#1

An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.11.2009 23:20
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

So, jetzt geht es nicht um den Hochglanz, das ist inzwischen weitgehend gelöst, sondern um die hochglanzlose Trocknung auf der Trockenpresse. Gelöst ist die Sache auch, aber etwas zu kreativ, um es in die geplante Anleitung zu übernehmen. Konkret geht es um planlageverbessernde Zusätze.

Irgendwo war mir mal zugeflogen, daß Glycol die Planlage verbessert. Ergebnis: Es stimmt, sogar bereits heftig wellig getrocknetes Papier trocknet plan, das ist auch nicht verwunderlich, da es in Edwals Superflat enthalten sein soll. "Idiotensicher" wird die Trocknung allerdings auch so nicht.

Jetzt stellt sich ein anderes Problem, ich bin die Sache eher kreativ angegangen und habe 10 ccm Scheibenenteiser auf 1 Liter Wasser genommen (Inhalt: Glycol, Isopropanol und diverse Hilfsstoffe in geringen Mengen). Das kann man natürlich so weder empfehlen, noch ist abzusehen, ob da nicht für das Papier schädliche Substanzen enthalten sein könnten.

Die Frage: Meine Recherchen im Internet halfen da nicht so recht weiter. Ist es möglich über den Chemikalienhandel/Apotheken ohne Sachkundenachweise oder private Bekanntschaft mit dem Apotheker Glycol zu erwerben, das Glycol ist ja nicht ganz ohne. Außerdem: Bis zu welcher Menge/Verdünnung kann man es halbwegs unbedenklich einsetzen?


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 25.11.2009 23:26 | nach oben springen

#2

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 25.11.2009 23:56
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Zitat von Photoamateur
Gelöst ist die Sache auch, aber etwas zu kreativ


Zu kreativ? Das macht neugierig.

Zitat von Photoamateur
hochglanzlose Trocknung auf der Trockenpresse


Da kann ich eigentlich nicht von Planlageproblemen reden, wenn man das Papier rechtzeitig aus der Presse nimmt, also nicht ganz knochentrocken. Ist aber auch schon länger her. Vielleicht sind die Papiere heute anders.

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
------
analog: Olympus OM-2 und OM-4, Kodak Retina IIIC, IIIS und Retina Reflex S; digital: Pansonic Lumix GH3 und GF6
meine Galerie http://www.pbase.com/buschkoeln
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#3

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.11.2009 00:23
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

In Antwort auf:
Da kann ich eigentlich nicht von Planlageproblemen reden, wenn man das Papier rechtzeitig aus der Presse nimmt, also nicht ganz knochentrocken. Ist aber auch schon länger her. Vielleicht sind die Papiere heute anders.



Ich eigentlich auch nicht (wobei eine für das Einkleben in Alben ausreichende Planlage meines Erachtens durchaus nicht ganz leicht zu erreichen ist), aber es gibt Leute die haben damit Probleme und das Glycol sorgt dafür, daß die Papiere leichter planliegen, weil sie nicht so vollständig austrocknen bzw. sofort wieder etwas Feuchtigkeit ziehen (Glycol ist hygroskopisch). Außerdem habe ich den Eindruck, daß sich auch bereits bei der vorhergehenden Trocknung wellig gewordene (vergessene)Bilder wieder plan trocknen lassen, was normalerweise nicht ganz einfach ist. die Träger sind nach meiner Beobachtung in den letzten 20-30 Jahren allerdings schlechter geworden. Letzten Endes ist alles auch eine Frage von individuellen Ansprüchen und Verarbeitungsdauer, wenn ich die Presse auf 30° stelle und eine halbe Stunde trockne, dann ist es wohl recht einfach, will ich die Bider aber bei 60° in 5 Minuten trocken haben, wird es schon schwieriger.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 26.11.2009 00:33 | nach oben springen

#4

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.11.2009 01:57
von bilderknipser • Moderator | 9.358 Beiträge

Zitat von Photoamateur
eine für das Einkleben in Alben


Hui, Du nimmst Baryt für Albumbilder!?

Gruß
Jochen


Gruß
Jochen
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#5

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 26.11.2009 10:50
von HenningH • Mitglied | 1.216 Beiträge

Neben den "Weinpanschmitteln" Ethylenglycol (C2H6O2) bzw. Diethylenglycol (C4H10O3), die als gesundheitsschädlich gekennzeichnet sind, gibt es ja noch andere mehrwertige Alkohole wie Propylenglycol (C3H8O2) oder Glycerin (C3H8O3), die auch hygroskopisch sind, aber keine Gefahrstoffkennzeichnung haben...

Swingende Grüße

Henning

PS: Walter, die "Finessen" konnten leider noch nicht ausgiebig gesichtet werden. Der Hauptteil des Buches besteht eben aus Finessen, die eigentliche Standard-Verarbeitung wird relativ knapp abgehandelt. Irgendwann werde ich wieder mehr Zeit haben...


