#1

Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.11.2010 03:17
von S.F. • Mitglied | 214 Beiträge

Hab ihr Erfahrungen mit der Herstellung von Photopapier gemacht?
Wie hoch ist z.B. die Lichtempfindlichkeit?
Welche Schwierigkeiten/Probleme bringt eine solche Herstellung mit sich?
Läßt sich solch ein Papier für die Lochkamerafotografie in der Praxis verwenden?


Gruß
Stefan
zuletzt bearbeitet 01.11.2010 03:19 | nach oben springen

#2

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.11.2010 05:41
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Das Problem ist, eine möglichst gleichmäßige Schichtdicke zu erreichen, um zu verhindern, daß die Bilder später fleckig aussehen, das kann man an den zeitgenössischen Kollodiumplatten und Albuminpapieren gut sehen. Um eine gleichmäßige Qualität zu erreichen, muß man ohne professionelles Gerät das Papier wohl eher tauchen als begießen. Wie man dabei verhindert, daß es beidseitig beschichtet wird ist eine gute Frage, falls Kopfüber auf der Emulsion schwimmend nicht funktioniert, wäre wohl eine Art Rahmen richtig. Auch die Trocknung muß sehr gleichmäßig erfolgen, da unterschiedliche Temperaturen zu unterschiedlicher Empfindlichkeit führen. Welche Empfindlichkeit erreicht werden kann hängt von der Trockentemperatur der Schichtdicke und Zusätzen wie Goldsalzen ab. Ansonsten wird je nach Papierqualität so etwas wie eine Barytschicht benötigt, weil sich sonst Emulsion und Papier gegenseitig angreifen.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 01.11.2010 05:41 | nach oben springen

#3

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.11.2010 06:28
von Thomas D • Mitglied | 183 Beiträge

Wieso willst Du selbst herstellen? Aus Spaß am Experimentieren, Fotoemulsion gibt es flüssig zu kaufen, oder willst Du alles selbst machen, incl selbst mixen?


auch Fotografie: die-drielings.de


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#4

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 01.11.2010 10:00
von S.F. • Mitglied | 214 Beiträge

Ja ich habe mit dem Gedanken gespielt das Papier selbst herzustellen.
Fotoemulsion klingt praktischer.


Gruß
Stefan
zuletzt bearbeitet 01.11.2010 10:01 | nach oben springen

#5

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.11.2010 05:28
von chefredaktor • Mitglied | 41 Beiträge

hallo S.F.

Mit Fotoemulsion habe ich auch schon gearbeitet. Ich habe damals Rollei Black Magic Variable Grade verwendet.
Die Gelatine musst Du zur Verflüssigung im Wasserbad aufwärmen und danach aufbringen wie Farbe. Nach dem Abkühlen erstarrt die Masse und wird farblos; den beschichteten Fototräger musst Du danach einen Tag trocknen. All das natürlich in der DUKA.

auf Folgende Punkte müsstest Du besonderes Augenmerk richten:
- Fotoemulsion beim Verflüssigen vorsichtig umrühren - ansonsten entstehen Blasen die du auch später auf dem Träger haben wirst.
- Träger: Untergrund sollte leicht saugfähig sein: spanplatten, pappe, büttenpapier funktioniert gut. Glas, Metall hingegen schlecht.
- Gleichmässiges Verteilen: Du kannst die Fotoemulsion Pinseln oder sanft Rollen. Schaumgummirollen führen manchmal zu Blasen - beste Erfahrungen habe ich mit sehr weichen breiten Pinseln gemacht. Ein grosses Problem ist, dass die weisslich-trübe fotoemulsion auf hellem Untergrund bei Rotlicht nicht auszumachen ist.

Solchermassen hergestelltes Fotopapier behält den gemalten Charakter, ist also mit echtem Fotopapier nicht zu vergleichen.

Viel Glück!


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#6

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.11.2010 11:13
von S.F. • Mitglied | 214 Beiträge

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.


Gruß
Stefan
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#7

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 02.11.2010 12:11
von Stephan K. • Mitglied | 999 Beiträge

Muss die Oberfläche zunächst irgendwie grundiert werden vor dem Auftrag der Fotoemulsion oder ist das egal? Und du sagtest Spanplatten: Ergeben sich dann nicht Risse im Bild wenn das Holz arbeitet oder fallen die nicht auf?

Grüße,
Stephan


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#8

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.11.2010 00:05
von chefredaktor • Mitglied | 41 Beiträge

Hallo Stephan

Grundiert werden muss nicht unbedingt. Es existiert Photogelatine, welche sich für eine Grundierung anbietet, auf diese Weise kann eine ebenmässigere Oberfläche erzielt werden. damit habe ich jedoch noch nie experimentiert.

natürlich kann es sein dass Spanplatten arbeiten und Harrisse entstehen, ich denke aber nicht dass das auffällt. Ich habe seit 1 1/2 Jahren eine beschichtete pavatex-platte (dünne Holzfaserplatte wie sie für Schrank-Rückwände verwendet wird) im Bad aufgehängt. Trotz Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen sind keine Risse zu erkennen, das Bild hat sich nicht im geringsten verändert.

Grüsse,
Peter


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#9

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.11.2010 01:48
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Hallo Namenloser.
Ich bin der Berthold.
Ob das mit dem Papier etwas vernünftiges wird?
Aber hast Du schon mal an Cyanotypie gedacht. Da macht so gar das Papier-Handschöpfen einen Sinn.
Nur so als Anregung. Diese blauen Bilder finde ich klasse. Einfache grobe rustikal Motive kommen besonders gut.
Einmal habe ich solche Original-Bilder auf ganz rauem Papier gesehen-toll!!! Das Motiv liegt "in" dem Bild.
Aber das grosse 1:1 Negativ der Vorlage ist schon das erste Problem.
Schade, das dass UV-Belichten vom Cyano-Papier nicht mit dem Vergrösserer direkt geht. Da würde ich dann mal testweise einsteigen.
Gruss Berthold


Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#10

RE: Frage zur Selbstherstellung von Photopapier

in Dunkelkammer & Entwicklung 03.11.2010 05:59
von JoJo • Mitglied | 1.728 Beiträge

Zitat von BertholdSW

Schade, das dass UV-Belichten vom Cyano-Papier nicht mit dem Vergrösserer direkt geht. Da würde ich dann mal testweise einsteigen.
Gruss Berthold



Es könnte mit einem Diaprojektor gehen oder sogar mit einem Vergrößerer, sofern der eine normale Halogenlampe hat und KEINEN UV-Sperrfilter.
Normale Halogenlampen haben einen recht hohen Anteil an UV. Es gibts auch spezielle UV-Halogenlampen von Osram, 75W 12V Sockel G5.3-4.8, 64614. Die nimmt man z.B. fürs Klebstoffhärten.
Ich habe früher mit dem ganz normalen Diaprojektor als Lichtquelle fotobeschichtete Leiterplatten und Siebdruckschablonen belichtet. Beide sind auf UV ausgelegt. Allerdings habe ich Kontaktfilme benutzt.
Ob das als Projektion geht, kann ich nicht sagen aber der Kontrast bzw. die Schärfe (wegen Steulicht) würde wohl leiden.
Als Belichtungszeit für UV-Material nenne ich mal ca. 5 Minuten mit einer 150W Halogenquelle bei 1,5 Metern Abstand. So als Anhaltspunkt.

Gruß

Joachim


"Rot ist Plus, Schwarz ist Minus und alles mit mehr als 2 Drähten ist Elektronik"
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