#1

Verdünnung Einmalentwickler oder Mehrfachentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 13.01.2008 08:14
von Strano • Mitglied | 122 Beiträge

Hallo,

mit diesem Post feiere ich meinen Einstand in diesem Forum. Natürlich nicht, ohne mich durch viele viele Beiträge zu wühlen.

Kurz zu mir:

Seit Anfang 2007 fotografiere ich mit einer DSLR (Pentax K100D), nachdem ich lange lange überlegt habe, eine SLR zu kaufen. Also doch gleich digital einsteigen. Da ich aber während meiner Schulzeit in der Foto-AG bereits Filme und Abzüge entwickelt habe, wollte ich das auch mal wieder machen. Von gutgemeinten Ratschlägen nicht abgeschreckt, mir die Sache nochmal zu überlegen, habe ich nun eine Pentax MZ-7, an die auch meine VF-Objektive passen. Letzte Woche kam die Chemie und nächste Woche sollten die Messbecher kommen, um die Chemie anzurühren. Ich bin also bereit und guter Dinge.

Nun zum Grund meines Postings:

Peter Löffler von Phototec riet mir dazu, Einmalentwickler anzusetzen und diesen nach jeder Filmentwicklung zu entsorgen. Jetzt steht im Datenblatt des von mir verwendeten Amaloco AM 74 jedoch, dass Einmalentwickler durchaus "dünner" angesetzt werden kann. Beachtet man die Angaben im Datenblatt, dass mindestens 20 ml Entwickler in die Arbeitslösung müssen, und das Volumen des Jobo 1510-Tankes (250ml), kann man diese also 1 + 9 ansetzen. Das macht einem das Abmessen des Entwicklers einfacher und spart ggü. des 1+7-Ansatzes etwas Konzentrat. Hat man Nachteile zu befürchten, wenn man nicht einen 1+7, sondern einen 1+9-Ansatz anrührt? Der Verlängerungsfaktor gemäß Datenblatt muss natürlich berücksichtigt werden. Nächste Frage: Was spricht gegen einen Mehrfachentwickler? Lassen sich dadurch reproduzierte Ergenisse schwieriger erziehlen? Wobei. Wenn ich gerade drüber nachdenke, spielt die Frage bei der geringen Anzahl an Filmen, die ich derzeit zu entwickeln gedenke, eher eine untergeordnete Rolle.


Markus


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#2

RE: Verdünnung Einmalentwickler oder Mehrfachentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 13.01.2008 18:45
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hallo Markus,

erstmal unabhängig zu Deiner Frage möchte ich Dich herzlich im Forum willkommen heißen. Ich wünsche Dir hier einen guten Informationsaustausch, gute Hilfestellung und vor allem viel Spaß. Du wirst feststellen, dass wir hier eine gute Truppe beisammen haben .

Zu Deiner Frage:

ich muss leider gestehen, dass ich weder diesen Entwickler von Amaloco kenne (ist der Standardentwickler von Mike, ggfs. mal ihn anmailen), noch habe ich bislang mit Mehrfachentwicklern bzw. Mehrstufenentwicklern gearbeitet.

Grundsätzlich hat eine höhere Verdünnung bei den meisten Entwicklern den Effekt, das die Kantenschärfe nochmal zunehmen kann. Allerdings muss man hier aufpassen, wie sich der jeweilige Entwickler, wenn er höher verdünnt wird, auf die Korndarstellung auswirkt. Dies solltest Du also bedenken.

Noch etwas zur Füllmenge der Dosen: ich habe sowohl eine Jobo- als auch eine AP-Dose. Ich habe nur einmal die empfohlene Flüssigkeitsmenge (nach Herstellerangabe) verwendet, das Ergebnis war schließlich, dass einer meiner (wichtigen) Filme an einer Kantenseite nur unzureichend entwickelt war, weil die empfohlende Menge Entwickler eben doch zu wenig war und der Film in den Kipppausen nicht vollständig in der Flüssigkeit stand. Seitdem kippe ich die Dosen - wie davor auch - immer wieder randvoll. Damit gehe ich kein Risiko mehr ein, und die 50-60 ml mehr machen mich nicht arm.

