#1

schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 20.02.2009 13:01
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hallo in die Runde!
Ich habe bislang noch nie Makrophotos gemacht. Nachdem ich mir aber in der Bucht sehr günstig den langen Zwischenring (Nr. 2) für meine Mamiya geschossen habe, und mal testweise durchgeschaut habe, möchte ich doch mal ein, zwei Makros machen. Jetzt habe ich mir hier schon ein paar Threads durchgelesen und werde wohl entweder im Kaufhaus so matten Stoff wie Möglich oder Molton besorgen.
Wie bekomme ich das denn jetzt hin, daß der Hintergrund auf der Aufnahme auch wirklich schwarz wird? Ein paar Mal habe ich schon mit schwarzem Karton Photos gemacht, da war immer das Muster zu erkennen und es erschien auch immer eher grau als schwarz. Ich kann ja bei den relativ kleinen Gegenständen es nicht vermeiden, daß die Lichtkegel der Lampen auch auf den Hintergrundstoff treffen. Der Tip mit dem Mindestabstand vom Model zum Hintergrund von 1,5m funktioniert hier leider nicht ;-)


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#2

schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 20.02.2009 20:24
von Grisu • Admin | 9.337 Beiträge

Hi Andreas,

Du sprichst das Problem selbst schon an - wenn (direktes) Licht auf schwarzes Material fällt, dann wird er grau oder zumindest nicht reinschwarz dargestellt.

Du musst also schauen, dass Du das Licht bündelst bzw. zentrierst, so dass hier kein direktes Licht mehr auf den Hintergrund kommt. Das könntest Du z.B., indem Du aus Tonpapier eine Spot-Umrandung für die Lampe baust. Aber Vorsicht - eine normale Glühlampe wird sehr heiß, ich kann Dir die Entzündngstemperatur von Tonpapier leider nicht nennen.

In der Studiofotografie gibt es entsprechende Spotvorsätze für Blitzköpfe, der für meinen Walimex ist aus Metall - der wird auch immer gut heiß, da neben der kurzen Zündung des Blitzes ja die Glühlampe für das Einstelllicht dauerhaft brennt und Hitze erzeugt.

Oder wenn Dir kein anderes brauchbares und möglichst nicht leichtentzündliches Material einfällt, um das Licht Deiner Lampe zu richten, müssest Du Dich mal nach Lampen umschauen, die nur ein sehr zentriertes Licht werfen. Wir haben in der Küche unter den Schränken z.B. LED-Lampen, die haben ein sehr stark gerichetes Licht. Sowas in der Art.

Gruß
Sven




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Meine Handwerkszeuge: EOS 5D, EOS 5D MK II, EF 24-105/4 L IS USM, EF 70-200/2.8 L USM, EF 50/1.8 II, Cosina AF 19-35/3.5-4.5 Digital, Sigma 12-24 F4.5-5.6 II DG HSM; Canon PowerShot SX50 HS; Yongnuo YN-568 EX II, YN-622C; Panasonic Lumix DMC-G6, Lumix Vario 14-42/3.5-5.6 asph./Mega O.I.S., LUMIX G VARIO 45-150mm / F4.0-5.6 ASPH MEGA O.I.S.
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#3

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 20.02.2009 21:11
von BertholdSW • Mitglied | 2.407 Beiträge

