#1

Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 11:29
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hi!
Die never-endening-story: Ich habe jetzt ja auch angefangen eine kleine Auswahl meiner bisherigen Meisterwerke auf 30x40cm in Baryt (ADOX FPVC) zu vergrößern. Trocknen mache ich mit der Trockenpresse, aber danach sind die Prints ja immer noch etwas wellig. Da ich kein so großes Buch habe, in das ich die Bilder einlegen könnte, habe ich mich nach einer Suche hier im Forum für eine leichte Abwandlung der Methode entschieden, die Horst vorgeschlagen hatte.
Ich habe mir 2x 19mm dicke 40x50cm Spanplatten für Oben und Unten und 6x 4mm dicke 40x50cm Pappelholzplatten im Baumarkt zuschneiden lassen. Dazwischen kommen die Prints. Beschweren mit Büchern wollte ich nicht, da mir das Hin- und Hergeräume zu aufwendig ist, ausserdem ist das Ganze dann Sperrig und kann nicht mal einfach weggestellt werden. Also habe ich mir noch 6x Billigspannzangen mitgebracht, damit kann ich auch weitaus mehr Druck ausüben als mit Büchern. Wie lange die Prints zum Glattwerden brauchen weiss ich noch nicht genau, da ich die Prints erst seit heute morgen in der Presse habe. Als ich gerade mal Nachgesehen habe, waren die aber schon deutlich glatter als vorher, mal sehen, wie sich das entwickelt.
Das Beste daran sind die Kosten. Für die Bretter und die Spannzangen habe ich ca. EUR 21 bezahlt. Das finde ich OK für eine Lösung, die schnell und günstig erweitert werden kann. Ebenso von Vorteil ist, daß ich die ganze Konstruktion mal eben zur Seite stellen kann (auch Hochkant).

1. Bild: die Presse mit Inhalt
2. Bild: die Presse komplett zusammengebaut

Angefügte Bilder:
presse1.JPG
presse2.JPG

viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#2

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 11:35
von kugelfisch • Mitglied | 2.759 Beiträge

Hi Grüni,

wenn du auf ein bischen Rand verzichten kannst, dann kleb einfach die Prints nass, mit Nassklebeband auf die Platten. Meine Prints sind mit dieser Methode einwandfrei glatt geworden.

http://flickr.com/photos/alex1976/3003055667/

Gruß
Alex



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#3

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 11:53
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hallo Alex,
an die Methode habe ich auch schon gedacht. Ich möchte aber zum Einen das Papier voll ausnutzen, und zum Anderen baue ich meine Duka nicht allzu oft auf, sodaß ich dann immer mehrere Prints auf einmal mache, dann müsste ich ja auch mit den Platten irgendwo hin; bei einem 35m²-Appartment ist jeder ²mm wertvoll, da brauche ich einfach etwas, was ich zur Not unters Bett schieben kann.
Aber Interessant die Nassklebeband-Methode schon. Die Prints, die ich von Riccardo (Neocortex) gesehen habe waren sehr glatt.


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#4

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 12:12
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Es geht mit der Trockenpresse durchaus glatt. Die Presse sollte dazu nicht zu heiß und das Papier vorher von Wassertopfen befreit worden sein (Fensterleder, Gummilippe des Scheibenwischers, Hände, Küchentuch etc.), außerdem darf man das Papier nicht knochentrocken trocknen, sondern muß etwas Restfeuchtigkeit darin verbleiben lassen. Nmm dazu einfach ein Blatt Photopapier, das Du als Auschuß betrachtest oder ein eigens dafür geopfertes Blatt Papier und trockne es so oft und weiche es wieder ein bis es in Ordnung ist. Dabei Vorgehensweise und eventuell Raumklima notieren.


gut Licht
Walter
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#5

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 21:17
von Knipsophon • Mitglied | 666 Beiträge

Hi Grüni.

Ja, ja! Das ADOX FPVC ist halt ganz schön störrisch. Ich habe das gleiche Problem und hatte diese ich auch schon im Hinterkopf. Warum hast Du gerade Pappelholz genommen? Ist das günstiger?

Vielleicht trockne ich die Abzüge in der Presse zu lange!? Oder die Temperatur ist zu hoch. Wer weiß...

Wenn Du nach einer Woche genaue Ergebnisse hast, kannst Du sie ja mal posten.

Gruß
Lui


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#6

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 21:44
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hallo Lui!

