#1

Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.03.2008 13:31
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Hallo,

ich würde (auch wegen dem Lithen) gerne mal Barytpapier ausprobieren. Nun hört man ja allerlei über Trocknung und den Aufwand dazu. Das schreckt mich seit jeher ab. Ich habe auch einfach keinen Platz wo ich mal eben ein paar Holzbretter die mit abzügen beklebt sind oder einen Spiegel hinzustellen, bis das Papier sich mal bequemt getrocknet zu sein.

Jetzt hab ich von einem Bekannten gehört, er lässt Baryt einfach so trocknen und beschwerts danach mit einem stapel Bücher.

Was ist wirklich die einfachste, funktionierende Art ein Barytpapier zu trocknen? Ich will keinen Hochglanz. Stehe mehr auf Matt.

Wie siehts mit der Wässerung wirklich aus? Ich würde ungern noch eine Wässerungshilfe kaufen. Habe Sistan un den Rest mache ich am liebsten mit stupidem Leitungswasser.

Gruß,
Christoph


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#2

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.03.2008 23:44
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Das einfachste ist immer noch eine Trockenpresse, darin wird das Papier, nachdem man es gründlich von anhaftendem Wasser befreit hat, getrocknet bis noch ein winziger Rest Feuchtigkeit enthalten ist (Man muß natürlich abschätzen können wann das der Fall ist, es versteht sich, daß das auch witerungsabhängig ist) dann legt man das Papier mit der Schichtseite auf eine ebene Fläche und alles entwickelt sich zu Wohlgefallen. Wer das beschleunigen will, badet die Bilder vor der Trocknung in Spiritus. Idealerweise wählt man die Trockenpresse ein Stück größer als das größte Papier das man verwenden will, aber es geht auch ohne. Wenn ich Dir jetzt zu einem bestimmten Modell raten soll, dann wird es schwierig, in der Regel sagt man ja Kaiser oder Büscher mit Thermostat. Meine beste Trockenpresse ist aber definitiv ein französisches Fabrikat aus den frühen 30er Jahren, weil sie am gleichmäßigsten trocknet. Zu den doppelseitigen Trockenpressen sei noch gesagt, daß man die während des Trocknens gelegentlich drehen muß, weil sie sonst oben und unten unterschiedlich heiß werden.

Mein Fazit ist, daß Baryttrocknung mehr oder weniger Erfahrungssache ist, man lernt es relativ einfach, wenn man hauptsächlich Barytpapier verwendet. Leider verlernt man es auch recht schnell und verliert das Gefühl für das richtige Maß.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 24.03.2008 23:47 | nach oben springen

#3

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.03.2008 23:56
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Hallo Photoamateur,

danke für die Erklärung.

Die Sache mit der Trockenpresse ist langfristig sicher sinnvoll. Hab ich auch schon angedacht.

Fürs ausprobieren erstmal suche ich aber nach eine möglichst einfachen und einigermaßen funktionierenden Methode, für die man möglichst kein neues Zubehör braucht. Hätte ich vielleicht dazuschreiben sollen.

Ich habe gelesen, dass Ilford für solche Fälle empfielt zwei Prints mit den Rückseiten noch feucht zusammenzudrücken und so aufzhängen. So können sie sich nicht von anfang an stark rollen. Hat jemand damit erfahrung? Ich neige dazu für die ersten Prints das einfach mal auszuprobieren.

Wie lange sollte man denn jetzt eigentlich wirklich wässern? Ih habe alles von einer viertel stünde bis über einer Stunde gelesen...wie mach ich das vor allem am blödstens wenn ich nur ein Waschbecken als wässerungsort habe? Dazu sei gesagt, dass ich die Prints vorher in der Duka immer schon eine halbe ewigkeit im Eimer schwimmen hab. Beinfusst das die spätere Zeit?

Gruß,
Christoph


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#4

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.03.2008 00:20
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

Hallo Christoph,

schau dir mal die Anleitung von Niko an ==> http://www.hobbyphoto-forum.de/t1478f66-...ytpapieren.html

Ich muß aber dazu sagen, daß ich bei drei Versuchen das Papier nicht mehr (trocken) von der Scheibe bekommen habe.