Nur mal als Hinweis

Gruß
Sven




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Meine Homepage: http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials und Fotoliteratur


Meine Handwerkszeuge: EOS 5D, EOS 5D MK II, EF 24-105/4 L IS USM, EF 70-200/2.8 L USM, EF 50/1.8 II, Cosina AF 19-35/3.5-4.5 Digital, Sigma 12-24 F4.5-5.6 II DG HSM; Canon PowerShot SX50 HS; Yongnuo YN-568 EX II, YN-622C; Panasonic Lumix DMC-G6, Lumix Vario 14-42/3.5-5.6 asph./Mega O.I.S., LUMIX G VARIO 45-150mm / F4.0-5.6 ASPH MEGA O.I.S.
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#3

RE: Verdünnung Einmalentwickler oder Mehrfachentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 14.01.2008 04:01
von McMatze • Mitglied | 166 Beiträge

Moin Peter,

wie Sven schon schrob kannst Du den weiter verdünnen und einfach schauen was dabei rauskommt...
Das ist ja das schöne an der DuKa Arbeit. Alles sind eigentlich nur Vorschlagswerte. Jeder hat einen etwas anderen Prozeß, da wir alle Menschen sind und ich bestimmt anders Kippe als Sven oder oder oder...
Also einfach Deinen Prozeß finden und mit einfachen Testfilmen schauen was rauskommt. Wichtig ist dabei immer, daß Du versucht immer nur an einer Schraube zu drehen und die Wirkung beobachtest...
Was Sven schreibt mit der Füllmenge ist mir auch schonmal passiert :-(
Aber ganz randvoll würde ich auch nicht kippen, da schonst die Durchmischung durch das Kippen nicht mehr so gut ist...
Ich packe auch oben immer noch eine leere Spule drauf wenn ich nur einen Film mache.
Zum einem um die beladenen Spule an ihrer Stelle zu halten und weil die zusätzliche leere Spule für weitere Verwirbelungen und Duchmischungen sorgt (mag vielleicht nur einen eingebildeten Effekt haben, aber egal )....

Ich selber wollte den AM74 auch mal probieren und hab ihn auch schon zuhause...
Werden selber aber meist den Emofin als Mehrfachentwickler...

Auch von mir ein Willkommen. Scheinst ja Verstärkung für die Pentax-Fangemeinde zu sein
Die MZ-7 ist gut, für mich leider zuviel Plaste und ich mag das "neue" Bedienkonzept nicht wo es keinen Drehschalter für die Zeit und auf den Blendenring auch verzichtet wurde :-(
Da bin ich heilfroh, daß bei der MZ-S und K10D der Blendenring noch verwendet werden kann ;-)

Gruß,
Matze


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#4

RE: Verdünnung Einmalentwickler oder Mehrfachentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 14.01.2008 07:07
von Strano • Mitglied | 122 Beiträge

Hallo zusammen,

vielen Dank für die herzliche Begrüßung und besten Dank für eure Tipps. Da ich ein paar SW-Filme geschenkt bekommen habe, werde ich die wohl einfach mal nutzen, um mit einfachen Motiven Erfahrung zu sammeln. Wahrscheinlich sind dann aus Versehen super Bilder auf einem völlig verhunzten Film. :)

Was die MZ-7 angeht: Stimmt schon. Selbst die K100D fühlt sich wertiger an. Sie unterstützt den Blendenring aber durchaus. Zumindest mit dem Tamron 28-75, das den Blendenwert an die Kamera überträgt. Wobei die Kamera im Av-Modus und dem aufgeschnallten SMC-M 50 1,7 auch die Belichtungszeit anpasst, wenn ich am Blendenring drehe. Das klappt also alles soweit ganz gut.


Markus


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#5

RE: Verdünnung Einmalentwickler oder Mehrfachentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 14.01.2008 13:04
von phosphor • Mitglied | 1.232 Beiträge


Nächste Frage: Was spricht gegen einen Mehrfachentwickler? Lassen sich dadurch reproduzierte Ergenisse schwieriger erziehlen? Wobei. Wenn ich gerade drüber nachdenke, spielt die Frage bei der geringen Anzahl an Filmen, die ich derzeit zu entwickeln gedenke, eher eine untergeordnete Rolle.
Markus[/quote]

Hi Markus,
gegen Mehrfachentwickler spricht nichts,weil man ihn auch nur einmal benutzen kann (sollte)D.h.von der angesetzten
Stammlösung wird ein Teil mit 3 Teilen Wasser verdünnt, und zwar soviel wie die verwendete Dose erfordert, und diese Verdünnung wird dann nur einmal verwendet.Zeiten laut Datenblatt. Vorteil: immer neuer Entwickler pro Film und somit gleichbleibende Ergebnisse und bessere Bildschärfe.
Gruß
phosphor


______________________________________________
Die logarithmische Dichte eines Films
ist der dekadische Logarithmus
des reziproken Wertes des Transmissionsgrades
______________________________________________
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#6

RE: Verdünnung Einmalentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 16.01.2008 06:23
von Strano • Mitglied | 122 Beiträge
Hallo,

Zitat von phosphor
gegen Mehrfachentwickler spricht nichts,weil man ihn auch nur einmal benutzen kann (sollte)D.h.von der angesetzten
Stammlösung wird ein Teil mit 3 Teilen Wasser verdünnt, und zwar soviel wie die verwendete Dose erfordert, und diese Verdünnung wird dann nur einmal verwendet.Zeiten laut Datenblatt. Vorteil: immer neuer Entwickler pro Film und somit gleichbleibende Ergebnisse und bessere Bildschärfe.