Zitat von Knipsophon
Warum hast Du gerade Pappelholz genommen? Ist das günstiger?
genau aus diesem Grund; Pappelholz ist das billigste, was man im Baumarkt bekommen kann. Ist zwar von sich aus nicht so plan, wie anderes Holz, aber in der Presse macht das ja nichts.
Zitat von Knipsophon
Vielleicht trockne ich die Abzüge in der Presse zu lange!? Oder die Temperatur ist zu hoch. Wer weiß...
Diese Fragen stelle ich mir auch. Ich werde jetzt erstmal die Prints weniger stark trocknen, vielleicht wirds dann besser. Die Temperatur meiner Presse kann ich nicht regulieren, das ist eine alte Büscher-Presse aus den 60ern.
Zitat von Knipsophon
Wenn Du nach einer Woche genaue Ergebnisse hast, kannst Du sie ja mal posten.
Das werde ich auf jeden Fall machen. Ich gehe mal davon aus, daß ich noch ein bisschen Experimentieren muß, bis ich optimale Ergebnisse habe.


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#7

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 12.11.2008 22:30
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

Habe mir auch mal so etwas ähnliches wie Grueni gebastelt. Eine Nummer kleiner, erstmal nur bis 18x24, mit Buchen-leimholzplatten und Glasplatten dazwischen.
Erster Ansatz war: Holzplatten durchlöchern. Barytabzüge etwas antrocknen lassen, dann zwischen zwei Fließpapierblättern zwischen zwei dieser gelöcherten Platten. Den Druck habe ich mit Schrauben und Flügelmuttern erzeugt. Die Ergebnisse waren mäßig.
Danach wars (fast) wie bei Grueni, nur mit Glasscheiben (auch mit Fließpapier) statt Pappelholz. WEiss gar nicht mehr, was dabei herauskam, hat mich auf jeden FAll nicht so überzeugt, dass ich dieser Methode auch nicht weiter nachgegangen bin.
Mit Naßklebeband gings eigentlich gut. Hab (auch nur bis 18x24) auf die Glasscheibe eines billig-Glasscheiben-"Rahmens" geklebt. Dazu zuerst leicht antrocknen lassen (dass sie halt nicht mehr klatschnass sind, aber auf jeden Fall noch feucht), dann die Seite mit dem Bild (auf Fliesspapier) aufs Glas und von hinten geklebt. Bei den von mir verwendeten Papieren hat das gut funktioniert. Der Rand geht dabei nicht verloren.
Nach vielleicht einer Woche habe ich dann die Photos vom Glas geschnitten, und sie waren schön plan. Bis zum nächsten Stoßlüften...
Weil mir das mit dem Kleben irgendwie zu aufwendig ist, werde ich bei meinen zukünftigen Barytabzügen wohl wieder die Trockenpresse (DDR) bemühen. Vielleicht noch ein bisschen "tunen" damit etwas mehr Spannung aufs Tuch kommt, dann nicht zu heiß werden lassen.
Was gut funktionieren *soll* ist: Print auf die kalte Presse, anschalten, dann mit der Hand kontrollieren, dass es nicht zu heiß wird (also immer mit der Hand draufbleiben, so lange es noch nicht unangenehm ist, ist's wohl auch für das Barytpapier noch in Ordnung), dann: Presse ausstecken, abkühlen lassen. Wenn die Presse dann kalt ist, das ganze nochmal. Also wieder so lange drinnen lassen, bis die Presse kalt ist. So oft, bis sich die Prints trocken anfühlen. (bei mir war das immer nach zwei mal der Fall) Wie gut das mit nicht all zu guten Pressen funktioniert, kann ich nicht sagen, habe auf diese Weise erst 9x13 Bilder getrocknet, in dieser Größe sind die auch nicht so kritisch...


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#8

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 13.11.2008 00:35
von Knipsophon • Mitglied | 666 Beiträge

um meine Presse zu regulieren, habe ich mir einfach eine dimmbare Steckdose gekauft. Das Ding sieht aus wie eine Zeitschaltuhr nur ist da ein Regler drann (ist eigentlich für eine Lampe gedacht) um die Strommenge zu regulieren. Funktioniert gut. Man sollte nur darauf achten, dass der Regler/Dimmer auch stark genug für die Presse ist.

Gruß
Lui


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#9

RE: Presse für Baryt

in Dunkelkammer & Entwicklung 13.11.2008 00:41
von Knipsophon • Mitglied | 666 Beiträge

Ich habe auch festgestellt (bein ADOX FPVC zumindest) dass man den Abzug erstmal gut antrocknen kann und ihn erst nach ein paar Stunden auf die leicht vorgewärmte Presse legt. Nach ein paar Minuten Presse ausschalten und auskühlen lassen. Erst dann den Print herausnehmen. Ging recht gut aber leider nicht plan genug. Hatte auch schon Versuche mit nassen Abzügen gemacht, welche ich auf die angewärmte Presse gelegt hatte aber dann schlug der Abzug leider Wellen, mehr als bei der vorgetrockneten Variante.

