#1

Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:32
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

Hallo,

mir ist u.a. beim Usertreffen in Würzburg, aber auch schon bei anderen Gelegenheiten, aufgefallen, dass es offensichtlich so einige Fotografen gibt, die sich an das Thema Nachtfotografie nicht herantrauen. Zu unbekannt scheint der Umgang mit der Ausrüstung im Dunklen einerseits zu sein, vielleicht mangelt es andererseits auch daran, sich abends noch mal aufraffen zu können??

Nun, die Tage werden kürzer, so dass man von November bis Januar auch schon ab 16:30 Uhr mit der Dämmerungs- & Nachtfotografie loslegen kann. So ist gewährleistet, dass man auch noch die Blaue Stunde voll erlebt.

Für all diejenigen, die sich bisher an die Nachtfotografie noch nicht herangetraut haben, hier also ein Tutorial.




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#2

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:32
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

1. Warum überhaupt Nachtfotografie?
Den Reiz der Nachtfotografie macht einerseits das Spiel mit der Blauen Stunde (also der Dämmerungsstunde, welche direkt nach einem Sonnenuntergang beginnt), zum anderen die Wirkung von Lichtern, Beleuchtungen, Leuchtreklame und anderen Möglichkeiten aus. Motive sind überall zu finden, in jeder Kleinstadt, erst recht in jeder Großstadt. Auch auf alten Industrieanlagen finden sich zum Teil aufwendige Lichtkunstanlagen, welche auf Filmmaterial sehr schön wirken können.

Zur Weihnachtszeit sind umfangreiche Beleuchtungen allgegenwärtig, auch eindrucksvoll beleuchtete Straßen können nachts viel hermachen. Am Tage hässliche Industrieanlagen bekommen durch die Veredlung mit Lichtkunst nachts einen völlig neuen Charakter und – im Auge des jeweiligen Betrachters – sogar ein gewisses Maß an Schönheit. Nächtliche Kirmesanlagen, Skyline’s von Städten (z.B. Frankfurt/Main) oder mehr oder weniger befahrene Straßen (die Auto’s werden nur als Geister oder als Lichtspuren sichtbar) sind denkbar. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Geschmäcker der Fotografen.




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#3

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:33
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

2. Filmempfehlungen
Grundsätzlich sind alle Filmarten und –empfindlichkeiten in der Nachtfotografie einsetzbar, auch SW-Filme. Jedoch ist nicht jeder Film gleich geeignet, daher hier einige Empfehlungen zu Filmen.

Zunächst sei angemerkt, dass Filme mit steigender Empfindlichkeit in der Regel eine Reduzierung des darstellbaren Kontrastes haben. Da die Nachtfotografie von kräftigen Kontrasten lebt, sollte der verwendete Film nicht zu empfindlich sein. Auch macht sich kräftiges Korn nicht immer gut auf Filmmaterial, zum Teil kann mit Flauheit sogar das analoge Gegenstück dessen entstehen, was sich bei den Digitalen „Bildrauschen“ nennt. Meine Empfehlung lautet daher, für die Dämmerungsphase Filmmaterial mit einer Empfindlichkeit von ISO 50/18° bis ISO 100/21° und nach der Blauen Stunde Filme mit einer Empfindlichkeit von ISO 100/21° bis ISO 200/24° zu verwenden.

Bei den Sorten des Farbfilmes geht meine Empfehlung klar zu Diamaterial. Grundsätzlich hat ein Diafilm zwar einen gegenüber dem Farbnegativfilm reduzierten Kontrastumfang, auch will die Belichtung genauer vorgenommen werden, jedoch ist die Dichte des Filmmaterials höher, sind die Farben leuchtender, und grade dies kommt der Nachtfotografie zu Gute. Zudem habe ich bei Experimenten mit Farbnegativfilmen immer wieder mal in schwarzen Bereichen „Bildrauschen“ erlebt, welches mir bei Diafilmen noch nie untergekommen ist, außer die Belichtung lag völlig daneben.

Mein Rat also: zur Blauen Stunde anfangen mit Farbdiafilmen mit ISO 100/21°, bei einbrechender Dunkelheit Filme mit ISO 200/24° verwenden.

