#1

Lupe Eigenbau

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 19.04.2013 01:56
von franz1111 (gelöscht)
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Ich hab im Forum gelesen das man aus einem 50mm Objektiv eine Sucherlupe bauen kann.
Ich hab aus einer Wühlkiste eine kleine Gegenlichtblende und ein Comparon 4,0/50 mit einen Durchmesser von 3,5cm herumliegen und dachte probiers mal aus.
Was soll ich sagen ich bin begeistert.
Auf allen Mattscheiben die ich habe war das Bild klarer als mit der eingebauten Lupe.
Mit meiner Bergheil konnte ich aus 2m entfernung durch die Mattscheibe mit der Lupe Zeitung lesen.
Die Mattscheibe die ich habe für die Bergheil ist sehr schlecht und wenn ich die Lupe wegnehme sieht man die Zeitung nur schemenhaft.
Ich hab die Scheibe mit Ziff abgeschruppt und es ist ein wenig besser als vorher.
Ich werde mir eine neue machen.

Mattscheibe schleifen

Im chemischen Labor verwendet man sog. Dünnschichtchromatographie-Fertigplatten (DC) die sind 1,4mm dick denn 2mm Glas vom Glaser geht nicht rein. Diese 1,4mm starken Platten gibt es nicht einzeln zu kaufen und sind teuer aber Apoteken und Labore schmeißen sie nach gebrauch weg. Ich werde mich mal umschaun ob ich nicht ein paar bekomme fragen kostet nichts.

Um die Arbeit mit der Lupe zu erleichten hab ich ein Stück Karton herum gewickelt als Distanzstücke und mit der Gegenlichtblende am Auge ist es Lichtdicht das ich auch ohne Tuch gut durch sehen kann.

Mein erster Versuch, ich werde sie noch optisch auf möbeln.

Hat schon jemand von euch eine Mattscheibe geschliffen wenn ja wie ist das Ergebnis "gut"
Eine hochwertige gekaufte Lupe wie weit ist sie meinen Eigenbau überlägen und wie heist sie und was kostet so was?
Ich kann mir aber nicht vorstellen das eine gekauft noch was bringt das schraf stellen geht sehr gut mit meinen Eigenbau aber mir fählt halt der Vergleich.
Kann ich von der Konstruktion her oder der Optik (z.B.andere Brennweite) noch etwas verbessen?

LG
Franz


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#2

RE: Lupe Eigenbau

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 19.04.2013 02:58
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn ich ein Objektiv auf unendlich justieren möchte gehe ich nach draußen und visiere den Funkturm auf dem Königstuhl an, auf die Filmebene kommt eine Mattscheibe aus einer geschlachteten Reflekta und als Lupe verwende ich das Frontelement eines 2.8/45 er Objektivs mit einer Brenweite von ca. 30 mm. Damit ist das präzise Scharfstellen ein Vergnügen. Es muss nicht gleich ein komplettes Objektiv sein. Je kleiner die Brennweite um so mehr Vergrößerung, aber auch kleinerer Bildausschnitt.

Gut Licht - Reinhold


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#3

RE: Lupe Eigenbau

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 19.04.2013 03:33
von franz1111 (gelöscht)
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Danke Reinhold
Ich werde mich danach umschaun.
Aber ich brauch eine ca. 9x14x0,14cm Mattscheibe.


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#4

RE: Lupe Eigenbau

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 22.04.2013 20:15
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Hallo Franz.

> Hat schon jemand von euch eine Mattscheibe geschliffen wenn ja wie ist das Ergebnis "gut"

Mir hat meine Qualität gereicht. Auch für 6x9 zur Bergheil.
Wie ich das gemacht habe? Mit Schokolade!
Siehe mal alles unter:
http://www.grossformatfotografie.de/view...chokolade#p6871
Gruss Berthold
Mattscheiben schleifen mit Block-Schokolade
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Hallo aus dem Sauerland
Wie ich meine Mattscheibe geschliffen habe:

A) Silicium Carbit um 1200er Körnung hat mir ein Freund besorgt.
B) 2Stk 6x9cm geschliffene klare Glasscheiben stammen vom Glaser.
(Nur geschliffenes Glas besorgen. Glas aus Bilderrahmen usw ist an den Rändern erheblich zu dick)

Der Weg zur Doppel-Mattscheibe:
Glas auf Glas und dazwischen das in Wasser aufgelöste Schleifmittel und dann unter leichtem Druck schleifen durch kreiselnde Bewegungen ähnlich wie die eines Schwingschleifers.
Alle 30 Sekunden die 2 Glasplatten durch seitliches verschieben trennen und mit dem Pinsel neues Schleifmittel hinzugeben. Es reicht grob 2ccm Schleifmittel für 6x9cm Platten.
Da ich faul bin, habe ich das Schleifen über einen Schwingschleifer Marke Eigenbau halb automatisiert. Die beiden Glasplatten benötigen dann jeweils eine Glashalteplatte aus planem Alu.

