#1

Baryt wässern, Baryt trocknen Eigenbau.

in Dunkelkammer & Entwicklung 22.11.2011 08:24
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Hallo aus dem Sauerland.
Meine automatische Kipp-Spülmaschine besteht aus einem Grillmotor, einer 2-fach Kurbelwelle in/auf der Badewanne. 2 Wannen liegen außen auf jeweils einem Holzstab. Innen hängen sie an 2 Kupferdrähten an der Kurbelwelle. Die hängenden Gewichte bewegen sich gegenläufig und heben sich dadurch auf. Der solide Grillmotor sollte noch ein paar Jahre machen. Auf diese Art spüle ich in 2 Wannen bis 40x50cm meine Bilder. Mit 5maligem Wasserwechsel ist der Spüldurchgang beendet.
Mehr als 2 Baryt-Bilder bekomme bei mir pro Sitzung eh nicht zusammen.
So bin ich zeitlich unabhängig vom Spülbetrieb.
Nach dem Spülen und Abtropfen rolle ich mit eine flusenfreien Küchenrolle das Bild mehrfach grob trocken.

Angefügte Bilder:
1-Wannen.jpg
2-Motor.jpg
3-Lager.jpg
4-Trockenrollen.jpg

Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#2

RE: Baryt wässern, Baryt trocknen Eigenbau.

in Dunkelkammer & Entwicklung 22.11.2011 08:25
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Auf den üblichen Regalbrettern (40x60cm) werden dann die Bilder über diese Trockenleisten (20x15mm) mittels 4mm Niro-Impusschrauben befestigt.
Entweder mit dem Imbusschlüssel mit Griff oder dem kleinem Akuschraubers werden die Schrauben-Leisten mit den Muttern angezogen/verschraubt. Die Leisten müssen präzise gleichmäßig verbohrt. Wie man sehen kann, sind die Bohrungen in der Breite außermittig in der Leistenbreite verbohrt. Man passt per Wendung diese Leisten näher oder weiter an ungleichmäßig breites Papier an. Einen 2ten Satz Bohrungen für etwas größeres Papier ist auch verbohrt. Die Bohrlöcher versenken und 2x mit Klarlack einsprühen. Die verschiedenen Papiertypen dehnen sich im nassen Zustand sehr ungleichmäßig aus.
Die Leisten aber kleben sehr oft fest am trockenen Papier. Wo zu baut man Tesafilm.
Auf die Leisten selber habe ich auf der Papierseite !breites! Tesafilm aufgeklebt.
Neuerdings umwickele ich die Leiste komplett, oben wie unten. Es hält besser.
Mit dem heißen Lötkolben werden dann die Löcher für die Schrauben wieder freigebohrt/freigeschmolzen.
Die Leisten fallen jetzt nach dem Trocknen vom Papier. (Mein Patent)
Ergebnis: Absolut sicheres Spannen und plane trockne Bilder mit kleinstem abschnippelbarem ca. 4-5mm Rand.
Die Grund-Idee stammt vom Wollstein. http://www.sw-magazin.de/swmag_frame_wollstein.htm
Getrocknet wird, wenn es schnell gehen soll, auf meiner Wärmeplatte.
Unter ein gelochtes langes Regalbrett habe ich von unten 2 Elektroheizkabel hochkant, mit Kupferdraht, befestigt.
Per Umschalter kann ich auf 30 oder 60 Watt umschalten. Auf dieser Heizplatte stehen im Standardfall 3 Schalen. Entwickler, Alt-Fixierer, Neufixierer.
Mittig sieht man von unten die runden Walzen, auf denn alle 3 Wannen gemeinsam abrollend gekippt werden können.
So wäscht, spült, trocknet, rollt es sich im Sauerland.
Gruss Berthold

Angefügte Bilder:
5-Leisten.jpg
6-Bilderheizung.jpg
7-Wannenheizung.jpg
8-Heizung.jpg

Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#3

RE: Baryt wässern, Baryt trocknen Eigenbau.

in Dunkelkammer & Entwicklung 22.11.2011 12:31
von namir • Mitglied | 2.452 Beiträge

sehr interessante Einblicke in Deine Duka-Praxis. Habe vor einiger Zeit auch etwas sowohl mit Wässerung als auch mit Trocknung von Barytpapieren herumexperimentiert, kam bei beiden allerdings nicht wirklich zu einer für mich befriedigenden Lösung (mein Wascher wäre wohl gar nicht schlecht geworden... wäre er jemals aus dem Prototyp-Stadium herausgekommen irgendwann wollte ich dann aber lieber wieder Photos machen)
Das mit dem Motor zur Bewegung ist eine ausgezeichnete Idee, werde ich bei Gelegenheit evtl. mal abkupfern...