Wozu habe ich nun SW-Filme erwähnt ?? Nun, auch mit Schwarzweißmaterial lassen sich beeindruckende Nachtaufnahmen realisieren, und zwar immer dann, wenn es nicht auf die Darstellung von Farbe ankommt, sondern wenn der Blickfang auf anderen Faktoren liegt. In erster Linie lohnt sich der Einsatz von Schwarzweißfilmen, wenn man z.B. in einem gepflasterten Innenstadtbereich kurz nach einem Regenschauer fotografiert. Die Lichtreflexe auf dem Pflaster sind beeindruckend. Ebenfalls reizvoll können z.B. Straßen mit dampfenden Gulli-Deckeln sein.

Auch hier rate ich zu SW-Material, das nicht zu empfindlich oder zu körnig ist. Sehr gut kommen nachts mittelempfindliche Filme wie z.B. der Agfa APX 100 oder der Ilford FP4 Plus, ebenfalls brauchbar sind 400er Filme mit reduzierter Empfindlichkeit, z.B. der Agfa APX 400 auf ISO 250/25°.




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#4

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:34
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

3. Die Ausrüstung – was brauche ich ??
Das wichtigste für die Dämmerungs- und Nachtfotografie ist ein absolut stabiles Stativ. Für Innenaufnahmen oder bei Aufnahmen aus geschützten Bereichen eignet sich bereits ein stabiles, leichtes Alustativ. Geht man jedoch richtig vor die Tür, also auch bei mäßigem bis kräftigerem Wind (der ja im Winter keine Seltenheit ist), so sollte das Stativ schon einiges an Eigengewicht mitbringen, um auch unter diesen Bedingungen absolut sicher und verwacklungsfrei zu stehen.

Weiterhin sollte man alle eingesetzten Objektive mit einer Streulichtblende schützen, denn grad nachts (zer-)stört ungewolltes Streulicht schnell mal das Bild. Ansonsten gibt es keine besonderen Anforderungen, man kann sowohl mit einfachen Kompakt-, Messsucher- und Spiegelreflexkameras auf Nachttouren gehen.

Einige Nachtfotografen schwören auf lichtstarke Objektive. Mit Sicherheit ist ein solches Objektiv nicht verkehrt, wenn man in der Dämmerung die eine oder andere Aufnahme noch aus der Hand machen kann. Auch verkürzen geringere Blendenstufen die Belichtungszeit bei der nächtlichen Aufnahme. Aber mal ehrlich: wenn eine Aufnahme von einem bestimmten Motiv (z.B. der Alten Mainbrücke von Würzburg mit der Festung auf dem Hügel) 10 Sekunden mit einem lichtstarken Objektiv benötigt, kommt es dann drauf an, dass mit einem weniger lichtstarken Objektiv die Belichtungszeit auch mal 30 Sekunden dauern kann ?? Meiner Meinung nach nicht.

Ein weiteres, vieldiskutiertes Ausstattungsmerkmal sind Fernauslöser. Sie sind bei Langzeitaufnahmen (Bulb) unverzichtbar, besonders wenn die Belichtungszeit (weit) über die längste Verschlusszeit der Kamera (bei modernen Kameras fast immer 30 Sekunden) hinausgeht.
Die meisten Nachtaufnahmen benötigen aber meiner Erfahrung nach Belichtungszeiten von 5 – 30 Sekunden. In diesen Bereichen kann man auch über eine Spiegelvorauslösung oder über Selbstauslöser zu verwacklungsfreien Stativ-Aufnahmen gelangen. Die professionelleren Modelle von Canon z.B. haben nicht nur die Selbstauslösung mit einer Vorlaufzeit von 10, sondern auch eine Auslösung mit einer Vorlaufzeit von 2 Sekunden. Ideal für den Nachteinsatz.

Was sonst noch wichtig sein kann:
- immer das doppelte an Filmmaterial als eingeplant
- warme, wetterfeste Kleidung (grad im Winter); Handschuhe und Mütze nicht vergessen
- eine Taschenlampe zur Orientierung und für Einstellungen an der Kamera
- kräftige, gute Schuhe
- falls Regen vorhergesagt, Regenschirm und Hüllen / Tüten zum Schutz der Ausrüstung
- Ersatzbatterien (im nächtlichen Wintereinsatz können Batterien erstaunlich schnell leergezogen werden)




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#5

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:36
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