Mein Schleifen in der Schleifwanne:
Also in eine kleine Wanne 20 x 30cm mit glattem Innenboden und 1cm Randhöhe habe ich eine plane 5mm dicke Aluplatte 15x25cm mit Lasso/Isolierband aus Gewebe mittig auf den Fussboden geklebt. Darauf kommt der untere Glas-Mattscheiben-Rohling.
Mit dem Haarföhn wird diese Aluplatte leicht erwärmt. Darauf kommt eine kleine Menge Blockschokoladen die dann schmilzt. In diese Schmelze schiebt man seitlich ohne Blasen zu erzeugen die untere Glasscheibe und lässt alles abkühlen. Wenn alles kalt ist, ist die Scheibe dann vollflächig, fest und dicht verklebt. Sollte doch unter die Scheibe schleifmittel kommen, wird auch diese Seite fehlerhaft, durch die schwingende Bewegung matt geschliffen. Also Kontrolle, ob die Schokolade auch gut an den Rändern verflossen ist. Dann 0-Problemo.

Jetzt zu meinem Schwingschleifer. (Sprich einen Betriebselektriker wegen der Elektro-Teile an)

1) Luftschütz:
Ein elektrisches Luftschütz um 7,5KW Schaltleistung und 230V Schaltspule wird von unten vorsichtig auseinander genommen. Der untere Metallkern in E-Form und muss ausgebaut werden. Von den äusserern quadratischen blanken Polen/Flächen des E-Kerns muss grob 0,5mm abgefeilt werden. Es kommt nicht so genau darauf an. Das geht in jedem Schraubstock. Danach alles wieder zusammenbauen.
Wenn jetzt 230V an die Spule geklemmt wird, ist der Vibrator/Schwinger fertig. Im 50Herz-Takt ist der E-Kern als Vibrator am Brummen/Surren. Das Geräusch ist leicht nervig, ist aber normal.

2) Halterung für die Glasplatte:
Die Schütze werden im Schaltschrankbau über eine Blech-Hutprofielschien auf den Montageplatten befestigt. Von dieser Schiene benötigt man 9cm. Diese Schiene wird auf einer Aluplatte 3-4mm Stark und 65 95mm Außengröße bei 6x9Mattscheiben mit Senkopfschrauben M5 x 5mm verschraubt. Das heißt, in der Aluplatte müssen die Schraubenköpfe versenkt werden. Auf diese Alu Platte rastet oben das Schütz ein, unten wird mit Blockschokolade der 2.Glasrohling aufgeklebt.
Also erst kleben dann das Schütz aufrasten und dann die Erde anklemmen!
Im Schaltschrankbau sind auch immer Erdungsklemmen auf den Blech-Hutprofielschien.
2 Stk werden benötigt. Jeweils rechts und links neben das Aufgeschnappte Luftschütz kommen diese Erdungsklemmen. Sie verhindern seitliches Verrutschen des Schützes. Dort unter diese Erd-Klemme kommt auch der Schutzleiter der dadurch die Aluplatte mit Erde verbindet.
!!!Das gesamte Schütz mit Isolier-Lassoband gut abgeklebt wegen 230V!!!!
15 Minuten schleifen, fertig sind 2 Mattscheiben.
Wasser ist nur minimal im Einsatz. Ca3-4ml. Es entsteht also kein wassergepansche. Alles bleibt relativ trocken.
Die Qualität ist jedenfalls besser als das alte Original.
Ich würde gerne noch feineres Silicium Carbit als 1050er benutzen. Meine Quelle ist aber verstopft (worden). Alles in China gelandet.

3) Endreinigung der Platten:
Einfach unter Wasser abspülen reicht. Ältere Platten lassen sich gut mit Wasser und Schulkreide
durch abreiben reinigen. Stärkere Methode ist die aufgetragene nasse Kreide über Nacht trocknen zu lassen und dann abwaschen. Eine alte Platte nachschleifen bringt nicht die Originalklarheit zurück. Das Alter hinterlässt seine Spuren wahrscheinlich im Glas.

4) Größere Platten schleifen:
18x24cm habe ich mit einem normalen Schwingschleifer geschliffen. Dann aber sehr oft die Platten trennen und neu einstreichen. Weil ich zu lange, ohne Unterbrechung geschliffen habe, ist bei mir eine kleine Insel-kuhle entstanden. Der Schwingschleifer war dabei jeweils um 3-4Minuten ohne Unterbrechung am Schleifen.
Und bitte nur plan geschliffenes Glas benutzen. Bei diesem Versuch habe ich eine 18x24cm Scheibe von einem Bilderrahmen genommen. Nach 1 Stunde erst waren die Ränder flach.

Gruss Berthold Jochheim HSK Sundern

Ps. Die Reste der Blockschokolade habe ich auf natürlichem Wege entsorgt.


Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#5

RE: Lupe Eigenbau

in Kameratechnik, Objektive, Blitzgeräte 25.04.2013 23:02
von franz1111 (gelöscht)
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http://www.mineraliengrosshandel.com/Siliciumcarbid-Schleifpulver:::50.html
Versand nach Deutschland pauschal bis 30 kg €6,00€
Danke Berthold für deinen ausführlichen Bericht aber ab einen gewissen Korn schleifst du nicht mehr sondern polierst.


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