Hmm, da komm ich jetzt nicht ganz mit. Das Argument für den Einmalentwickler in Bezug auf reproduzierbare Ergebnisse kann ich absolut nachvollziehen. Aber die Sache mit der Verdünnung irritiert mich jetzt schon. Du rätst mir zu einer 1+3-Mischung. In anderen Anleitungen las ich schon von 1+1-Ansätzen. Und dann steht im Datenblatt, dass man Einmalentwickler sogar bis 1+19 verdünnen kann. Alle Zeitangaben im AM74-Datenblatt beziehen sich auf 1+7-Einmalansätze. Ich bin verwirrt...

zuletzt bearbeitet 16.01.2008 06:25 | nach oben springen

#7

RE: Verdünnung Einmalentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 16.01.2008 06:32
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Peter,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, kommt Deine Verwirrung von den Mischungsverhältnissen, richtig ?? Hierbei gibt es keine allgemeingültige Regel, unter die sämtliche Entwickler fallen, z.B. alle Entwickler mit 1+2. Die nutzbaren Mischungsverhältnisse richten sich nach dem jeweiligen Entwickler, jede Chemie will hier anders verarbeitet werden.

Beispiele:
- Tetenal Neofin blau nutzt Du mit 470 ml Wasser auf 30 ml Entwicklungsflüssigkeit (1 Phiole)
- Tetenal Negafin, ID-11 oder D-76 kannst Du pur nutzen als Mehrfachentwickler oder im Verhältnis 1+1 als Einmalentwickler
- Ilford Ilfosol S nutzt Du i.d.R. im Verhältnis 1+9, für noch mehr Schärfe nutzt man 1+14
- Agfa Rodinal nutzt man, nach allem was ich hier gelesen habe, im Verhältnis von 1+25 bis 1+250

So musst Du also in erster Linie schauen, was Dir die Packungsbeilage für nutzbare Mischungsverhältnisse vorgibt. Es würde nicht (gut) funktionieren, z.B. Tetenal Negafin im Verhältnis 1+9 oder Ilfosol S im Verhältnis 1+2 einzusetzen.

Gruß
Sven




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#8

RE: Verdünnung Einmalentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 16.01.2008 06:40
von Strano • Mitglied | 122 Beiträge

Zitat von Grisu
wenn ich Dich richtig verstanden habe, kommt Deine Verwirrung von den Mischungsverhältnissen, richtig ??


Genau.

In Antwort auf:
Hierbei gibt es keine allgemeingültige Regel, unter die sämtliche Entwickler fallen, z.B. alle Entwickler mit 1+2. Die nutzbaren Mischungsverhältnisse richten sich nach dem jeweiligen Entwickler, jede Chemie will hier anders verarbeitet werden.


Also halte ich mich dabei erstmal an die Angaben im Datenblatt. Beim AM74 sieht dieses bspw. eine Standardverdünnung von 1+7 vor. Zusätzlich ist in dem Fall noch der Hinweis zu beachten, dass in jedem Ansatz mindestens 20ml Konzentrat enthalten sein müssen. Ok. Dann ist jetzt glaub ich alles klar. Maßgeblich sind also primär die Angaben in den Beipackzetteln.

Ich danke euch für die Hilfe!


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#9

RE: Verdünnung Einmalentwickler

in Dunkelkammer & Entwicklung 16.01.2008 06:44
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Zitat von Peter Strano
Maßgeblich sind also primär die Angaben in den Beipackzetteln.


Exakt.

Natürlich kannst Du später auch mal mit anderen Mengenverhältnissen experimentieren, aber dazu solltest Du den Entwickler im Zusammenhang mit einem bestimmten Filmmaterial erstmal kennen gelernt haben. Ich experimentiere zwar auch ganz gern, aber eine gewisse Erfahrung und Basis braucht man, um Ergebnisse überhaupt vergleichen zu können. Deshalb halt Dich erstmal an die Standardverdünnung.

Ciao Sven




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