4. Alles eine Sache der richtigen Einstellung
4.1. Messmethode

Die Belichtung von Nachtaufnahmen – wonach kann man sich richten ?? Nachtaufnahmen bilden auch belichtungstechnisch eine Gesamtkomposition. Der gewaltige Kontrastumfang macht es unmöglich, von jedem Bereich eine korrekte Darstellung zu liefern, und das wollen Nachtaufnahmen auch gar nicht. Da im Bild einzelne Lichtquellen tiefsten Schatten gegenüber stehen, kann man bei Nachtaufnahmen den Spotmesser völlig vergessen. Auch eine Lichtmessung führt zu keinerlei korrekten Ergebnissen, da die Lichtunterschiede auch auf kleinsten Umräumen gewaltig sind. Also bleibt nur eine Objektmessung von der Kamera in Richtung des Motivs.

Bei der Objektmessung gibt es (wenn man den Spotmesser mal weglässt) noch 3 Möglichkeiten:

- die selektive Messung, die – je nach Bauart der Kamera / des Belichtungsmessers – ca. 9 % des Messfeldes berücksichtigt
- die (mittelbetonte) Integralmessung, welche wohl die älteste Messmethode ist und das Mittelfeld stark, die Randbereiche schwach berücksichtigt
- und die moderne Matrix- bzw. Mehrfeldmessung

Wie die einzelnen Messmethoden weiter funktionieren, setze ich an dieser Stelle einmal voraus. Ich rate aus eigener Erfahrung vom Einsatz der selektiven Messung und der mittelbetonten Integralmessung ab, da hier die Bereiche des Suchers zu unterschiedlich berücksichtigt werden. Bleibt also nur noch die Messart, die je nach Hersteller Matrix- bzw. Mehrfeldmessung heißt. Die wohl modernste Form der Belichtungsmessung ist von ihren Ergebnisse im allgemeinen Einsatz nicht immer exakt vorhersehbar, im Nachteinsatz jedoch die Messmethode Nummer 1 – hier kommt man bei ca. 96 % aller Aufnahmen zu einem (sehr) guten Ergebnis.




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#6

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:37
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

4.2. Belichtungsprogramm
Fast alle moderneren Kameras weisen verschiedene Belichtungsprogramme auf, Voll- und Halbautomatiken und die Möglichkeit, alles manuell einzustellen. Im nächtlichen Einsatz sind viele dieser Belichtungsprogramme tauglich, wenn sie nicht automatisch den kamerainternen Blitz hinzuschalten, denn dies ist in der Nachtfotografie auf Distanzen zum Motiv >5 Meter völlig unbrauchbar. Tauglich dann, wenn man ein starres Motiv hat, bei dem sich innerhalb der Belichtungszeit die Lichtverhältnisse nicht ändern, z.B. eine beleuchtete Kirche.

Besteht jedoch allein die Gefahr, dass sich die Lichtverhältnisse ändern können, z.B.
- bei einer Straße, durch die plötzlich ein Auto fährt
- auf einer Autobahn, wo unregelmäßig viele Auto’s fahren
- ein Flughafen, auf dem zum Zeitpunkt der Aufnahme ein Flugzeug startet, oder
- ein Kirmeskarussel, dass sich während der Aufnahme mehr oder minder hektisch dreht
kann der Einsatz einer Voll- oder Halbautomatik dazu führen, dass die Kamera nachregelt und die Belichtungszeit ungewünscht verkürzt.
Fährt während einer Aufnahme z.B. ein Auto in eine Straße ein und treffen die Scheinwerfer in die Kamera, verkürzt die Halbautomatik die Belichtungszeit, die beleuchtete Straße wird viel zu dunkel.

Daher rate ich allen, die Nachtfotografie betreiben wollen, den rein manuellen Modus einer Kamera zu nutzen (soweit die Kamera nicht ohnehin rein manuell ist). Hier werden Verschlusszeit und Blende von Hand eingestellt und mit dem Belichtungsmesser abgeglichen. Hierdurch bekommt man auch ein größeres Verständnis für die Zusammenarbeit von Zeit und Blende. Nutzt man also die rein manuellen Einstellungen von Zeit und Blende und kommt während der Aufnahme ein störendes Licht hinzu oder fällt eines weg, bleibt die vorgewählte Belichtung erhalten.
Dies hätte bei meinem Straßenbeispiel folgende Auswirkung: die beleuchtete Straße wird korrekt wiedergegeben, während das Auto nur Lichtspuren und – je nach Verschlusszeit – ggfs. sogar einen netten Geist hinterlässt.