Gruß
Lui


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#10

RE: Presse für Baryt. Baryt klemmen zum Trocknen

in Dunkelkammer & Entwicklung 13.11.2008 06:19
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge
Der Schrauber aus dem Sauerland.
Ich bin vom Kleben mit Nassklebeband wieder abgekommen.
- Jedes mal das Glas wieder vom Kleberest gut reinigen kostet auch Zeit.
- Wehe, wenn die Klebe durch zu viel Wasser unter das Blatt flutscht,
dann musste ich alles wieder aufweichen, reinigen und neu aufkleben.
- Den Randabschnitt um 7mm hat man auf jeden Fall.
- Und wenn der Kleberand zu schmal war, war das Bild zwar trocken aber
an einigen Stellen von dem Klebeband gelöst und danach kräftig verzogen.
Einige Papier spannen beim Trocknen stärker als andere.

Dann kam die Klemmtechnik und für mich ist das Leben wieder in Ordnung.
Der Zeitaufwand für Klemmen ist der gleiche wie beim Kleben.
Für 2 Blattgrössen Baryt bin ich ausgelegt. 24x30cm und 30x40cm.
Mehr schaffe ich eh nicht an einem Abend.
3 Einlegeböden (Spanplatten) 40x60cm mit Klemmleisten sind meine Grundausrüstung.
Die Klemmleisten habe ich mit breitem Tesafilm auf der Längsseite,
die das Blatt festpresst, überklebt. Die Fläche ist dadurch popoglatt.
Nichts klebt mehr an.
Die Schauben sind Niro-Impusschrauben M4x40mm.
Der Imbusschlüssel ist als Schraubendreher ausgeführt.
Schnelles verschrauben ist so möglich.
Die Löcher in der Spanplatte sind beidseitig leicht angesenkt.
Mit Klarlack 2x die Löcher beidseitig kräftig einsprühen
macht Staubfest und wasserdicht.
Die Muttern klemmen sich so optimal in der konischen Vertiefung
beim Anschrauben von allein fest. Einen Maulschlüssel benötigt man nicht.
Auf eine Holzplatte passen gut 2 Blatt 24 x 30cm Baryt.
Für 30 x 40cm Papier benötigt man je eine einzelne Platte.
Den gewässerten Abzug hänge ich zum Abtropfen 5 Min. an die Leine.
Tropfenfrei dann auf das Brett ausgerichtet und die Leisten gefühlvoll anschrauben.
In warmer Umgebung ist nach 5 Stunden alles PLAN und trocken.
Einen 5mm Klamm-Abfallrand hat man, der aber unter dem Passepartout verschwindet.
Den Papier-Rand auf 5mm abschnippeln ist trotzdem ratsam, da hier doch einiges
an Chemie seitlich in das Papier eingesaugt wurde.

Wichtig ist es, dass das Papier zum Maßnehmen der Bohrungen der Leisten
gut gewässert wurde. Meine Papiere wachsen dabei deutlich in die Länge.
Wenn die Papiere wirklich noch etwas länger oder breiter werden,
kann man die Löcher sanft mit den Schrauben durch das euchte Papier
drücken. Das Papier liegt zum festklemmen 5mm unter den Leisten.

4 x Leisten für 24x30cm Papier wie:
2 Stk 28,5cm lang 2 cm breit 1,5cm hoch.
2 Stk 25,5cm lang 2 cm breit 1,5cm hoch.
Jede Leiste mit 4 Bohrungen für 16 Stk. Niro Imbusschrauben M4x40mm + Muttern.

4 x Leisten für 30x40cm Papier wie:
2 Stk 46,5cm lang 2 cm breit 1,5cm hoch.
2 Stk 28,5cm lang 2 cm breit 1,5cm hoch.
Lange Leisten mit 6 Bohrungen für 24 Stk. Niro Imbusschrauben M4x40mm + Muttern.
Kurze Leisten mit 4 Bohrungen für 16 Stk. Niro Imbusschrauben M4x40mm + Muttern.

Also jedem seine Methode. Meine heißt SCHRAUBEN und 100% kein Ausschuss.
Mattes Baryt wird luftgetrocknet noch weicher und SUPERMATT.
Diese Bilder sind zurzeit meine Lieblinge.

Gruß Berthold Jochheim
Angefügte Bilder:
Barytpress-1.jpg
Barytpress-2.jpg

Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
zuletzt bearbeitet 13.11.2008 06:30 | nach oben springen






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