#11

RE: Filme 50er Jahre ?

in analoges Fotozubehör 08.02.2008 12:04
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Hallo Jochen,

Du sagst es quasi schon, eine Rechenscheibe oder ein optischer Belichtungsmesser sind nicht mit einem modernen digitalen High-Tech Gerät zu vergleichen. Deshalb war die Blendenreserve bis etwa 1965 eine Blende größer als heute. Das heißt der Amateur belichtete die Filme eine Blende reichlicher, der ernsthafte Amateur oder der Profi, wußten dies auszunutzen und bedienten sich dieser Reserveblende, indem sie etwa den Isopan Ultra bei Kunstlicht wie 29 DIN belichteten. Das findet sich auch teilweise in der alten Literatur. Die Belichtungsmesser und auch die Scheiben lieferten dahingegen die selben Werte wie heute, nur belichtete man Schwarzweißfilme eben anders, Farbfilme hatten aus technischen Gründen die Reserve nicht. Da betrug der Belichtungsspielraum selbst bei Farbnegativmaterial kaum mehr als eine Blende.

Hier findet sich eine Übersicht auf Seite 18
http://kodak.3106.net/download/RetinetteGuide.pdf

Interessant erscheint dabei dieser Satz

In Antwort auf:
The above film speeds are based on the latest ASA Standard, giving minimum
correct exposure to make the most of the films' versatility and image quality.
Some manufacturers, however, still quote speeds from the older system which
gives more generous exposure. This accounts for any disparity between these
tables and the manufacturers' figures.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 08.02.2008 12:18 | nach oben springen

#12

RE: Filme 50er Jahre ?

in analoges Fotozubehör 08.02.2008 20:15
von hornilla • Mitglied | 2.895 Beiträge

Zitat von Photoamateur
...nur belichtete man Schwarzweißfilme eben anders, Farbfilme hatten aus technischen Gründen die Reserve nicht...



Hallo,

jetzt versteh ich, warum bei meiner Bella bei den zwei Blenden die man einstehen kann neben Blende 8 "Color" steht und neben Blende 16 "B&W"-

Gruß,
Christoph

PS: Einen 120er Rollfilm kann man nicht zufällig in eine Fassung für einen 127er einlegen? Dann würdest du eben ein bissl über den Rand raus belichten, aber sonst?!


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#13

RE: Filme 50er Jahre ?

in analoges Fotozubehör 09.02.2008 07:37
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
In Antwort auf:
jetzt versteh ich, warum bei meiner Bella bei den zwei Blenden die man einstehen kann neben Blende 8 "Color" steht und neben Blende 16 "B&W"


Ich glaube daß die Ursache dafür eher die allgemein unterschiedliche Empfindlichkeit der Farb- und Schwarzweißmaterialien war, denn die Bella besitzt wohl keinen Belichtungsmesser. Ich meine in den Staaten hatten die Kodachromes damals nominell 16 ASA gehabt und die Schwarzweißstandardfilme besaßen nominell 125 ASA, das entspricht nach alter deutscher Norm 13/10° DIN bzw. 19/10° DIN (heute wären es natürlich ISO 16/13° bzw. ISO 125/22°), dementsprechend 2 Blenden Unterschied. Man kann daraus schließen, daß die deutschen Ingenieure eine Belichtung nach DIN Norm anempfahlen und keine nach ASA Standards. Sollten deutsche Modelle auch so in den Handel gelangt sein, würde mich das wundern, denn der Agfa Diafilm (CUT 15) besaß 15/10° DIN, das gäbe wenn man an seine Orthopanchromasie denkt zwar diese Zwei Blenden Abstand zum Isopan F mit seinen 17/10° DIN her, aber ich halte es für fraglich, daß man Amateuren eine solche Ausnutzung angeraten hat. Für Schwarzweißmaterial galt eher "im Zweifel reichlicher".

In Antwort auf:
Einen 120er Rollfilm kann man nicht zufällig in eine Fassung für einen 127er einlegen? Dann würdest du eben ein bissl über den Rand raus belichten, aber sonst?!


Da sind gut 2cm Unterschied in der Breite, das halte ich für schwerlich möglich, es gibt aber Bastelanleitungen für Schneidegeräte.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 09.02.2008 07:44 | nach oben springen

#14

RE: Filme 50er Jahre ?

in analoges Fotozubehör 09.02.2008 07:48
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Zitat von Photoamateur
In Antwort auf:
jetzt versteh ich, warum bei meiner Bella bei den zwei Blenden die man einstehen kann neben Blende 8 "Color" steht und neben Blende 16 "B&W"


Ich glaube daß die Ursache dafür eher die allgemein unterschiedliche Empfindlichkeit der Farb- und Schwarzweißmaterialien war, denn die Bella besitzt wohl keinen Belichtungsmesser. Ich meine in den Staaten hatten die Kodachromes damals nominell 16 ASA gehabt und die Schwarzweißstandardfilme besaßen nominell 125 ASA, das entspricht nach alter deutscher Norm 13/10° DIN bzw. 19/10° DIN (heute wären es natürlich ISO 16/13° bzw. ISO 125/22°), dementsprechend 2 Blenden Unterschied. Man kann daraus schließen, daß die deutschen Ingenieure eine Belichtung nach DIN Norm anempfahlen und keine nach ASA Standards. Sollten die Modelle für den deutschen Markt auch so in den Handel gelangt sein, würde mich das wundern, denn der Agfa Diafilm (CUT 15) besaß 15/10° DIN, das gäbe wenn man an seine Orthopanchromasie des Isopan F denkt zwar diese Zwei Blenden Abstand zum Isopan F mit seinen 17/10° DIN her, aber ich halte es für fraglich, daß man Amateuren eine solche Ausnutzung angeraten hat. Für Schwarzweißmaterial galt eher "im Zweifel reichlicher". D.h. also ein Film der nominell 17/10° DIN hatte - auch wenn das unter Idealbedingungen ( Tageslicht, gute Kontrastverhältnisse) leicht ISO 160/23° sein konnten - von Amateuren immer wie ISO 40/17° belichtet werden sollte.

In Antwort auf:
Einen 120er Rollfilm kann man nicht zufällig in eine Fassung für einen 127er einlegen? Dann würdest du eben ein bissl über den Rand raus belichten, aber sonst?!


Da sind gut 2cm Unterschied in der Breite, das halte ich für schwerlich möglich, es gibt aber Bastelanleitungen für Schneidegeräte.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 09.02.2008 07:49 | nach oben springen






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