Hallo Andreas.
Meine Hintergrunderfahrungen bei meinen Motiven draussen in der Natur.
Was noch am besten ging war bei mir Samt. Teuer aber er schluckte am besten das Restlicht.
Den Samt habe ich damals auf eine dicke Papprolle gewickelt, weil sonst die normalen Knickstellen im Bild zu sehen waren. Damals habe ich oft Kakteenblüten mit diesem Hintergrund fotografiert. Klasse aber mit der Zeit würde mir der Hintergrund zu steriel. Die Steigerung ist bei mir den passenden und machmal auch gestalteten aber wichtigen Hintergrund unstörend zum Motiv einzubauen. Also in der Natur räumen ich den Hintergrund auf. Machmal kommt auch die Schere zum Einsatz um z.B. Gras in seine Schranken zu weisen.
Manche zeigen da aber schon den mahnenden Zeigefinger. Vermeide auf jedenfall alles helle und wirres im Hintergrund. Such dir grossflächiges monotones als Hintergrund. Moosflächen, Waldkleeflächen usw. Bei langen Blüten, Gräsern passt oft gut der wolkenlose blaue Himmel. Mit Gelbfilter kommt der noch etwas dunkler. Also Such Dir einen Hügel, bagger die Kamera ein und dann Bergauf fotografieren. Klar, den Winkelsucher oder Faltlichsucher von oben benötigst Du auch noch. Bei Dir die Mamiya 645?
Ich suche jetzt zum 3. Jahr die Huflattichblüten am steilen Wegesrand mit bergab dunklen Tannen im Hintergrund bei schrägem Sonnenlicht, das nur die Blüten streift. Die verstecken sich oder sind dann ganz schnell sooo lang gewachsen, das die Proportionen nicht mehr stimmen. Aber eines Tages werde ich sie doch fangen.
Gruss Berthold


Man hat immer 3 Möglichkeiten! Immer!!!
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#4

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 21.02.2009 11:04
von anTon • Mitglied | 6.858 Beiträge

Zitat von Grueni76
Ich kann ja bei den relativ kleinen Gegenständen es nicht vermeiden, daß die Lichtkegel der Lampen auch auf den Hintergrundstoff treffen. Der Tip mit dem Mindestabstand vom Model zum Hintergrund von 1,5m funktioniert hier leider nicht ;-)


warum denn nicht ? Es geht doch um einen "Studioaufbau", oder ?

anTon


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#5

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 21.02.2009 16:58
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge

Wie wäre es ein Polarisationsfilter zu verwenden?


gut Licht
Walter
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#6

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 22.02.2009 01:20
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hi!
Erst mal vielen Dank für die ganzen Infos. Ich bin in meiner Unwissenheit da von teilweise falschen Vorstellungen ausgegangen, aber der Reihe nach:

@ Sven: Lampen habe ich (noch) keine, kann mir aber von einem Bekannten Video-Leuchten ausleihen. Die hätten dann auch Flügeltore zur Abschattung. Die Hitzeentwicklung ähnlicher Lampen kenne ich notgedrungen aus eigener Erfahrung; ich mache seit ein paar Jahren die Lichtsteuerung bei einer kleinen Karnevalssitzung; obwohl wir nur die PAR56 (300W) Scheinwerfer haben, werden die auch ganz ordentlich heiß, da kann man auch nicht alles vorbauen und verbrennt sich beim Einrichten schon mal die Pfoten.
Da die Gegenstände eher klein sind (Größe im Bereich einer KB-Knipse) und irgendwo drauf stehen müssen, werde ich es nicht ganz vermeiden können, daß die Ausleuchtung auch auf den Boden/Hintergrund trifft. Natürlich werde ich versuchen, die Lampen so zu platzieren, daß ich möglichst wenig den Boden und den Hintergrund beleuchte.

@Berthold: Samt klingt gut, aber ist mir etwas zu teuer, ich werde das erst mal mit Molton versuchen, ist halt schon um Längen günstiger.

Zitat von BertholdSW
Die Steigerung ist bei mir den passenden und machmal auch gestalteten aber wichtigen Hintergrund unstörend zum Motiv einzubauen.
Ich glaube das ist es! Ich hatte so im Hinterkopf, den Gegenstand analog so freizustellen, wie man das mit der teuflischen Bildberarbeitung macht, aber das ist glaube ich der falsche Ansatz. Der Hintergrund ist nunmal da, irgendwo drauf stehen muss der Gegenstand auch, deshalb gehört das auch zu Bild. Ich sollte mir also lieber überlegen, wie ich den Hintergrund/Boden mit einbeziehe. Das der natürlich ruhig und eher dunkel sein sollte, ist klar.
Die jetzt anstehenden Aufnahmen sind alle drinnen, Natur kommt später mal, wenn ich unter optimalen Bedingungen mehr Erfahrung sammeln konnte.
Ich habe die RB67, Lichtschacht und Prisma ist vorhanden.

