darum immer an und habe - vielleicht altersbedingt? - auch oft genug vergessen, sie einzuschalten, wenn ich einen Schnellschuß machen wollte.


Gruß
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#6

RE: Nikon FE und Chinon CE 3/Revue AC1

in Erfahrungsberichte 27.05.2010 12:03
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Zitat von bilderknipser
Ich finde, das IST eine sehr starke Mittenbetonung.


Hab' grad' in Fritz Meisnitzers "Das große Nikon-Buch" von 1978 geblättert. Er schreibt auf Seite 48

Zitat
Es [das Meßprinzip] beruht auf einer stark mittenbetonten, kompensierenden Messung.


Vielleicht einigen wir uns auf ein einfaches "stark" und bei der F3 ist sie "sehr stark" und Spotmessung nennen wir dann "extrem stark"...

Mir passiert bei meiner F-301 häufig, dass ich vergesse, den Einschaltring zu betätigen. Andererseits greift mein Daumen bei jeder Kamera mit Schnellspannhebel sofort dorthin um ihn auszuklappen...
Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier...

Gut's Nächtle

Henning


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