Zitat von Daniel
Das Zonensystem ist quasi ein Hilfssystem, um eine Aufnahme mit dunklen und hellen Partien in Abhängigkeit des Aufnahmemediums (Negativ oder Diapositiv) so zu planen, daß es weder zu Überbelichtungen (Überstrahlungen beim Dia) oder Unterbelichtungen der bildwichtigen Elemente kommt(War das so richtig, Ritchie?)
Na, nicht ganz:-)
Das Zonensystem dient eher der max. Ausnutzung der vorhandenen Möglichkeiten im Material unter der Anwendung forcierter Belichtung UND Entwicklung, wobei vorheriges Eintesten der Materialien unumgänglich wird.
Da sowohl Filme wie auch Fotopapier nur einen begrenzten Kontrastumfang haben, soll dieser bestmöglich ausgenutzt werden.
Desweiteren wird der vorherrschende Kontrast durch gezielte Über/Unterbelichtung mit anschliessender Verlängerung/Verkürzung beeinflusst/gesteuert, flaue oder zu kontrastreiche Negative werden so vermieden.
Auch wenn viel gemeckert wird über dieses System(bekanntester Anwender, aber nicht Erfinder ist Ansel Adams), und obwohl es heute deutlich verbesserte Materialien gibt( Zu Adams Zeiten konnten Papiere und Negative nur wenige Blenden Kontrast wiedergeben), findet es doch in umgemodelter Form fast überall Anwendung - nur oft nicht in strenger Befolgung des Originals.
Zur Belichtung hilft mir die Einteilung der Helligkeitswerte in "Zonen" immer bei meinen Spotmessungen,dazu brauch ich aber keine Rechenscheibe.
Anfangs hatte ich allerdings einen kleinen Graustufenkeil mit Zoneneinteilung in der Tasche.
Der Beli sagt ja zu allem Gemessenem, dies sei nun Zone V, mittleres Grau;
Papierweiss ist laut Graustufenkeil die Zone X, pechschwarz die Zone 0 oder I (bei Adams etwas anders als heute)
Eine graue Katze belichte ich also demnach mit den angezeigten Werten des Belis:-)
Will ich aber etwas Dunkles schwarz wiedergeben (z.B.Schachbrett?), verkürze ich die Belichtung nach Messung auf ein schwarzes Feld um 4-5 EV.
Es kann auch weiss angemessen werden, entsprechend wird die Belichtung verlängert.
Bei einer Messung ohne Spot, also z.B. Mehrfeldmessung oder normale Objektmessung mit dem Handbeli, werden alle Werte automatisch gemessen und der "Mittelwert" angezeigt, hier muss man nicht gross nachdenken und kann im Groben 1:1 - beim Schachbrett - übernehmen.
So ein Schachbrett ist eigentlich ne schöne Hausaufgabe:-)
Durch Spot-Messen der hellsten und dunkelsten (bildwichtigen) Punkte erhalte ich eine Aussage über den vorliegenden Kontrast.
Klappt natürlich auch hervorragend bei Color, es geht ja um die Vorvisualisierung von "Helligkeiten" im späteren Bild...
Mir hat das System seinerzeit enorm zum Verständnis bei der Belichtung geholfen.
Schadet also nicht, sich da mal etwas einzulesen:-)
Gruss,
Ritchie