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#4

RE: Baryt wässern, Baryt trocknen Eigenbau.

in Dunkelkammer & Entwicklung 22.11.2011 19:22
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Hallo in die Runde.
Wie ist das mit Eurer Laborzeit?
Bis 150min ist noch Hobby. Danach empfinde ich es als Stress.
Nach 8.9 Stunden Arbeiten habe ich auch keinen Bock auf länger.
Mein Laborleben ist häppchenweise eingeteilt.
MF-Filmentwicklung 50 Minuten, Abend 1.
Film kleinschnippeln, Lupensichten, Teilentsorgen, den Rest eintüten 60min, Abend 2.
RC-Schmier-Abzug in Postkartengösse 60min, Abend 2.
Postkarten-Bilder sichten und schlechte mit Negativen Entsorgen.
Danach vergrößere ich je Sitzung 2 Negative auf Baryt 18x24cm für meine TOP-100-Fotoalben.
2 Bilder = 120-150min, Abend 3 – 6, je nach Beute.
Bilder sichten und nicht so gute mit Negativen Entsorgen.
Der Rest kommt in meine TOP-100-Ring-Fotoalben, die nach Grob-Themen sortiert sind.
Was sich mir dann als sehr gut gelungen zeigt kommt auf Baryt 30x40.
2 Bilder = 120-150min, Abend 7.
Was sich mir dann als „genial“ gelungen zeigt kommt neuerdings auf Baryt 40x50.
1 Bilder = 120-150min, Abend 8.
Somit ist für einen Film ein Monat rum.
Ich bin bestimmt der geborene Rentner!
Ach so, die Negative müssen ja auch noch eingescannt werden.
Ich brauche ja Euer Lob.
Gut, das ich dieses Hobby noch nicht hatte, als unsere Jungens klein waren.
Alles unter einen Hut zu bekommen geht nicht so schnell.
Was ich aber damit sagen will:
Die Arbeiten im Labor müssen bei mir rationell und planmäßig ablaufen.
Auf und Abbau dauern incl. Spülen 30Minuten. 90min vergrößern muss reichen.
Für länger im Labor und noch mehr Qualität habe ich noch nicht die Nerven.
Also nächtelang im Labor ist bei mir noch nicht vorgekommen.
Gruß Berthold


Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#5

RE: Baryt wässern, Baryt trocknen Eigenbau.

in Dunkelkammer & Entwicklung 23.11.2011 08:33
von Sputnik (gelöscht)
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Hallo Berthold.
Die Frage nach der Laborzeit finde ich auch interessant.
Ich z.B. gehe fast ausschließlich am Wochenende in die Dunkelkammer, eben weil ich es gar nicht mag, nach 2 Bildern aufzuhören, zumal ich keine Lust habe, mehr Zeit für das Auf-/Abbauen, Wässern und Saubermachen als für das Bildermachen aufzuwenden.
Als ich noch mit einem herkömmlichen Farbmischkopf arbeitete, brauchte ich im Schnitt auch 30 bis 60 Minuten pro Abzug. Seit Splitgrade hat sich die Zeit ziemlich genau halbiert und so mache ich jetzt immer erst nach 10 guten Abzügen Schluß, denn ganau so viele passen auch in den Eigenbau-Barytwascher, den ich mir vor Jahren mal nach ner Anleitung aus dem Internetz gebaut habe. Diese Angabe bezieht sich auf 18x24 Abzüge, die die bei mir die Regel sind (24x30 oder 30x40 mache ich eher selten). Die fertig gewässerten Bilder klatsche ich an die Fliesen, streife sie mit nem Schwamm ab und hänge sie dann auf die Leine. Wenn sie fast trocken sind, werden sie für mind. 10h gepreßt. Dann folgt die Beschriftung und die Retusche. Fertig. Außer, mir steht der Kopf nach Tonen.
Kleine Sichtungsabzüge mache ich so gut wie gar nicht mehr. Kontakte reichen mir. Übrigens auch auf Baryt, denn auf PE reagiere ich höchst allergisch :-)
Das Ganze spielt sich bei mir im Schnitt übrigens vielleicht alle 2 Monate ab. Es gibt allerdings auch längere Ruhephasen. Aber eben auch entschieden kürzere :-)

Grüße, S.


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