@anTon: Studioaufbau ja, aber alles in kleinen Dimensionen. Für mich war der Boden auch Hintergrund, das ist natürlich Blödsinn. Bei den Makroaufnahmen ist ja bei einem Gegenstand, der auf dem Boden steht, sowieso fast nur der Boden zu sehen, Hintergrund gibt es da ja kaum.

@Photoamateur: Auf den Polfilter bin ich noch gar nicht gekommen, werde ich aber auf jeden Fall probieren.

Naja, ich werde mich Anfang März an die ersten Aufnahmen machen. Sobald ich Ergebnisse habe, werde ich die natürlich hier einstellen.


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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#7

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 22.02.2009 03:03
von Photoamateur • Mitglied | 3.030 Beiträge
Du solltest es in jedem Fall mal mit dem Polisarisationsfilter versuchen - ein Wundermittel ist es natürlich auch nicht. Ansonsten müßtest Du dich vielleicht einmal mit dem Gedanken spielen, deine Aufnahmen bewußt etwas unterzubelichten und damit die Schatten etwas absaufen zu lassen. Je nach Lichtsituation und Film dürfte dazu notwendig sein 1/2-2 Blenden unterzubelichten, im Gegenzug wird es wohl notwendig werden, hartes oder extrahartes Papier zu verwenden, weil der Film am Ende seiner Empfindlichkeit eher flach verläuft. Alternativ käme steilere Entwicklung in Frage, wobei sich dann natürlich die Entwicklungszeiten usw. ändern. Leider sind da aber viele Variablen drin und heutige Filme stellen die Schatten gut dar, vor 70 Jahren wäre das kein Problem gewesen, da mußten ja die Prototypen von Lokomotiven und PKWs die sonst schwarz waren für Photoaufnahmen noch grau lackiert werden, damit man auch alles sah.

gut Licht
Walter
zuletzt bearbeitet 22.02.2009 03:08 | nach oben springen

#8

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 22.02.2009 06:30
von oetzel • Mitglied | 439 Beiträge

Hallo Andreas,

ich glaube das Funktionieren des ganzen ist auch ein wenig davon abhängig, wie hell der Gegenstand ist, den du photographierst. Wenn der selbst auch so dunkel ist, wie der Hintergrund wirds doch problematisch. Dann würde ich beim Vergrößern maskieren. Ich sage bewusst "würde": denn ich hab den Aufwand bislang noch nicht getrieben.

Grüße
Michael


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#9

RE: schwarzer Hintergrund

in Studiotechnik 22.02.2009 09:39
von Grueni76 • Mitglied | 1.104 Beiträge

Hi!
Also ich wollte eigentlich schon auch in den dunkleren Stellen Zeichnung haben, schließlich werde ich den Aufwand ja nur treiben, weil ich eine gute Abbildung erreichen möchte - wenn dadurch auch der Hintergrund/Boden Zeichnung haben sollte, dann ist das halt nunmal so.
Ich habe inzwischen auch schon Ideen, wie ich den Boden mit einbeziehen kann.
Der erste Gegenstand ist ein Stück aus Aluminium. Da das Teil selbst hell erscheint, werde ich einen dunklen Hintergrund nehmen; falls ich ein Dunkles Teil photograhiere, nehme ich auch einen grauen oder weissen Hintergrund.
Mit dem Maskieren beim Vergrößern habe ich mich auch noch nicht beschäftigt, bislang belichte ich einfach nach, um unwichtige Bildinhalte in den Hintergrund zu rücken.

Mal sehen, was bei den Aufnahmen bei raus kommt.


viele Grüße aus Düsseldorf,
Andreas

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