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#7

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:38
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge

4.3 Ein Hin- und her !! oder: Autofokus kontra manueller Fokus??
Viele Fotografen, welche mit modernen Kameras verwöhnt sind, kennen nur noch ihn – den Autofokus, der einem die Arbeit abnimmt und in einer Vielzahl von Fällen für ein scharfes Bild sorgt. Der Autofokus reagiert normalerweise auf Kontraste; aber genau dies kann ihm nachts zum Verhängnis werden, denn dann sind die Kontrastunterschiede so gewaltig, dass der Fokus die richtige Schärfe nicht immer findet und stattdessen das Objektiv vor- und zurückzoomt. Eine Hilfe kann sein, den Autofokus mit „One Shot“ einzustellen. Meiner Erfahrung nach ist der Autofokus – je nach Steuerung und je nach Objektiv – nachts aber nur zu ~50 % zu gebrauchen.
Für die restlichen Fälle gilt: Autofokus abschalten, durch den Sucher gucken, die eigenen Augen gebrauchen und manuell fokussieren. Hat das Objektiv eine Entfernungsskala, kann einem diese u.U. gute Dienste leisten. Aber auch so ist es nicht schwer (auch als Brillenträger !!) manuell zu fokussieren, hat man sich erst einmal daran gewöhnt.
Nichts ist ärgerlicher, als wenn man womöglich 50 – 100 km zu einem reizvollen Objekt anreist, hier nachts fotografiert und beim Durchgucken der Ergebnisse feststellt, das die Hälfte der Aufnahmen unscharf ist.
Daher mein Rat: nutzt meinetwegen den Autofokus dann, wenn das Objektiv innerhalb von 2-3 Sekunden die Schärfe nicht nur findet, sondern auch hält. Rutscht der Fokus jedoch vor und zurück, schaltet um auf manuell und fokussiert selbst. Das schont übrigens auch noch mal die Batterien :-)




-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



nach oben springen

#8

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:40
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge
5. Genug der Theorie – ab zur Praxis. Vorgehensweise(n)
So weit, so gut. Wir haben nun alles dabei, was wir brauchen. Wir haben die Kamera richtig eingestellt, wir haben genug Filmmaterial dabei und die Kamera gefüttert, und wir haben ein Motiv oder eine Örtlichkeit mit großer Motivvielfalt (z.B. eine nachts beleuchtete Industrieanlage, eine interessante Straße, ein Kirmesplatz) gefunden. Wie geht’s weiter ??

Zur Bildgestaltung möchte ich hier keine Worte verlieren, für die Nachtfotografie gelten die gleichen fotografischen Regeln wie für jede Art der Fotografie. Wir stellen also unser Stativ auf und sorgen dafür, dass es stabil steht. Dann richten wir die Kamera darauf aus. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass auch fester Untergrund für’s Stativ keine Garantie für verwacklungsfreie Fotos sein muss – bestimmte Anlagen (z.B. Industrietürme) können sich im Wind bewegen, auf Brücken können Straßenbahnen oder schon schwere LKW’s genügend Vibrationen verursachen, die eine Aufnahme versauen können. Also achtet darauf, wenn ihr z.B. auf einer Brücke steht, dass ihr möglichst bei wenig oder nur leichtem Verkehr auslöst.

Ein weiterer Punkt, der beachtet werden will, ist Streulicht. Arbeitet nachts immer mit einer Streulichtblende und achtet auf Streulicht im Sucher. Passt auf, dass nicht in unmittelbarer Nähe eine Straßenlaterne steht, die nicht zum ausgewählten Motiv gehört. Oder achtet zumindest darauf, dass dieses ungewollte Motiv nicht zum Bildbestandteil wird. Wenn ihr ein etwas entfernt liegendes, beleuchtetes Motiv fotografieren wollt, kann eine nahe, helle Straßenlaterne, die unbeabsichtigt mit im Bild enthalten ist, zu einer unterbelichteten Aufnahme führen.

Nun hab ich also mein Motiv gefunden, die Kamera darauf ausgerichtet, alle Einstellungen gemacht – wie geht’s jetzt weiter ??