_____
Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.
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#6

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 27.11.2009 20:02
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Hallo,

ich gaube allerdings, daß es schon eines der Gesundheitschädlichen sein muß, denn auch auf dem Edwal Superflat sind Warnhinweise und ich sehe keinen Grund nicht Glycerin anstatt Glycol zu nehmen, wenn es gleich gut funktionieren würde. Schon gar nicht in den Staaten, wo man für alles verklagt werden kann. Würde mich aber nicht wundern, wenn man in Deutschland kein (verdünntes) Glycol kaufen kann, aber es selbstverständlich im Frostsschutzmittel drin sein darf.

In Antwort auf:
PS: Walter, die "Finessen" konnten leider noch nicht ausgiebig gesichtet werden. Der Hauptteil des Buches besteht eben aus Finessen, die eigentliche Standard-Verarbeitung wird relativ knapp abgehandelt. Irgendwann werde ich wieder mehr Zeit haben...



Laß Dir nur Zeit, neue Hinweise können ja auch noch später in die von mir zu schreibende Anleitung eingepflegt werden, sofern sie jemals fertig wird.


gut Licht
Walter
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#7

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 28.11.2009 05:24
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

In Antwort auf:
Hui, Du nimmst Baryt für Albumbilder!?



Entschuldigung, das hatte ich überlesen. Ich nehme Baryt eigentlich für alles was anfällt, PE nur ausnahmsweise, wenn ich mal schnell einen oder zwei Abzüge haben will und dabei die Wässerungsdauer dann doch zu sehr zu Buche schlagen würde. Ganze Filme (abzüglich Ausschuß)werden auf 7x10 bis 10x15 abgezogen, das ist mit mehreren größeren Trockenpressen ratzfatz erledigt. Würde man jetzt anstattdessen auf 30x40 gehen und sagen wir 10 Abzüge machen, könnte man die entweder mit einer großen Trockenpresse in 1-2 Stunden trocknen, oder aber 10 Glasplatten nehmen und eben einen Tag für den kalten Hochglanz warten. Mit Baryt verplempert man gar nicht so viel Zeit, wenn man es richtig anpackt. Die Wässerungsdauer kann man ohnehin entweder für das Abendessen nutzen, oder währenddessen die Duka aufräumen. Ich habe allerdings eine feste Duka, sonst würde ich womöglich auch eher mehr zu PE greifen, wobei andererseits die Wässerungsdauer meiner Meinung nach sogar ziemlich genau die Zeit sein dürfte, die man braucht, um das Bad oder die Küche wieder in Ordnung zu bringen und seine Gerätschaften zu verstauen. Baryt muß allerdings systematisch und vorausschauend verarbeitet werden, sonst steht man zugegeben wirklich den ganzen Tag in der Duka. Ganz schlecht ist es natürlich, wenn man merkt, daß man ja noch ein weiteres Negativ vergrößern wollte, während man schon die ersten Bilder der vorausgehenden Serie in der Trockenpresse hat.


gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 28.11.2009 05:31 | nach oben springen

#8

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.11.2010 00:53
von chefredaktor • Mitglied | 41 Beiträge

Mit glanzloser Trockenpressung habe ich bisher noch nie richtig schön ebene Barytabzüge erreicht. Habe eine andere Methode für mich entdeckt: Ich klatsche die Abzüge auf eine Glasscheibe, Rollenquetschen und danach mit einem selbstgefetigten Holzrahmen und 4-8 Klemmen fixieren, das geht 2 min. Am nächsten Morgen ist der Abzug trocken & so eben wie er nur sein kann und wellt sich garantiert nie mehr! Habe 10 Glasscheiben / Rahmen - mehr Barytabzüge mach ich nie aufs mal.

Viel Glück,

Peter


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#9

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.11.2010 02:38
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Einklemmen und garantiert nie wieder wellen:
... meine Erfahrungen zu Einklemmen sehen anders aus. Also es muss nicht zwangsläufig gute Ergebnisse geben, und kann auch einfach nur viel Zeit und Nerven kosten.
Und sich garantier nie wieder wellen: Dachte ich bei der Nassklebeband-Methode auch... war bei mir aber auch nicht so (alles mit fomabrom Variant III, noch mit dem Agfa-Träger)


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#10

RE: An alle Chemiker, Apotheker Chemikalienhändler und Barytverarbeiter

in Dunkelkammer & Entwicklung 24.11.2010 03:25
von chefredaktor • Mitglied | 41 Beiträge

Hallo Namir

Nassklebebandmethode finde ich auch nicht empfehlenswert. Ein passender Holzrahmen kommt besser...
Habe auf diese Weise bisher Agfa Brovira, Ilford MG4FB, Rollei Vintage Baryt perfekt hinbekommen - mehr hab' ich bisher nicht ausprobiert.
Bei der Trocknung hat doch jeder sein eigenes rezept..

Peter


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