#11

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.10.2006 21:31
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Henning bringt mich da auf einen Gedanken.
Ich habe (mit meiner Duka-Ausrüstung gekauft) noch zwei alte Flaschen Tetenal Ultrafin bzw. Variospeed. Ich hab mir die mal angeschaut, die Flüssigkeiten sind noch klar, nur in einem Fall sind ganz kleine schwarze Stückchen, sieht aus wie Rost. Sollte ich die mal antesten oder lieber in die Tonne schmeißen ??


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"Wenn ich nicht malen kann, fotografiere ich, und was ich nicht fotografieren kann, werde ich nicht malen" (Man Ray)



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#12

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.10.2006 22:05
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Hallo Sven,

Papierentwickler zu testen, ist ja höchst Simpel. Schlüsselbund aufs Papier, 10 Sekunden Tageslicht und rein in die Brühe. Dann siehst Du ja, wie schnell das Bild entsteht (das sollte beim Variospeed deutlich schneller sein als beim Eukobrom), und wann es ausentwickelt ist. Wenn dann das Ergebnis gut aussieht, warum nicht nehmen?
Beim Filmentwickler sieht das Testen ja schon deutlich komplizierter aus. Da kann sich ja alles geändert haben. Und wenn Du ein passendes Verfahren konstruiert hast, hast Du eine Menge Film verbraucht und vor allem auch die Flasche Ultrafin...
Allerdings könnte man ja ausprobieren, wie sich altes Ultrafin als Papierentwickler eignet...

Henning



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#13

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.10.2006 22:13
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Okay, dann teste ich den Variospeed-Entwickler mal an, vielleicht kann ich den ja noch verwenden.

Echt, ist es chemisch (theoretisch) möglich, Filmentwickler für Papiere zu verwenden ??


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"Wenn ich nicht malen kann, fotografiere ich, und was ich nicht fotografieren kann, werde ich nicht malen" (Man Ray)



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#14

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.10.2006 22:43
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

[Ich zitiere mich mal aus einem anderen Forum]

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Tetenal schrieb hierzu um 1960:

In Antwort auf:
Handelt es sich darum, von harten Negativen Vergrößerungen herzustellen, die Lichterzeichnung und Schattenzeichnung befriedigend wiedergeben - ein Ziel, das mit der normalen Einbad-Entwicklung meist nicht erreichbar ist - dann raten wir zur Zweibad-Entwicklung mit Centrabrom und Eukobrom.
[...] sie beruht im Prinzip darauf, zunächst in einem sehr weich arbeitenden Entwickler alle Details in ganz flacher Abstufung auf dem Papier auszuentwickeln und dann mit einem brillant arbeitenden Entwickler die erforderlichen Kontraste zu geben, ohne daß sich die Schatten "schließen" oder die Lichter "belegen".
Das ist auf folgende Weise möglich: man verdünnt Centrabrom mit 1 - 3 Teilen Wasser, entwickelt das "richtig" belichtete Papier darin bis die Lichterzeichnung gerade eben erscheint und kräftigt dann durch weitere Entwicklung in Eukobrom bis zur gewünschten Deckung und Brillanz. Auch der umgekehrte Weg ist gangbar, also Anentwicklung in Eukobrom und Nachentwicklung in Centrabrom. Wir finden den ersten Weg wirkungsvoller.
Extremste Kontraste lassen sich überwinden, wenn zur Anentwicklung Neofin blau benutzt wird (1 Röhrchen bzw. 30 ccm auf 400 ccm verdünnt); ein Verfahren, das etwas kostspielig, in extremen Fällen aber durchaus gerechtfertigt ist. In diesem "weichsten Entwickler der Welt" erscheint sozusagen nur ein Hauch des Bildes in allen Details, dem dann in Eukobrom vorsichtig Kraft gegeben wird.

(Dokumol gab es damals noch nicht.)


1982 schrieb Tetenal bei sonst ähnlichem Text:

In Antwort auf:
Die Reihenfolge der Entwicklung geht immer vom weichen zum harten Entwickler. Da bei PE-Papieren schon Entwicklersubstanzen in der Schicht enthalten sein können, muß das Papier vorgewässert werden, bevor es im ersten Entwickler bearbeitet wird.


****************************

Wenn es mit Neofin geht, warum nicht auch mit Ultrafin???

Swingende Grüße in den "Norden"

Henning



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#15

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.10.2006 23:36
von Bernd • Mitglied | 1.664 Beiträge

Hallo Mike,


ich benutze seit Jahren Eukobrom als Standartentwickler, nach Probeausflügen mit anderen Süppchen bin ich reumütig zu Eukobrom zurückgekehrt.
Eukobrom ist ein Klassiker im besten Sinne, die Rezeptur ist zwar uralt jedoch immer noch top. Das 1-Liter-Konzentrat wir bei mir in 100ml-Braunglasflaschen randvoll umgefüllt und hält sich darin für viele Monate. Die Ansatzlösung wird mit Protectan geschützt und hält so durchaus mehrere Wochen. Zudem benutze ich bewusst eine weiße Entwicklerschale, um eine ebentuelle Verfärbung frühzeitig zu erkennen. Eine leichte Gelbfarbung kann noch akzeptable Ergebnisse bringen. Gegen Ende einer Laborsitzung brauche ich diese Brühe noch auf und entsorge sie anschließend. Ist die Brühe wirklich braun gefärbt kann man sie, wie jeden Entwickler vergessen. Sie ist oxydiert und führt zu flauen Ergebnissen.


ciao

Bernd

Degustibus non est disputandum

Zeit und Muße?
http://www.BerndDaub.meinAtelier.de



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#16

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.10.2006 05:50
von mike • Admin | 4.295 Beiträge

Hallo Leute danke für die Hilfe. Ich habe meinen Entwickler im Keller in einem Schrank stehen gehabt. Meine Güte wenn ich die Quadratmeter errechnen sollte dann kann ich wohl behaupten das ich damit meine Wohnung tapezieren könnte...

Ich habe ihn jetzt neu angesetzt, mal sehen wie die Probebilder geworden sind.

Gruß mike


Fotografiere niemals etwas, das dich nicht interessiert!" (Lisette Modell)



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#17

RE: Alter Entwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.10.2006 07:31
von Hartmut • Mitglied | 726 Beiträge

Hallo Eduard

Du hast mich auf einen unverzeilichen Fehler aufmerksam gemacht. Die von mir beschriebenen 2m² beziehen sich auf Baryt-Papier, nicht auf PE-Papier. Ich hoffe, ihr habt jetzt nicht alle euren Entwickler entsorgt.

Asche über mein Haupt

Trotzdem viel Spaß
Hartmut



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