Dem Anfänger in der Nachtfotografie sei nun empfohlen, die ersten Filme mit Belichtungsreihen zu belichten. Dies kostet am Anfang viel Filmmaterial, ihr erinnert Euch oben an meine Warnung, genug Filmmaterial einzupacken ?? Andererseits sorgt dies dafür, dass ihr konzentrierter und überlegter fotografiert. Warum Belichtungsreihen ?? Jeder Belichtungsmesser misst bzw. reagiert ein wenig anders, und grade in der Nachtfotografie sind die Anteile Licht / Schatten entscheidend für die Belichtungsmessung. Oftmals sitzt die normale Belichtung, aber das ist kein Muss. Zudem ist die Bildhelligkeit Geschmackssache. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, arbeitet mit Belichtungsreihen. Fangt also mit einer Belichtungsreihe -1 Blende / Blende 0 / + 1 Blende an.

Habt ihr nach der ersten oder zweiten Tour etwas an Erfahrung gewonnen, könnt ihr die Belichtungsreihe reduzieren. Ihr werdet bestimmte Lichtsituationen einschätzen können – schaut Euch das Bild durch den Sucher an und bestimmt, ob die hellen oder die schattigen Bildanteile überwiegen. Schaut Euch zudem die Lichtart bzw. die Lichtfarbe an.
- bei einer überwiegend hellen Lichtsituation fotografiert mit -1 Blende und mit Blende 0
- bei einer überwiegend düsteren Lichtsituation fotografiert mit Blende 0 und mit Blende +1
- überwiegend gelbliches oder hellgrünes Licht: Blende -1 und Blende 0
- überwiegend rotes, dunkelgrünes, violettes oder blaues Licht: Blende 0 und +1

So, nun habt ihr alles an der Hand, um optimal in die Nachtfotografie zu starten. Wenn ihr nach diesem Tutorial vorgeht, werdet ihr schnell vom Virus „Nachtfotografie“ erfasst werden. Mike habe ich bereits überzeugt und ihn mit diesem Virus angesteckt – ich würde mich freuen, wenn er nicht der Einzige bleibt.



-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



zuletzt bearbeitet 30.11.2007 10:39 | nach oben springen

#9

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:42
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge
Wie, was sagt ihr da ?? Euch reicht das noch nicht ganz ?? Okay, dann stelle ich Euch hier noch Bildbeispiele vor !!

01- Semper Oper – gelbes, helles Licht, Belichtungen -1 / 0, die Nullbelichtung war optimal
02 – Rheinbrücke / Köln – gelbes, recht helles Licht, Belichtungen -1 / 0 / +1, Nullbelichtung optimal
03 – Hochofen, Zollverein Essen – rotes, dunkles Licht, Belichtungen 0 / +1 / +2, Belichtung +1 optimal, Belichtungszeit ~1 Minute
Angefügte Bilder:
01.jpg
02.jpg
03.jpg



-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



zuletzt bearbeitet 30.11.2007 07:44 | nach oben springen

#10

RE: Wie mache ich eigentlich… Nachtfotografie??

in Fotopraxis/Anleitungen 30.11.2007 07:42
von Grisu • Admin | 7.996 Beiträge
04 – Zollverein Essen – dunkles Kunstlicht, helles natürliches Licht, Belichtungen -1 / 0, Nullbelichtung optimal
05 – Zollverein Essen – nur natürliches Dämmerlicht, Belichtungen -1 / 0 / +1, Nullbelichtung optimal
06 – Zollverein Essen – blaues Licht im Vordergrund, rotes im Hintergrund, dunkle Gesamtsituation, Belichtungen 0 / +1, Belichtung +1 optimal
07 – Düsseldorf Medienhafen – helles, weißes Licht im Vordergrund, sehr dunkler Hintergrund, Belichtungen 0 / +1 / +2, Belichtung +1 optimal
Angefügte Bilder:
04.jpg
05.jpg
06.jpg
07.jpg



-----------------------------------------------
http://www.glamorous-pictures.de - Galerie, Erfahrungsberichte, Tutorials,...



zuletzt bearbeitet 30.11.2007 07:43 | nach oben springen



______________________________________________________________________________

das hobbyphoto-forum ist seit dem 14.01.2006 online

flickr online | Forenuser - Die Foren Suchmaschine | Bilder verkleinern | Bilder hochladen


Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits Fotografen Verzeichnis








Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Homepagemodules.de