Gruß
Alex



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#5

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.03.2008 00:27
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Die hab ich mir schonmal durchgelesen. Ich will aber keine Hochglanztrocknung und bei bis zu 10 abzügen wird das eine (mehrere) große Scheibe(n). Das ist das was ich mit Utensilien und Platz gemeint hab.

Danke trotzdem.

Gruß,
Christoph


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#6

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.03.2008 01:23
von Niko • Mitglied | 1.049 Beiträge

Hochglanzpapiere einfach lufttrocknen lassen geht ja problemlos. Das gibt dann einen leicht körnigen Glanz, der sehr reizvoll wirken kann. Die Fotos wellen sich nicht zu stark, wenn man vorher eventuelle Pfützen auf der Schichtseite abtupft und sie auf mehreren Lagen Zeitungspapier auslegt. Natürlich krümmen sich die FOtos dann, aber man kann sie entweder durch Beschweren mit einem Stapel Bücher oder aber durch vorsichtiges Ziehen aller vier Seiten über eine Tischkante glattkriegen. Generell sollte man aufpassen, dass die Papiere nicht übertrocknen, weil sie sich dann umso stärker krümmen.

Die Wässerungszeit hängt maßgeblich von der Beschaffenheit des Papierträgers ab. Papierstarke Papiere müssen nicht so lange wässern wir kartonstarke, weil sich der Papierfilz nicht so stark vollsaugen kann. Generell müssen Baryt-Papiere aber wesentlich länger wässern als PE-Papiere, weil eben der Papierfilz - der ja bei PE-Papieren so gut wie nichts aufnimmt - wesentlich mehr Chemikalienreste beinhaltet als die Schichtseite. Ich wässere auch stehend, wechsele das Wasser etwa 8-10 mal und bewege die Abzüge beim Wässern immer mal. Außerdem benutze ich wie bei Filmen auch warmes Wasser, was die Auswässerung stark beschleunigt.

Gruß,
Niko


---
In der räumlichen Askese zeigt sich das Wesen des Sammlers.


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#7

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.03.2008 23:17
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Hallo Niko,

zur wässerung habe ich noch folgendes gefunden:

"<b>Wenig Wasser in innigen Kontakt mit dem Bild gebracht hilft mehr als viel Wasser, das keine Zeit hat, sich mit dem Bild ins Lösungsgleichgewicht zu setzen.</b>
Aus diesem Grund ist die sparsamste Wässerung die "stehende": Stecken Sie ein Bild in eine Schale soviel Wasser, dass es gut schwimmt und belassen Sie es unter häufigem Bewegen (das kann auch eine billige Aquarienpumpe erledigen) für 5 Minuten darin. Wechseln sie das Wasser 10 Mal. Mehr an Archivfestigkeit können Sie auch sonst praktisch nicht erreichen."

Quelle: http://www.schwarzweiss-magazin.de/swmag_wollstein_02.htm


Wässerst du in etwa so, Niko? Benutzt du eine Wässerungshilfe? Die würde ich nämlich gerne vermeiden.

Gruß,
Christoph


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#8

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.03.2008 00:28
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

In Antwort auf:
Ich würde ungern noch eine Wässerungshilfe kaufen. Habe Sistan un den Rest mache ich am liebsten mit stupidem Leitungswasser.

Hallo Christoph,

was ist so problematisch an der Wässerungshilfe? Herr Wollstein beschreibt ja in Deinem Link die Vorteile. Soda gibt es günstig bei dm oder Schlecker. Ok, man hat dann noch einen weiteren Behälter herumstehen, aber mir wäre es lieber, wenn das Bild schnell wieder ins Trockene käme, als "stundenlang" in abgestandener Brühe herumzudümpeln...

Swingende Grüße

Henning

der froh ist, dass es Fomatone auch als PE gibt...


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Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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#9

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.03.2008 00:33
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Hallo,

ich bin recht reinlich was die entsorgung angeht. Wie ist das denn bei den Hilfen so? Ich will nicht noch einen Kanister rumstehen haben müssn. Wenn das aber nichts macht, dann ist das wirklich sinnvoll, da hast du schon recht.

Gruß,
Christoph


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#10

RE: Barytpapier und die mühseelige Trocknung

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.03.2008 00:42
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Ein Sodabad ist wesentlich umweltverträglicher als die meisten Geschirrspülmittel...


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Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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